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Segeberg Anti-Drogen-Zug rollt in Segeberg ein
Lokales Segeberg Anti-Drogen-Zug rollt in Segeberg ein
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13:44 30.01.2020
Von Nadine Materne
Im Mai kommt der Anti-Drogen-Zug Revolution Train aus Tschechien in den Kreis Segeberg. 4500 Schüler werden den Zug an den drei Stationen in Bad Segeberg, Bad Bramstedt und Norderstedt besuchen. Quelle: petr peLucha photography
Kreis Segeberg

Seit knapp einem Jahr sammelt die Segeberger Kreisverkehrswacht Spenden, um das spektakuläre Drogen-Präventionsprojekt aus Tschechien nach Segeberg zu bringen.

"Der Zug kommt", verkündeten Kreisverkehrswachtsvorsitzender Jörg Rüdiger Friedhoff-Schüller und sein Stellvertreter Harald Poppe nun bei einem Spendentermin in Bad Segeberg. Die Finanzierung steht. 80000 Euro hätten der Kreis und die größeren Städte aufgebracht, um das durchaus auch umstrittene Drogenpräventionsprojekt mitzufinanzieren.

Ursprünglich sollte der Zug jeweils eine Woche in Bad Segeberg, Bad Bramstedt und Norderstedt halten. „Das hätte die unglaubliche Summe von 150.000 Euro gekostet“, erinnert Friedhoff-Schüller. Durch die Veränderung der Stehzeiten kostet der Zug nun noch etwa 110.000 Euro.

Mitten drin in der Drogenkarriere

Durch weitere Spenden von Privatleuten und Unternehmen sowie die Planung mit einem Schüleranteil von jeweils drei Euro steht die Finanzierung. „Ziel ist es aber, den Zug kostenlos anzubieten“, betonte Friedhoff-Schüller. Er, Poppe und vor allem Jürgen Schlichting, Initiator und Projektleiter des Vorhabens, haben getrommelt und werden weiterhin Spenden sammeln, bis der Zug auf dem Bahnhof einrollt. 1000 Euro steuerte jüngst der Verein Mebo hilft zum Projekt bei.

Die Besucher des Anti-Drogen-Zugs aus Prag durchlaufen sechs Waggons in denen sie Teil einer Geschichte über Jugendliche mit verschiedenen Drogenkarrieren durchlaufen. Sie erleben dabei anschauliche Szenarien, stehen mitten in einem Drogennest, landen in einem Verhörzimmer bei der Polizei, auch die Folgen eines Verkehrsunfalls unter Drogeneinfluss wird veranschaulicht.

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In der Gestaltung der Waggons werden auch die schädlichen Veränderungen von Drogen im Körper dargestellt, dazu kommen Filmvorführungen.

Anti-Drogen-Zug setzt nicht nur auf Schockeffekte

Kritikern, die dem Revolution Train vorwerfen, er verwende veraltete Pädagogik und setze lediglich auf Schockbilder, die keinen Präventionseffekt haben, widersprechen Poppe und Friedhoff-Schüller. Poppe, lange bei der Polizei in der Präventionsarbeit tätig gewesen, schildert, dass das Szenario im Zug auch einen Ausweg zeigt, dass eine Drogenkarriere nicht tödlich enden muss. „Wir hoffen, dass die Jugendlichen zu der Selbsterkenntnis gelangen, dass sie eine Wahl haben.“

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Es gehe auch darum, zu vermitteln wo es Hilfe gibt, um von Drogen wegzukommen. Und es sei erwiesen, dass Schüler deutlich mehr Informationen aufnehmen, wenn sie etwas erleben – statt es nur zu hören oder zu sehen.

„Genau das hat uns auch überzeugt“, sagt Steffi Wulf, Vorsitzende des Vereins Mebo hilft. Als Jürgen Schlichting beim Verein nach einer Spende gefragt habe, sei für sie die Unterstützung keine Frage gewesen. „Wir sind selbst ganz neugierig auf den Zug.“

Den Stimmen der Kritiker steht großer Zuspruch bei den Schulen entgegen. 26 weiterführende Schulen im Kreis beteiligten sich an dem Projekt. In und um Bad Segeberg herum etwa würde sich lediglich eine Gemeinschaftsschule nicht beteiligen, sagt Poppe.

Erste Drogenerfahrungen bereits mit 12 Jahren

Da von Seiten der Schulsozialarbeiter in Vorgesprächen zu hören war, dass einige Schüler sogar schon mit zwölf Jahren erste Drogenerfahrungen machten, wird den Schulen überlassen, mit welchen Klassen und Jahrgängen sie den Revolution Train besuchen wollen. 4500 Schüler sollen den Zug durchlaufen.

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„Wir schieben die Schüler auch nicht einfach durch den Zug“, betont Poppe. Mit den Jugendlichen wird es sowohl eine Vor- wie eine Nachbereitung geben. So wurde es mit den Schulen besprochen.

Lotsen werden in Prag ausgebildet

Für die gut einstündige Führung durch den Zug werden extra Lotsen ausgebildet. Ehemalige Polizeibeamte, Schulsozialarbeiter und weitere Freiwillige habe man dafür gewinnen können, so Poppe. 15 an der Zahl, sie werden im März oder April in Prag eine dreitägige Schulung durchlaufen, um dann auf die Fragen vorbereitet zu sein, die die Schüler ihnen stellen werden zum Thema.

Doch nicht nur Schülern soll es möglich sein, den Revolution Train zu besichtigen. An den Sonnabenden steht dieses Angebot weiteren Interessierten zur Verfügung, kündigt Poppe an. Zum Beispiel in Bad Segeberg stehe der Zug an einem Sonnabend auf einem alten Verladegleis neben dem Que-Danceclub an der Rosenstraße. Ob dann ein Eintrittsgeld nötig wird, hänge vom weiteren Spendenaufkommen ab.

Haltestellen des Anti-Drogen-Zugs

Hier hält der Revolution Train im Kreis Segeberg: Norderstedt: 4. bis 10. Mai mit größerer Auftaktveranstaltung; Bad Segeberg: 12. bis 16. Mai; Bad Bramstedt: 18. Mai.

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