Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segeberg Naturschutzbeauftragter auf der Kippe ?
Lokales Segeberg Naturschutzbeauftragter auf der Kippe ?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:55 20.08.2013
Von Einar Behn
Dr. Maximilian Schäffler - ein kritischer Geist, der sich in Bad Bramstedt nicht nur Freunde gemacht hat.
Bad Bramstedt

Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung soll über den Posten an sich und über den Amtsinhaber gesprochen werden. Formell gibt es dafür keinen Grund.

 Schäffler, seit fünf Jahren im Amt, hat sich nicht nur Freunde gemacht. Immer wieder kritisierte er, wenn Bäume vom städtischen Bauhof gefällt oder nicht-heimische Gehölze gepflanzt wurden. Der Gymnasiallehrer für Biologie hatte fachlich immer Recht, aber seine kompromisslose Art brachte so manchen auf die Palme, allen voran Bauamtsleiter Udo Reinbacher, gegen den sich Schäfflers Kritik meistens richtet.

 Ausschussvorsitzender Fritz Bredfeldt (Bündnis 90/Grüne) erklärte, er und Reinbacher hätten den Beratungspunkt „Fortdauer der Funktion/Amtsinhaberschaft des Ortsnaturschutzbeauftragen“ auf die Tagesordnung der Sitzung am Dienstag, 27. August (ab 19 Uhr im Schloss), setzen lassen. Begründung: Nach der Kommunalwahl im Mai dieses Jahres sollte auch das Amt des Ortsnaturschutzbeauftragten neu geregelt werden.

 Eine rechtliche Verpflichtung gibt es dazu allerdings nicht. Die Amtsdauer ist nicht an Wahlperioden gebunden und auch sonst nicht befristet. Schäfflers Vorgänger, Jürgen Sievers, war 19 Jahre im Amt, bis die Stadtverordnetenversammlung die Stelle dann neu ausschrieb, weil sie mit Sievers laxer Haltung zum Baumschutz nicht mehr einverstanden war. Mit Schäffler wählte sie dann einen Mann mit genau entgegengesetzter Einstellung.

 Trotz seiner harten Haltung in Sachen Naturschutz hat Schäffler in der Kommunalpolitik aber auch Befürworter. SPD-Pressesprecher Jan-Uwe Schadendorf hält den Experten für kompetent und sieht keinen Grund, sich von ihm zu trennen. Auch CDU-Fraktionschef Werner Weiß betonte: „Wir haben nichts gegen kritische Menschen.“ Seine Partei säge nicht am Ast des Beauftragten. Auch Joachim Behm (FDP) möchte „diesen kritischen Geist“ gerne im Amt behalten.

 Der Ausschuss könnte das Amt des ehrenamtlichen Ortsnaturschutzbeauftragten auch ganz abschaffen. Früher gab es eine gesetzliche Vorschrift, nach der jede Gemeinde dieses Amt haben musste. Die ist aber längst gestrichen worden, sodass auch die meisten kleinen Orte keinen Naturschutzbeauftragten mehr haben. Größere Kommunen haben aber vielfach daran festgehalten, neben Bad Bramstedt beispielsweise auch Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg.

 Schäffler selbst zeigte sich überrascht von der vorgesehenen Ausschussberatung. „Mir ist nicht bekannt, dass ich abgesetzt werden soll.“ Er würde das Amt gerne weiter ausüben.