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Segeberg Neue Rettungspunkte für Hilfe im Wald
Lokales Segeberg Neue Rettungspunkte für Hilfe im Wald
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18:49 05.12.2019
Von Nadine Materne
Für schnelle Hilfe im Ernstfall: Als erster Kreis in Schleswig-Holstein wird auch der Privat- und Kommunalwald in Segeberg mit Rettungspunkten ausgestattet. Quelle: Nadine Materne
Kreis Segeberg

Die Landesforsten, denen gut drei Viertel der Waldfläche gehört, haben bereits seit einigen Jahren Rettungspunkte an Waldeingängen installiert. Mit Hilfe der Markierungen können Waldbesucher Rettungskräften bei Unfällen im Forst oder bei Waldbränden eine Orientierung geben.

In kommunalen und privaten Wäldern fehlten solche Rettungspunkte bisher. Als Pilotprojekt stattet nun der Kreis Segeberg die nicht-staatlichen Wälder ebenfalls mit Rettungspunkten aus.

45 neue Rettungspunkte

In Bad Segeberg am Eingang zum Ihlwald steht eine von etwa 45 der neuen Rettungspunkte. Ein Holzpfahl, knapp zwei Meter hoch, mit rot bemalter Kappe. Daran montiert ist ein Schild mit einem roten Kreuz. Rettungspunkt 2027R10 ist darauf gedruckt. Der Code ist individuell. Dazu die Notrufnummer 112.

Ein Fußgänger, der hier den Wald betritt und ein paar Hundert Meter weiter einen Verletzten findet oder selbst in Not gerät, kann mit Hilfe des Rettungspunktes Hilfe holen und zur richtigen Stelle im Wald lotsen.

„Es könnte aber auch sein, dass ein Feuer im Wald entdeckt wird. Auch das kann über einen Rettungspunkt gemeldet werden“, nennt Hans Jacobs von der Landwirtschaftskammer eine weitere mögliche Verwendung der „Notrufsäulen“ im Wald.

Gefahr für Unfälle im Wald nimmt zu

Gerade durch die zunehmende Trockenheit steige die Gefahr im Wald, betont Dr. Christian Schadendorf, Leiter der Forstabteilung der Landwirtschaftskammer. Der Wald ist nicht mehr so widerstandsfähig, trockene Äste können vermehrt herunterfallen – und einen Waldbesucher treffen. Insbesondere nach Sturmschäden. Auch Käferbefall wird zum Problem.

Lesen Sie auch:Pfähle vereinfachen Rettung am Segeberger See

Die Standorte der Rettungspunkte in den Wäldern wurde im Rahmen einer Kartierung von Waldwegen vor mehreren Jahren ausgewählt. Es sind oft Einmündungen in den Wald an größeren Straßen. Während die Rettungspunkte im staatlichen Forst bereits ähnlich lange errichtet sind, scheiterte die Kennzeichnung in den nicht-staatlichen Waldbereichen an der Finanzierung und einer Einigung über die Zuständigkeit.

Kreis Segeberg übernimmt Finanzierung

Es gehe nicht nur um das Aufstellen, erklärt Jacobs. Die Punkte müssen auch gewartet werden. An Grundstücksgrenzen würden die Besitzer wahrscheinlich diskutieren, auf wessen Grund der Pfahl nun steht, nennt Peter Seefeldt, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft in Segeberg, einen weiteren Hindernisgrund.

„Deshalb ist der Kreis als Träger des Rettungsdienstes bei der Finanzierung eingesprungen“, erklärt Landrat Jan Peter Schröder. Zusammen mit der Landwirtschaftskammer und der Forstbetriebsgemeinschaft wird das Projekt nun umgesetzt.

4000 Euro hat der Kreis investiert, keine große Summe. Der Kreis fungiert aber auch als Koordinierungsstelle. Es ist ein Pilotprojekt. Die Beteiligten hoffen, dass auch andere Kreise im Land dem Beispiel folgen und die Rettungspunkte auf den nicht-staatlichen Forst ausweiten.

Rettungspunkte per App finden

Bis Ende des Jahres sollen die neuen Rettungspunkte in Segeberg auch in speziellen Apps eingepflegt werden. „Hilfe im Wald“ heißt eines der Miniprogramme für Smartphones. Es ist von den Landesforsten.

Nach Start des Programms wird auf einer Karte der eigene Standort angezeigt – ebenso wie die nächsten Rettungspunkte mit ihrem jeweiligen Code. Im Ernstfall können diese Standorte den Rettungskräften helfen, den Unglücksort zu finden.

Ob solch ein Rettungspunkt im Notfall schon einmal geholfen hat, das wissen die Beteiligten nicht. Unfälle aber etwa bei der Forstarbeit sind kein unrealistisches Szenario. „Wenn damit nur ein einziges Leben gerettet wird, waren die 4000 Euro eine lohnende Investition“, findet Landrat Schröder.

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