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Segeberg Ausschuss teilt Jeskes Bedenken nicht
Lokales Segeberg Ausschuss teilt Jeskes Bedenken nicht
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17:31 26.02.2019
Von Einar Behn
Lidl und Edeka an der Hamburger Straße dürfen ihre Märkte vergrößern. Der Planungsausschuss genehmigte einstimmig die erforderliche Bebauungsplan-Änderung. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

Die Verkaufsflächenvergrößerung ist nur durch eine Bebauungsplan-Änderung möglich. Im Anhörungsverfahren dazu hatte das Landesplanungsamt wiederholt Bedenken angemeldet. Die Vergrößerung der Verkaufsflächen gehe zu Lasten von Rewe im Landweg, ein Kundenmagnet, von dem das ganze Stadtzentrum profitiere. Die Landesplanung sprach allerdings nur eine Empfehlung aus, die rechtlich für die Stadt nicht binden ist. 

Stadtplaner empfiehlt Zustimmung

Im Planungsausschuss erklärte der von der Stadt beauftragte Stadtplaner Martin Stepany (Itzehoe) dagegen: „Mit gutem Gewissen können wir Ihnen den Satzungsbeschluss vorschlagen.“ Aber Bürgermeisterin Jeske widersprach: „In einem Gutachten von 2011 wurde bereits eine Überversorgung Bad Bramstedts mit Lebensmittelmärkten festgestellt.“ In die Analyse sei das inzwischen eingetretene Bevölkerungswachstum schon mit eingerechnet worden. „Wir fördern den Kannibalismus“, so Jeske. Jede Vergrößerung der Verkaufsfläche gehe zu Lasten bestehender Läden. „Wir haben mit Rewe und Rossmann in der Innenstadt echte Pfunde“, die dürften auf keinen Fall gefährdet werden. „Wir alle wollen keine tote Innenstadt.“ 

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Damit weckte sie durchaus Sympathien in der Kommunalpolitik. „Ich kann das unterstützen“, sagte SPD-Stadtverordneter Arnold Helmcke, „aber wir haben die Weichen ja schon gestellt.“ Für Jürgen Friedrichs (CDU) kam in der Diskussion der Famila-Markt zu kurz, der geografisch zwischen Rewe im Norden und Lidl sowie Edeka im Süden liegt. Auch der werde durch immer größere Verkaufsflächen gefährdet. Doch letztlich sahen die Ausschussmitglieder wohl keine Möglichkeit mehr, die Notbremse zu ziehen. „Der Zug ist abgefahren“, so Ausschussvorsitzender Fritz Bredfeldt (Grüne).

Jeskes Vorgänger hatte keine Bedenken

Das B-Plan-Änderungsverfahren war vor einem knappen Jahr in Gang gesetzt worden. Der Ausschuss, und auch Jeskes Amtsvorgänger Hans-Jürgen Kütbach, hatten damals keine Bedenken gegen die Geschäftserweiterungen. Ein Gutachter hatte bescheinigt, dass von den größeren Läden keine Gefahr für die Innenstadt ausgehe – der Auftraggeber war Lidl

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