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Segeberg Neues Buch von Arved Fuchs
Lokales Segeberg Neues Buch von Arved Fuchs
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05:50 19.10.2013
Von Bernhard M. Domberg
Das neue Buch ist mit eindrucksvollen Fotos illustriert. Quelle: Harald Schmitt
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Bad Bramstedt

Fuchs’ Werke handeln von den polaren Zonen der Nord- und Südhalbkugel unseres Planeten. Die schwierige Umrundung des Nordpols mit seinem SegelkutterDagmar Aaen“, als das Packeis noch eine nahezu unüberwindbare Barriere bildete, die Durchwanderung der Antarktis mit Reinhold Messner oder die Bewältigung des grönländischen Inlandeises mit dem Hundeschlitten hat er in früheren Werken bereits niedergeschrieben. Und fast immer bilden alte Überlieferungen von Forschern und Abenteurern die Vorlage für seine anspruchsvollen Reisen und Bücher. So auch dieses Mal: Der 1921 veröffentliche Roman des norwegischen Schriftstellers Johan Bojer „Den siste viking“ über das Leben der Lofotfischer, im Jahre 1923 ins Deutsche übersetzt als „Die Lofotfischer“, hatte es Fuchs angetan.

 Ende Dezember des vergangenen Jahres befuhr der Bad Bramstedter mit seinem Haikutter und einer zehnköpfiger Besatzung für mehr als anderthalb Monate den dunklen und zu dieser Jahreszeit oftmals aufgewühlten Nordatlantik, auch für Fuchs eine Premiere. Ziel: die Inselgruppe der Lofoten. Mit von der Partie waren Journalist und Autor Sandmeyer sowie Fotograf Harald Schmitt, sechsmaliger Gewinner des World Press Photo Awards.

 Herausgekommen ist ein 144-seitiges Buch mit spannenden Texten und atemberaubenden Fotos. Fuchs und Coautor Sandmeyer tauchen ein in die alte und neue Welt von Norwegens Lofotfischerei. Hauptakteur ist der Kabeljau, dieser wertvolle Fisch, dem seine Fänger seit Jahrhunderten auflauern, wenn er von der kalten Barentssee zum Laichen in das wärmere Gewässer des aus 2000 Inseln bestehenden Archipels der Lofoten schwimmt.

 Auf vielen Seiten eingefügt und hervorgehoben sind Sequenzen des alten Bojer-Romans, der die Schlacht am Trollfjord gegen Ende des 19. Jahrhunderts und die Dramen der norwegischen Fischer beschreibt, die sie in ihren offenen Booten durchlitten. Ähnlich muss es auch den Crew-Mitgliedern auf der „Dagmar Aaen“ ergangen sein, wenn sie nachts bei Kälte und Dunkelheit die „Hundewache“ von Mitternacht bis vier Uhr zu überstehen hatten. Dank der eindrucksvollen Schilderungen fühlt sich der Leser fast selbst als Crew-Mitglied. Schaudernd erlebt er eine Sturmfahrt mit und wie der Segelkutter knapp die rettende Hafeneinfahrt erreicht. Zugleich erlebt der Leser eine breite Skala von Himmelsfarben des Tages als Vorspiel für das tanzende Nordlicht in der Nacht.

 Aber „Polarlicht in den Segeln“ ist auch ein Sachbuch, das viele Fragen beantwortet. Beispiele: Wie schaffen es die Norweger, der Überfischung Herr zu werden und sich sogar mit ihren russischen Nachbarn über Fangquoten zu einigen? Wie wird aus dem Kabeljau Stockfisch? Bis ins 15. Jahrhundert zurück gehen die Autoren, um die Geschichte und Hintergründe der Lofotfischerei zu erzählen.

 Das Buch ist kurzweilig und anschaulich geschrieben, ein Werk für Winterabende am mollig warmen Ofen. Die zwanzig Kapitel können auch quer Beet gelesen werden.

 Illustriert ist das Werk mit eindrucksvollen Farbaufnahmen vom Leben an Bord, den Bewohnern der kalten Regionen und der Schönheit der Natur.

 Dazu gibt es auf der Website www.arved-fuchs.de eine iPad-App zum Herunterladen für 9,99 Euro. Sie bietet virtuelle Rundgänge auf der „Dagmar Aaen“ und in den Orten, die Arved Fuchs und seine Crew besucht haben. Mehr als 20 Videos und Livemitschnitte der außergewöhnlichen Winterreise entführen interaktiv auf die Lofoten.

 Am Mittwoch, 13. November, wird Fuchs sein Buch im Schloss in Bad Bramstedt präsentieren (19.30 Uhr, Karten bei Buch & Medien, Maienbeeck). Noch in diesem Jahr ist ein mehrseitiger Bericht im Magazin „Stern“ geplant, ebenso eine Filmdokumentation über die Lofotenexpedition fürs Fernsehen.