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Segeberg Das Hallenbad heißt nun: Hallenbad
Lokales Segeberg Das Hallenbad heißt nun: Hallenbad
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20:45 02.01.2015
Von Michael Stamp
Badleiterin Bianca Lobsien enthüllte sie das Schild über dem Eingang des Hallenbades mit Bürgervorsteherin Ingrid Altner und Bürgermeister Dieter Schönfeld. Quelle: stm
Bad Segeberg

Weil die Finanzbehörden das Verrechnen von Verlusten aus dem Schwimmbad mit Gewinnen der Karl-May-Spiele für steuerlich nicht in Ordnung halten, wurde die Holding weitgehend aufgelöst. Bad Segeberg hat sich aus dem Firmenkonstrukt zurückgezogen, Wahlstedt ist an Bord geblieben und nennt die frühere MZH jetzt „Stadtwerke“.

 Im Rathaus der Kalkbergstadt ist das Hallenbad nun im zentralen Gebäudemanagement eingegliedert. Daher war gestern auch Stadtplanerin Ute Heldt dabei, als Bürgervorsteherin Ingrid Altner, Bürgermeister Dieter Schönfeld und die neue Badleiterin Bianca Lobsien das frische Logo enthüllten. Entworfen wurde es von der Firma Kalkberg-Konsorten. Grundgedanke sei gewesen, dass die Bad Segeberger Schwimmhalle nun einmal kein Spaßbad mit allerlei Rutschen und Freizeiteinrichtungen sei - sondern ein klassisches Hallenbad, wie Gestalter Michael Witt erklärt. Aus diesem Grund habe man sich für den simplen Namen entschieden - mit dem Zusatz „aktiv – fit – gesund“. Der neue Slogan lautet „...schwimm Dich fit!“

 Geschlossen ist seit Anfang Januar der „Schwimbiss“ neben dem Eingang des Bades. Die Bad Segeberger Stadtvertretung hatte im Sommer entschieden, das defizitäre Gastronomie-Angebot (40000 Euro Verlust im Jahr) nicht länger aufrechtzuerhalten. Bis auf weiteres werden dort aber die Kinder der benachbarten Theodor-Storm-Schule ihr Mittagessen bekommen, bis für sie eine Mensa gebaut worden ist.

 Für die Badegäste soll es laut Bianca Lobsien künftig nur noch eingepackte Snacks geben – die Zeiten von Currywurst und Pommes Frites sind vorbei. Verkauft werden die Snacks an einem neuen Kassentresen, der im Laufe des Monats Januar fertiggestellt werden soll. Bislang konnten die Schwimmbad-Besucher ihre Karten nur an einem Automaten kaufen. Vormittags wird der Eingang auch künftig ohne Servicepersonal betrieben, aber ab etwa 13 Uhr soll es künftig eine persönliche Betreuung geben, verspricht Bianca Lobsien.

 Die junge Frau gilt als Eigengewächs des Schwimmbad-Teams. Unter den Augen des erfahrenen Wahlstedter Badleiters Herbert Pakulla hat ihre Ausbildung zur Meisterin für Bäderbetriebe gemacht - und die Prüfung mit Bravour bestanden. So ganz nebenbei hat Bianca Lobsien durch das Schwimmbad auch die Liebe ihres Lebens gefunden, denn sie traf am Arbeitsplatz ihren späteren Ehemann, der als Rettungskraft und Fitnesstrainer tätig ist.

 Der Zustand des Schwimmbades, das zwischen 1964 und 1967 errichtet wurde, ist laut Stadtplanerin Ute Heldt akzeptabel. „Es ist überwiegend in Ordnung, wenn auch nicht perfekt.“ Im Detail müsse sich die Stadt Bad Segeberg noch ein Bild von den Einrichtungen machen. „So ein Bad ist für uns auch noch mal eine neue Herausforderung.“

 Geplant ist, die alte Heizanlage in den kommenden Jahren durch ein modernes Blockheizkraftwerk zu ersetzen, in dem neben Wärme auch Strom produziert wird. Diese Investition, die mehrere hunderttausend Euro verschlingen dürfte, ist aber noch nicht in Auftrag gegeben worden. „Da fehlen uns noch Unterlagen von der MZH“, sagt Bürgermeister Schönfeld. Wie er betont, habe trotz aller finanzieller Engpässe der Stadt Bad Segeberg nie eine Schließung der Schwimmhalle zur Diskussion gestanden. „Das Hallenbad ist eine sehr wichtige infrastrukturelle Einrichtung und in der Region unentbehrlich - nicht nur für die Schulen!“

 Im Laufe der Jahrzehnte wurde oft in das Bad investiert, das einst für die heute bescheidene Summe von 1,7 Millionen Mark (rund 870000 Euro) erbaut wurde. Zuletzt wurden eine Notlichtanlage, LED-Lichter im Schwimmerbecken, neue Fliesen im Nichtschwimmerbecken, moderne Umkleidekabinen und eine neue Gasanlage eingebaut. Früher gab es auch einen drei Meter hohen Sprungturm. Er musste jedoch aus statischen Gründen abgerissen werden. Seither können die Schwimmer nur noch vom Ein-Meter-Brett hüpfen.

 Unverändert bleiben im Bad Segeberger Hallenbad die Eintrittspreise. Eine Tageskarte kostet für Erwachsene weiterhin 4 Euro und für Kinder 2 Euro. Montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr gibt es die Tickets (außer in den Ferien) auch ermäßigt für 3,60 beziehungsweise 1,80 Euro. In der letzten Stunde vor der Schließung werden „Last-Minute-Karten“ für einheitlich 2,70 Euro verkauft. Die Nutzung des Dampfbades ist im Preis enthalten.

 Auch an den Öffnungszeiten dreht die Stadt Bad Segeberg als neuer Betreiber nichts. Das Hallenbad kann montags, mittwochs, donnerstags und freitags jeweils von 9 bis 20 Uhr besucht werden, dienstags ist sogar von 9 bis 22 Uhr geöffnet.Ausschließlich Frauen haben mittwochs von 20 bis 21 Uhr Zutritt. An Sonnabenden und Sonntagen können sich Wasserratten von 9 bis 17 Uhr austoben. An Feiertagen ist das Bad geschlossen.