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Segeberg Neue Waldgeister entdecken die Natur
Lokales Segeberg Neue Waldgeister entdecken die Natur
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07:00 06.09.2017
Von Anja Erhardt
Jonathan Bestmann (4, links) und Pino Sommer (4) tragen ein Brett zu ihrem Bauwerk. Es wird eine Bank. Quelle: Anja Erhardt
Bad Bramstedt

„Komplett sind wir aber noch nicht“, erklärt Kerstin Heyer (43). Die Naturspielpädagogin ist schon seit fünf Jahren für die Betreuung der „Waldgeister“ zuständig. Acht Neuzugänge hat die Gruppe insgesamt, zehn von achtzehn Kindern sind seit der letzten Woche vor Schulbeginn anwesend. Der Tagesablauf ist stets der gleiche – und doch jeden Tag anders. Das Gerüst steht: Die Kinder kommen ab acht Uhr, kurz danach geht es auf eine Morgenrunde durch den Wald. „Eine Stunde dauert die meistens, es sei denn, wir sehen unterwegs etwas ganz Spannendes, dann kann es auch mal länger werden“, erzählt Kerstin Heyer. Um zehn wird gefrühstückt, in der Regel folgt freies Spielen. Mittags essen die Kleinen, was Mama und Papa ihnen in Wärmebehältern mitgegeben haben. Um 14 Uhr ist der Kindergartentag dann vorbei.

Dennoch gleicht kein Tag dem anderen. „Das Tolle hier ist, dass wir mit den Kindern ganz nah dran sind an der Natur“, sagt Hannah-Lea Jensen. Die 29-Jährige ist seit dem ersten Juli als Sozialpädagogische Assistentin bei den Waldgeistern. „Für mich ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Ich habe innerhalb meiner Ausbildung vor zwei Jahren ein Praktikum in der Waldgruppe gemacht und fand das einfach herrlich hier. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich nun diese Stelle antreten durfte“, schwärmt sie.

Draußen bei Wind und Wetter, Eis oder Schnee

Ob Wind oder Wetter, Eis oder Schnee: Die Kleinen sind immer draußen im Wald. Wenn der Regen allzu schlimm wird, gehen sie in einen der zwei Bauwagen, die ihnen nicht nur zum Malen, Essen und Lesen zur Verfügung stehen, sondern sie auch vor zu grober Witterung schützen. „Wir haben in beiden Wagen Heizungen und können uns entsprechend jederzeit aufwärmen“, betont Heyer.

Jede Morgenrunde ist ein kleines Abenteuer, denn es gibt zu jeder Jahreszeit Neues zu entdecken. Im Moment zum Beispiel wachsen die ersten Pilze. „Manche kann man auch essen“, weiß Rasmus Dempski (6). „Maronen zum Beispiel!“ Annika Wohlert holt unterdessen ein kleines Pilzlexikon aus ihrem Rucksack und zeigt auf ihr Lieblingsexemplar. Ein Fliegenpilz. Kann man den auch essen? „Nee!“, sagt Rasmus energisch. Davon kriege man „schlimmes Bachweh“, ergänzt Suvi Lotta Jahnke (3). Sie ist eine von den Neuen. Und am besten gefallen ihr im Wald „die Steine und meine Anziehsachen“. Die sind entsprechend robust: Feste Schuhe und wasserabweisende Kleidung gehören zum Waldalltag dazu. „Wir können hier einfach mit allen Sinnen lernen“, freut sich Kerstin Heyer, für die ihre Tätigkeit mit den Kindern in der Natur ein Traumberuf ist.

Was der größte Gewinn im Gegensatz zu einem normalen Kindergartenplatz ist, steht auch für Rasmus Dempski fest: „Die Freiheit!“, ruft er und rennt um die nächste Ecke. Mal nachsehen, was es da so zu entdecken gibt.

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