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Segeberg Feuerwehr will neutral bleiben
Lokales Segeberg Feuerwehr will neutral bleiben
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18:08 02.12.2019
Von Sylvana Lublow
Sülfeld wehrt sich gegen Neonazis im Dorf. Ein Appell soll als Zeichen der Solidarität gesehen werden.  Quelle: Christian Detlof
Sülfeld

Vor gut sechs Wochen wurde der Appell formuliert: „Wir treten dafür ein, dass in Sülfeld weiter ein offenes, tolerantes und angstfreies Gemeindeleben gewährleistet ist. Wir stellen uns gemeinsam gegen Gewalt und Einschüchterung. Wir achten aufeinander und bilden so eine Grundlage für ein wirksames Einschreiten der Behörden.“ Binnen weniger Stunden nach Aussenden dieses Schreibens hätten fast alle darauf positiv reagiert, sagt Sülfelds Bürgermeister Karl-Heinz Wegner. Ausschlaggebend für diesen Appell waren die Übergriffe dreier im Dorf lebender Neonazis, die einige Wochen lang für Angst und Schrecken in Sülfeld sorgten, mittlerweile aber nicht mehr im Ort wohnen sollen. 

"Wir werden uns nicht beteiligen"

Sülfelds Feuerwehr besteht aus drei Ortswehren: Borstel, Tönningstedt und Sülfeld. Es sei der Sülfelder Ortswehrführer John-David von Elm gewesen, der zurückschrieb: „Wir werden uns nicht beteiligen“. So  erzählt es Frieder Schwarz. Er ist Mitglied der „Besorgten Bürger“ und ehemaliger SPD-Gemeindevertreter. Schwarz formulierte den Appell und versandte ihn per Mail im Auftrag der Gemeindevertretung. 

Aber warum will die Feuerwehr nicht unterschreiben? Von Elms Erklärung habe gelautet, dass die Feuerwehr unparteiisch, also politisch neutral sein müsse, schildert Schwarz. Das stehe so im Brandschutzgesetz. „Das empfinde ich nicht so. Es geht hier doch nur um Solidarität – eigentlich eine Selbstverständlichkeit.“ 

Mittwochabend wird weiter diskutiert

So sieht es auch der Sülfelder Bürgermeister: „Ich denke schon, dass sich die Feuerwehr gegen Radikalismus aussprechen darf. Das ist nicht politisch“, findet Wegner. Er selbst habe darüber schon mit der Wehrführung diskutiert, ohne mit ihr auf einen Nenner zu kommen. Morgen Abend solle es eine weitere Besprechung zu dem Thema geben. „Ich kann das als Bürgermeister natürlich nicht einfordern. Das muss aus freien Stücken passieren.“ Über die Möglichkeiten hierfür solle am Mittwochabend diskutiert werden.

Doch laut Frieder Schwarz und Karl-Heinz Wegner seien nicht alle Feuerwehrleute einer Meinung. „Die Tönningstedter Ortswehr hatte den Appell gleich unterschrieben, ihn dann aber wieder zurückgenommen“, bedauert Schwarz. Man sei von Gemeindewehrführer Karsten Gloede zurückgepfiffen worden.

Feuerwehr soll nicht Zielscheibe werden

Auf SZ-Anfrage bestätigte auch Gloede: „Wir müssen politisch neutral bleiben.“ Auf die Frage, ob der Appell denn überhaupt politisch sei, erklärte Gloede, dass er sich nicht weiter dazu äußern wolle. Gesprächiger war hingegen John-David von Elm. Auch er beharrte auf der politischen Neutralität der Feuerwehr. „Außerdem möchte ich meine Kameraden nicht unnötig zur Zielscheibe machen, und ich möchte auch die Jugendwehr schützen.“ Der Landesfeuerwehrverband unterstütze bereits eine Kampagne gegen Rechts. „Das reicht doch.“

Den Sülfeldern reicht das allerdings nicht. Bürgermeister Wegner: „15 Vereine und Organisationen haben unterschrieben, alle Fraktionen waren sich einig, nur die Feuerwehr will nicht.“ Das sorge bei ihm für Unverständnis. Von Elm habe ihn sogar gebeten, diese Entscheidung nach außen positiv zu vertreten. „Aber da waren wir beide nicht einer Meinung.“ Der Bürgermeister hofft, dass das Gespräch am Mittwochabend positiv ausgeht. 

Frieder Schwarz wünscht sich, dass dieses Thema unter allen Kameraden breiter diskutiert wird. „Meiner Meinung nach hat das nur ein kleiner Teil so entschieden. Viele Diskussionen wird es da nicht gegeben haben.“

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