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Segeberg OSZE-Profi will Bürgermeisterin werden
Lokales Segeberg OSZE-Profi will Bürgermeisterin werden
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13:18 18.10.2019
Von Nicole Scholmann
Ulrike Schmidt (Mitte) wurde von SPD-Ortsvorsitzende Martina Kunzendorf und Fraktionschef Horst Ostwald am Freitag als Bürgermeisterkandidatin vorgestellt. Quelle: Nicole Scholmann
Henstedt-Ulzburg

Sie weiß was sie will und hat ihr Ziel vor Augen: Ulrike Schmidt, geboren und aufgewachsen in Preetz und derzeit in Eutin wohnend, will neue Bürgermeisterin von Henstedt-Ulzburg werden. Am Freitagmittag stellten SPD-Ortsvorsitzende Martina Kunzendorf und der SPD-Fraktionschef Horst Ostwald die 46-jährige Kandidatin vor. Schmidt ist kein SPD-Mitglied, aber in einem sozialdemokratischen Haushalt aufgewachsen, wie sie betont.

SPD-Mitglieder in Henstedt-Ulzburg entscheiden am Mittwoch

Am kommenden Mittwoch, 23. Oktober, werden die gut 90 SPD-Mitglieder der Großgemeinde Henstedt-Ulzburg darüber entscheiden, ob Ulrike Schmidt mit der Unterstützung der Sozialdemokraten zur Bürgermeisterwahl antreten darf. Die Besonderheit: Die Mitgliederversammlung ist öffentlich, sodass auch Nicht-SPDler eingeladen sind, sich ein erstes Bild der Kandidatin zu machen.

Horst Ostwald, SPD-Urgestein, Fraktionsvorsitzender und Teil der Findungskommission rund um die Bürgermeisterwahl, freut sich, dass "wir eine kompetente Kandidatin gefunden haben". Die SPD Henstedt-Ulzburg hatte vor Wochen öffentlich Kandidaten gesucht, acht Bewerbungen trudelten beim Ortsverein ein. Allerdings sei darunter kein geeigneter Bewerber gewesen, wie Ostwald mitteilte. Dann sei man an die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Schleswig-Holstein (SGK) herangetreten - und auf diesem Weg auf Ulrike Schmidt gestoßen.

Viele Stationen im Ausland

"Für mich ist es die erste Bewerbung für ein Bürgermeisteramt", erklärte Ulrike Schmidt. Ihr Lebenslauf liest sich spannend: Nach dem Abitur in Preetz ging es unter anderem fürs Studium und Job nach Irland, Kiel, Paris, Trier, Bradford und schließlich zur Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Seit zehn Jahren ist Ulrike Schmidt für die OSZE tätig und leitete unter anderem das Regionalbüro Tetovo in Nordmazedonien, begleitete kommunale Verwaltungen im ehemaligen Jugoslawien und leistete dort nach eigenen Angaben Aufbauarbeit. 

Zurück in die alte Heimat

Das vielfältige Amt einer Bürgermeristerin interessiere sie seit vielen Jahren. Deshalb soll es nun nach den Jahren im Ausland wieder zurück Richtung Schleswig-Holstein gehen, erklärte Schmidt. Ich weiß, dass es keine einfache Aufgabe ist, aber ich bringe die nötigen Fähigkeiten mit", sagt Ulrike Schmidt selbstsicher. Der Umgang mit Menschen liege ihr, sie könne sich schnell in komplexe Sachverhalte einarbeiten, arbeite lösungsorientiert und habe auch diplomatisches Geschick - allerdings wisse sie auch, was sie wolle. "Ich bin ein Teamplayer, aber kann schwierige Entscheidungen, die vielleicht unbequem sind, auch alleine umsetzen."

Bei Vereinen und Bürgern vorstellen

Sobald Ulrike Schmidt das Votum der SPD-Mitglieder hat, will sie sich in den Wahlkampf "stürzen". Vor allem Bürgernähe möchte sie praktizieren, sich bei Vereinen, Verbänden, Ehrenamtlichen und der Politik vorstellen. Dafür will sie auch Sitzungen der gemeindlichen Gremien besuchen. Henstedt-Ulzburg habe sie positiv beeindruckt, vor allem die ländlichen Strukturen würden sie an ihre Kindheit erinnern. Von den mitunter auch etwas turbulenten Diskussionen in der Politik habe sie gehört, aber zugute komme ihr da möglicherweise ein Studium in "Konfliktlösung", wie sie schmunzelnd sagt.

Sport und Kunst als Hobbys

Ulrike Schmidt lebt in einer Fernbeziehung mit einem Nordmazedonier zusammen und hat keine Kinder. Hobbys sind Sport, Kunst und  Fotografie.

Die Bürgermeisterwahl findet am 1. März statt. Amtsinhaber Stefan Bauer (parteilos) wird wieder antreten.

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