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Segeberg Kuhler Kompost-Komfort
Lokales Segeberg Kuhler Kompost-Komfort
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19:24 09.07.2019
Von Gunnar Müller
Neustart nach Brand: Bei Heino und Sabrina Dwinger stehen die Kühe künftig in Kompostställen. Quelle: Gunnar Müller
Schmalfeld

Noch im vergangenen Jahr standen Heino und Sabrina Dwinger nach einem vollständigen Ausbrand ihres Hofes – seit mehr als einem Jahrhundert in Familienbesitz – vor der Frage: Aufgeben oder Aufrichten?

Kompostställe vor allem im Süden

Nach kurzer Bedenkzeit entschieden sie sich für Letzteres. Noch unkonventioneller, noch tierfreundlicher sollte der Hof wieder aufgebaut werden. „Ich habe dann einen Bericht gesehen über Kompostställe“, sagt Sabrina Dwinger. Vor allem in Süddeutschland und Österreich finde die Methode Anklang. „Soweit wir wissen, ist das der erste Hof mit einem Kompoststall in Schleswig-Holstein.“

Zwei Kompostställe für 35 Kühe

Rund 500 Quadratmeter groß sind jeweils die beiden neuen Kompostställe auf dem Hof, dazwischen – früher Teil des abgebrannten Stalles – liegen weitere 400 Quadratmeter für die rund drei Dutzend Kühe der Dwingers. Nicht weit davon befindet sich auch die Weidefläche, bewacht von einem beeindruckend riesig-muskulösen Stier. Unter den Ställen befindet sich eine Art Wanne und in diesen wurde eine rund 40 Zentimeter dicke Hackschnitzelschicht gefüllt. „Die stammen alle von Häckseln unserer Knicks“, sagt Landwirt Heino Dwinger. Kot und Urin werden täglich von den Dwingers untergeharkt. Und obwohl die Kühe die Ställe seit Wochen benutzen, riecht es nicht nach beißendem Ammoniak. Alle zwei bis drei Jahre werden die Hackschnitzel ausgetauscht, die alte Kompostmasse als Dünger auf die Felder gebracht.

Der Mulch federt das schwere Gewicht der Tiere und spendet zudem, durch den Kompostierprozess, Wärme von unten. „Ich denke, dass der eine Stall eher zum Liegen der Kühe sein wird, während sie beim anderen eher warten, bis sie beim Melkroboter an der Reihe sind“, sagt Heino Dwinger.

Nische: Biologische Landwirtschaft

Wie eine Oase, ganz versteckt zwischen Wäldern, Feldern und Knicks, liegt nahe Schmalfeld der ehemals elterliche Betrieb. Heino Dwinger wuchs in der konventionellen Landwirtschaft auf, versteht deren Mechanismen. Und wollte es doch irgendwann ganz anders lösen – ohne andere zu beurteilen. „Die Sichtweise von höher, schneller, weiter, war für mich nichts.“ Die Nische fand er in der biologischen Landwirtschaft. Überschaubare Größen, gutes Gefühl.

Kompoststall

Kuhkomfort für die Milchviehhaltung: In vielen Ländern stellen Kompostställe keine Besonderheit mehr dar. Diese tierfreundlichen Ställe bieten Komfort mit einer freien Liegefläche aus Hackschnitzel, Sägespänen oder ähnlichen Materialien. Eine Kuh produziert täglich etwa 65 Kilogramm Kot und Urin, eine Kompostmasse muss dementsprechend in der Lage sein, viel davon umzusetzen. In rund 30 Zentimeter Tiefe entwickeln sich konstant Temperaturen von etwa 42 Grad. Untersuchungen zufolge komme es zu verbesserter Klauengesundheit der Tiere und zu einem niedrigeren Tierverschmutzungsgrad. In den Baukosten nehmen sich die unterschiedlichen Stallformen wenig, da Kompostställe eine größere Grundfläche aufweisen. 

Verantwortung für die Kuh

„Ich genieße es, jede Kuh zu kennen“, sagt Sabrina Dwinger. Jede der 35 Kühe bekomme einen Namen und die – wie die 20-jährige Kuh-Oma „Erbse“ – hören auf Sabrina, wenn sie sie auf der Weide ruft. „Unser Ziel ist schon, dass die Kühe hier älter werden können.“ In dem Moment, wo ein Tier auf dem Hof geboren werde, trage man Verantwortung dafür. Und bis zum Schluss sollen die Kühe dort ein bestmögliches Leben führen dürfen, erklärt die 38-Jährige.

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