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Segeberg Ein scheuer Anwohner der Alster
Lokales Segeberg Ein scheuer Anwohner der Alster
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08:00 31.12.2016
Von Nicole Scholmann
Wie verwunschen sehen Teile des Moores im Naturschutzgebiet Oberalsterniederung aus. Ein Betreten ist Unbefugten verboten. Quelle: Nicole Scholmann
Nahe / Henstedt-Ulzburg

Die Zahlen, die Minister Habeck (Grüne) vor kurzem bekannt gegeben hat, kann Ernst Lohse (63), einer der Schutzgebietsreferenten im Naturschutzgebiet (NSG) Oberalsterniederung, bestätigen. „Der Fischotter ist hier“, sagt Lohse.

 Im Bereich Naherfuhrt, wo die Alster unter der Bundesstraße 432 entlangführt, gibt es Spuren vom Fischotter. Die Alster verläuft hier in vielen Bögen. An einer Erle ist ein kleiner Vorsprung zu sehen. „Solche Plätze nutzt der Otter gerne, um das Wasser zu verlassen“, beschreibt Lohse. Und wirklich: Es sind Reste von Muscheln – die Lieblingsspeise der Tiere – und kleine Häufchen Losung zu finden. Woran man die Hinterlassenschaft eines Otters erkennt? „Da sind kleine Gräten drin von den Fischen, die zur Nahrung gehören“, erklärt der Betreuer. Lohse hat beim schleswig-holsteinischen Verein „Wasser – Otter – Mensch“ aus Eutin eine Schulung absolviert und seitdem den Fischotter in dem NSG im Auge. Der selbstständige Bauingenieur findet viele Hinweise auf den scheuen Bewohner des Flusses. Zwei eindeutige Nachweise gab es bereits: Im Bereich Itzstedt/Nahe wurden zwei Fischotter durch den Autoverkehr getötet und von Jägern eingesammelt. „Ich habe in den vergangenen Monate fünf Bäche und Flüsse kontrolliert. An zwei von ihnen konnte ich den Otter bestätigen“, freut Lohse sich.

 Um die in der Alster lebende Kleine Bachmuschel zu schützen, dürfen der Fluss und die Gräben, die zu ihm führen, nicht ausgebaggert werden, sondern werden ausgemäht. Dafür kommt extra eine Fachfirma, an deren Bagger keine Schaufel befestigt ist, sondern ein langes Sieb mit Mähwerk. Etwa zehn Zentimeter über dem Flussboden wird das Gras im Gewässer abgemäht. Dadurch verlandet die Alster weniger und bleibt ein Fließgewässer. Und genau das brauchen viele der tierischen Bewohner des Naturschutzgebietes, das gleichzeitig Vogelschutzgebiet und Fauna–Flora–Habitat (FFH) ist.

 Neben den Ottern sind gut 140 verschiedene Vogelarten in der Oberalsterniederung zu finden, dazu gehören unter anderem Brachvogel, Neuntöter, Weißwangengänse, Bekassine, Kibitze, Wachtelkönig und Kampfläufer. Auch Flussregenpfeifer, Raubwürger, Schwarzkehlchen, Seeadler und verschiedenen Weihen finden an der Alster ideale Lebensräume. Jäger Manfred Rehmeier aus Wakendorf II hat im Frühjahr vogelkundliche Wanderungen in das Naturschutzgebiet angeboten.

 Besonders im Herbst und Winter, wenn die Witterung für Hochwasser sorgt und etliche Wiesen überflutet sind, finden sich tausende Wasservögel ein, die dort rasten. „Und im Mai ist es hier sehr schön, wenn die Natur ins neue Jahr startet und alles grün wird“, erklärt Ernst Lohse, der seit 40 Jahren den Jagdschein in der Tasche hat.

 Ein großes Problem sind laut Lohse Spaziergänger mit freilaufenden Hunden. „Selbst in Zeiten der Vogelgrippe mit der Auflage, dass Hunde bei Fuß an der Leine zu führen sind, setzen sich manche Hundebesitzer darüber hinweg“, sagt Lohse. Er verweist auf die gesetzliche Vorschrift, nach der Hunde in Naturschutzgebieten an der Leine zu führen sind. Bodenbrüter und andere Wildtiere werden durch streunende Vierbeiner massiv gestört. „Wir müssen viel Aufklärungsarbeit leisten.“ Das Naturschutzgebiet wird von neun Jägern, fünf Mitgliedern des Naturschutzbundes und dem Naturschutzverein Tangstedt betreut.

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