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Segeberg Pro-Kaki stellt Sanierung infrage
Lokales Segeberg Pro-Kaki stellt Sanierung infrage
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09:56 28.06.2019
Von Sylvana Lublow
Fetihspor-Vorsitzender Faruk Gökdumus betont, dass der Rasenplatz für alle Fußballmannschaften in Kaltenkirchen wichtig ist.  Quelle: Sylvana Lublow
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Kaltenkirchen

Mit diesem Einwurf überraschte Pro-Kaki-Stadtvertreter Frank Günter auf der jüngsten Stadtvertretersitzung. Dabei hatte erst vor gut zwei Wochen der Jugend-, Sport- und Bildungsausschuss der Verwaltung grünes Licht für ein Lärmgutachten gegeben. Der Verein hatte nämlich durch die Stadt anfragen lassen, ob statt der geplanten Sanierung auch eine Verlegung des Platzes näher ans Vereinsheim möglich wäre. Der Ausschuss hatte nichts dagegen.

Laut Bürgermeister Hanno Krause ist die Sanierung der Sportstätten von Fetihspor Bestandteil des Sportstättenentwicklungskonzeptes der Stadt, das im September 2017 beschlossen wurde. Doch Frank Günter sieht das etwas anders: „Die Umsetzung der Maßnahme wurde nicht beschlossen sondern unter Finanzierungsvorbehalt gestellt.“ Das allein deute schon auf eine fehlende Notwendigkeit hin. Somit müsse auch kein Lärmgutachten in Auftrag gegeben werden. Das wären „verschwendete Steuergelder“, so Günter

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Maßnahmen sind beschlossen und sind finanzierbar

Krause reagierte darauf mit Unverständnis: „Diese Maßnahmen sind im Sportentwicklungskonzept beschlossen worden und in den Haushalt eingegangen. Sie sind finanzierbar.“ Außerdem setze die Stadtverwaltung nur das um, worum sie gebeten werde. Krause: „Wenn Sie das nicht mehr wollen, müssen Sie einen Antrag stellen.“ Dieser Antrag ist bereits formuliert und geht im kommenden September in den Sportausschuss. 

Aus Protokollen diverser Sitzungen, geht hervor, dass die Stadt im Recht ist. In der Haushaltsvorberatung vom 19. November 2018 und der Entscheidung vom 18. Dezember 2018 stimmte der Sportausschuss einstimmig den Maßnahmen im Sportentwicklungskonzept für 2019 zu. Darin enthalten sind die Sanierung des Kunstrasenplatzes, eine Fahrradparkanlage und ein Parkplatz an der Multifunktionshalle, der Rückbau der Tennisplätze sowie die Sanierung oder Verlagerung des Flutlichtrasenplatzes. Für diese Maßnahmen stehen 1,2 Millionen Euro im Haushalt 2019. Noch einmal 310 000 Euro sind für den Haushalt 2020 eingeplant. Die Stadtvertretung stimmte mehrheitlich für den Haushalt. „Alle haben dem Bedarf zugestimmt und dieser Platz wird laut der Berechnungen benötigt“, so Krause

Wählergemeinschaft will die Schulden der Stadt nicht aus den Augen lassen

Pro-Kaki jedoch pocht auf einen Passus aus der Sitzung der Stadtvertretung vom 26. September 2017, in der protokollarisch festgehalten wurde, dass die empfohlenen und vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen 2019 unter Finanzierungsvorbehalt zu berücksichtigen sind. „Für mich klingt das nach Sperrvermerk, ich kann mich aber täuschen“, sagt Frank Günter. Fakt sei für ihn: „Wir dürfen die 37 Millionen Euro an Schulden, die die Stadt hat, nicht aus den Augen verlieren. Kaltenkirchen ist bereits gut bestückt mit Sportplätzen. Außerdem haben sich der FSC und Fetihspor gerade zusammengeschlossen. Es reicht, wenn wir einen Fußballverein unterstützen“, so Günter weiter. 

Krause klärt auf: „Alles, was an Wünschen in den Haushalt fließen soll, wird unter Vorbehalt empfohlen. Dieser ist jedoch aufgelöste in dem Moment, wo der Haushalt beschlossen wird.“ Und das wurde er, auch von Pro-Kaki. 

Faruk Gökdumus: Rasenplatz ist wichtig für den Fußball

Tatsächlich haben die Fußballsparte des FSC und Fetihspor eine Fußball-Spielgemeinschaft (FSG) gegründet. Das ist kein neuer Verein. „Wir wollen dadurch stärker sein und uns die Sportanlagen teilen“, sagt Fetihspor-Vorsitzender Faruk Gökdumus, der betont: „Dieser Rasenplatz ist nicht für Fetihspor sondern für den Fußball in Kaltenkirchen insgesamt wichtig.“ Laut Gökdumus habe der reine Fußballverein Fetihspor mittlerweile 180 Mitglieder. 17 Fußballmannschaften gehören jetzt zu der Gemeinschaft, unter deren Dach im Männerbereich bis zur Verbandsliga, der dritthöchsten Spielklasse im Land, gespielt werde. Bei den Frauen bringt der FSC sogar das Spielrecht für die eine Klasse höhere Landesliga mit und ist auch im Mädchenfußball eine Größe. „Und alle wollen regelmäßig zwei Mal in der Woche trainieren.“ Die zwei Plätze (ein Rasenplatz, ein Kunstrasenplatz) des FSC auf der Johannes-Kelmes-Sportanlage würden nicht ausreichen. „Wir brauchen den Flutlichtrasenplatz an der Schirnau für Training und Spielbetrieb“, sagt Gökdumus: „Vor allem im Winter, wenn die Mannschaften ab 19 Uhr trainieren, ist so ein Platz sehr wichtig für den Fußball.“

Mehr zu den Vereinen

Zwei Vereine in direkter Nachbarschaft

FSC Kaltenkirchen

  • Gründung: 1988
  • Mitglieder: 603 (373 unter 18 Jahre)
  • Vorsitzender: Jörg Scheffler
  • Sportangebot: Fußball, Badminton, Tischtennis, Darts, Fitness (Workout, Pilates, Yoga u.a.), Taekwondo, Turnen (Eltern-Kind-, Kinderturnen u.a.), Mitternachtssport als Integrations- und Gewaltpräventionsprojekt.
  • Adresse: Schirnauallee 2
  • Internet: www.fsc-kaltenkirchen.de

Fetihspor Kaltenkirchen

  • Gründung: 1999
  • Mitglieder: 122 (53 unter 18 Jahre)
  • Vorsitzender: Faruk Gökdurmus
  • Sportangebot: Fußball
  • Adresse: Schirnauallee 5
  • Internet: www.fetihspor.de

Die Angaben zu den Mitgliederzahlen beruhen auf der Bestandserhebung des Kreissportverbandes zum 1. Januar 2019.

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