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Segeberg Mikrochips für Hunde
Lokales Segeberg Mikrochips für Hunde
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13:23 17.02.2016
Von Gerrit Sponholz
Erst wenige Wochen alt ist Koda. Der Labrador von Stefanie Paulat aus Traventhal trägt bereit einen Mikrochip, der ausgelesen werden kann. Quelle: Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg

Die Erfahrungen von Hundehaltern, Tierärzten und Ämtern mit den Chips sind positiv. Durch den Chip lassen sich Fundhunde oder auffällige Hunde per Auslesen der Chipdaten rasch einem Halter zuordnen. Die früher so genannten Gefahrhunde mussten immer schon gechippt sein, erläutert Jan-Henrik Fechner, Leiter der Ordnungsbehörde des Amtes Trave-Land. Ob derzeit alle Hunde in seinem Amtsbereich Chips tragen, sei noch nicht kontrolliert worden. Die Verwaltung in Bad Segeberg verfügt nicht über Lesegeräte. Sie werden vom nah gelegenen Kreisveterinäramt ausgeliehen.

 Kein Problem mit der Chippflicht hat Stefanie Paulat aus Traventhal. Sie ließ gestern ihren jungen Labrador Koda in der Kleintierpraxis an der Ziegelstraße in Bad Segeberg chippen. „Von der Pflicht wusste ich von Haltern und meinem Mann. Er ist Polizist.“

 Die Tierärztinnen Dr. Tanja Barth und Anke Lensch halten das Chippen aus mehreren Gründen für sinnvoll. Bei Tieren, die fern des Hauses Opfer eines Verkehrsunfalls würden, könnten die Halter rasch informiert werden. Das gelte auch für alte Hunde, die aus Tüdeligkeit beim Streunen den Heimweg nicht mehr finden und aufgegriffen werden. Und wer mit dem Hund ins Ausland reist, benötigt ohnehin einen Identifizierungsnachweis für das Tier.

 Eine Tätowierung sei keine Alternative, meinen die Veterinärinnen. Sie sei bei manchen Hunden schwierig, und auch der Tierschutz spiele eine Rolle. Halsbänder halten sie ebenfalls nicht für sinnvoll: „Jagdhunde könnten sie im Gestrüpp verlieren.“ Das Chippen gilt als fast schmerzfrei für die Hunde, es ist nur ein kurzer Pieks mit der Spritze. Durch die Kanüle wird der Transponder, groß wie ein schmales Reiskorn, knapp unter die Haut am Hals gesetzt. „Das tut den Tieren nicht doll weh“, sagt Dr. Tanja Barth. Der Transponder wandere zwar in seltenen Fällen in der Hautschicht, sei aber ungefährlich. Für das Chippen müssen Tierhalter 22 Euro zahlen.

 Barth und Lensch raten Hundehaltern, die Identifizierungsnummer des Mikrochips gleich in den Heimtierausweis einzutragen und sie der Vereinigung Tasso zu melden, einem Haustierzentralregister. „Mehr als überfällig ist das Chippen“, meint Bianca Longin, Obfrau für Hundesport bei der Hundesportgemeinschaft Sitz-Platz-Aus in Rickling. Wenn Hunde weglaufen, helfe der Chip, das Tier dem Halter zurückzubringen.

 Der Chip sei keine neue Erfindung, sagt Longin. Schon früher hätten nur so gekennzeichnete Hunde an Prüfungen teilnehmen dürfen. Das Chippen biete sich an, wenn Welpen ohnehin geimpft werden. Auch für Katzen sind Chips ratsam, meinen die Tierärztinnen Barth und Lensch. Das nütze auch dem Katzenbesitzer. Moderne Katzenklappen in der Außentür erfassen die Chipdaten und öffnen sich nur für die Katze des Hauses, nicht für fremde Tiere.

 So groß wie ein Reiskorn

 Der Transponder ist so groß wie ein Reiskorn. Er besteht aus einer Kapsel aus Biopolymer, eine Art Biokunststoff, oder Glas, sowie einer Kupferspule und einem Mikrochip. Die Kupferspule wirkt als Antenne und wird für Sekundenbruchteile durch unschädliche Radiowellen aktiviert, wenn ein Lesegerät in die Nähe kommt. Auf dem Mikrochip ist eine 15-stellige Nummer gespeichert: Die ersten drei Ziffern stehen für das Produktionsland (Deutschland: 276). Nach einer Null folgen drei Ziffern als Herstellercode. Die übrigen acht Ziffern sind die individuelle Identifikationsnummer.

 Gesetz schreibt neue Pflichten vor

 Einige Änderungen brachte das Hundegesetz in Schleswig-Holstein, das seit Anfang des Jahres gilt. Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen elektronisch gekennzeichnet werden. Tierärzte setzen einen reiskorngroßen Transponder mit Mikrochip unter die Haut des Hundes. Der Transponder muss dem ISO-Standard 11784 entsprechen und per Lesegerät erkannt werden können. Mit dem neuen Gesetz wurde auch die Rasseliste gefährlicher Hunde abgeschafft. Hunde werden nur noch als gefährlich eingestuft, wenn sie auffällig geworden sind, beispielsweise Menschen oder Tiere verletzt haben, unkontrolliert Tiere hetzen oder reißen. Halter, deren Hund als gefährlich eingestuft wurde, müssen mit ihm Sachkundeprüfungen ablegen. Jeder Hundehalter soll für sein Tier eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 500000 Euro für Personenschäden und 250000 Euro für Sachschäden abschließen. Halter von als gefährlich eingestuften Hunden müssen zwingend eine Haftpflichtversicherung haben. Es gilt für alle Hunde eine Leinenpflicht in Fußgängerzonen, Märkten, öffentlichen Gebäuden und in Verkehrsmitteln. Nicht mitgenommen werden dürfen Hunde in Kirchen, Theater, Badeanstalten und auf Kinderspielplätze.

 Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße von bis zu 10000 Euro geahndet werden. Darunter fallen auch Verstöße gegen die Pflicht zur Kennzeichnung des Hundes oder zur Entsorgung des Hundekots.

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