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Segeberg Prozess wegen Menschenhandel: Hauptzeugin aus Sofia kam nicht
Lokales Segeberg Prozess wegen Menschenhandel: Hauptzeugin aus Sofia kam nicht
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17:02 22.01.2009
Neumünster/Bad Bramstedt

Die Anreise aus Sofia sei ihr wegen Schwierigkeiten „mit den Transportmitteln“ nicht möglich gewesen, sagte Rechtsanwältin Kirsten Luxenburg, die die junge Frau als Nebenklägerin vertritt. Die Verhandlung wurde auf den 19.Februar vertagt. Doch allein schon die Verlesung der Anklageschrift warf ein Schlaglicht auf die Bordellszene vor allem in Bad Bramstedt. Angeklagt wegen „Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung“ sind ein 38-jähriger Mazedonier, der in Hamburg lebt, und eine 37-jährige Bulgarin, die aus ihrer Heimat angereist war. Sie sollen der jungen Frau, die in Finanznot steckte, 2006 bei der Reise nach Hamburg geholfen haben. Die Mutter eines dreijährigen Sohnes wollte hier arbeiten. Tatsächlich wurde sie, das zumindest ist das Ermittlungsergebnis der Ankläger, zur Prostitution gezwungen. Die Bulgarin wurde nach Hamburg in die damals gemeinsame Wohnung der beiden Angeklagten verbracht. Dann ging es nach Bad Bramstedt, wo sie im „Weißen Haus“ eingesperrt und Freiern angeboten wurde. Das „Weiße Haus“ befand sich damals noch in der Hamburger Straße. Mittlerweile ist das Gebäude saniert worden, ein neuer Wirt betreibt dort ein Restaurant. „Das Weiße Haus“ wurde kurz nach den Vorfällen um die Bulgarin geschlossen, in der ehemaligen Diskothek am Bahnhof aber wieder eröffnet. Der Konzessionsnehmer ist allerdings ein anderer. An der Fassade steht nun: „Sie kommen als Gast und gehen als Freund“.

Für die junge Bulgarin galt das wohl kaum. Sie hatte nach den Worten des Staatsanwalts keinerlei soziale Kontakte in Deutschland und durfte in der Anfangszeit nicht einmal zum Einkaufen gehen. Ihren Verdienst hätten die Angeklagten einbehalten, die Frau sollte die angeblichen Auslagen von 2700 Euro abarbeiten. Erst später sei ihr dann zugestanden worden, einmal in der der Woche 15 Minuten Lebensmittel in Bad Bramstedt einzukaufen, immer bewacht von einem Mann. Sie sei außerdem eingeschüchtert worden mit der Drohung, ihrem Kind stoße etwas zu, wenn sie zur Polizei gehe. In Fehrenbötel schließlich sollte die Frau spärlich bekleidet an einer Stange tanzen, was sie aber verweigerte. Daraufhin habe die Angeklagte sie geohrfeigt und ihr zwei Tage nichts zu essen gebracht. Wieder zurück in Bad Bramstedt gelang der Bulgarin nach drei Monaten Zwangsprostitution schließlich die Flucht.

Die beiden Angeklagten wollten sich im Gerichtssaal nicht zu den Vorwürfen äußern. Die 37-jährige Emiliya P. erklärte mithilfe einer Dolmetscherin, sie wohne heute in Sofia als Mutter und Großmutter. Der Angeklagte Mazedonier Redzep A. gab an, in Hamburg von Hartz IV zu leben. Sein Verteidiger sprach sich dafür aus, die Verhandlung zu vertagen. „Die Vorwürfe sind doch so gravierend, dass sowohl die Angeklagten als auch das Opfer ein Recht darauf haben, dass sie aufgeklärt werden“. Der Richter hatte zuvor angeboten, die Verhandlung anhand des Vernehmungsprotokolls zu führen, ließ aber durchblicken, dass sie dann wohl kaum mit Freisprüchen geendet hätte. Neuer Termin: 19.Februar. Wahrscheinlich wird es noch zusätzliche Verhandlungstermine geben, weil noch weitere Zeugen gehört werden sollen.

Das Verfahren weckt Erinnerungen an Vorfälle im damaligen „Club del Mar“ im Butendoor. In den 90er Jahre hatte es hier eine Razzia gegeben, mehrere Frauen aus Osteuropa wurden ohne Aufenthaltserlaubnis angetroffen. Der Club wurde vom Ordnungsamt geschlossen, allerdings kurze Zeit später wieder eröffnet, unter neuem Namen (Honolulu) und neuem Betreiber. Vor neun Jahren sorgte die Szene dann erneut für Schlagzeilen, als eine Gruppe von Albanern das Honolulu verwüstete. Sie wurden kurze Zeit später im „Joy“ festgenommen, so hieß damals das „Weiße Haus“ in der Hamburger Straße.

Zweitweilig gab es drei Bordellbetriebe in der 13500-Einwohnerstadt. Nach Angaben des Bürgeramtsleiters im Rathaus, Klaus Krüger, erhalten solche Betriebe nach dem Gaststätten- und Gewerberecht Konzessionen. Die Prostitution alleine sei kein Straftatbestand, sodass die Stadt solche Etablissements auch nicht schließen könne. „Das geht nur, wenn der Konzessionsinhaber nicht zuverlässig ist und gegen geltendes Recht verstößt, wie damals beim Club Del Mar'.“

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