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Segeberg Das tolle Fest der tausend Stimmen
Lokales Segeberg Das tolle Fest der tausend Stimmen
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15:21 10.06.2019
Von Friederike Kramer
Auch Senioren-Roland-Chor aus Bad Bramstedt erfreute das Publikum bei "Segeberg singt". Die Gruppe trat vor dem WortOrt in der Oldesloer Straße auf. Quelle: Friederike Kramer
Bad Segeberg

Der Wind wehte nordisch-kühl am Sonnabend, aber davon ließen sich weder Teilnehmer noch Zuhörer abhalten. Der Spaß am Singen steckte an, brachte 200 Segeberger sogar mittags zum Mitsingen vor der VR-Bank beim lautstarken "Hoch auf dem gelben Wagen" und schuf eine fröhlich-klingende Atmosphäre in der Innenstadt.

Auch Sänger aus Mecklenburg-Vorpommern und Estland dabei

1000 Sängerinnen und Sänger aus dem Kreis Segeberg, einigen norddeutschen Städten, aus Bad Segebergs Partnerstadt Teterow in Mecklenburg-Vorpommern und dem Partnerkreis Pölva in Estland boten in 36 Chören und Ensembles an mehr als 24 Orten draußen in der Fußgängerzone, drinnen in den Sälen sowie in der Marienkirche und abends in den Lokalen ein mitreißendes Sängerfest. Mit einem Mix aus Jazz, Blues, Rock, Hip-Hop, traditionellen Volksliedern und Klassik war für jeden etwas dabei. Veranstaltet wurde das Fest von Initiator Detlef Dreessen und dem Segeberger Männerchor, unterstützt von der Stadt Bad Segeberg, Provinzial-Bezirkskommissarin Marlis Stagat, Segeberger Zeitung, Edeka Burmeister, der Unternehmervereinigung "Wir für Segeberg" und dem Verlag Detlef Dreessen.

Neue Ukulele-Gruppe machte den Anfang

Zur Eröffnung begrüßten Bürgervorsteherin Monika Saggau und Landrat Jan Peter Schröder die Gäste mit den Worten "Ohne diese Veranstaltung wäre Segeberg ärmer, denn wo man singt, da lass Dich ruhig nieder" und dankten Detlef Dreessen. Anschließend machten die erstmalig auftretenden "Südstadt-Ukulele-Kids", die erst seit vier Monaten zusammen musizieren, mit dem Kanon "Der Kuckuck und der Esel" den Anfang. Es folgten die ebenso zum ersten Mal in Bad Segeberg singenden Landfrauen aus Hartenholm ("Sing for fun") mit einem peppigen Song "Hefe", bevor der Männerchor eine sonore Kostprobe seines Könnens gab.

Überall in der Innenstadt wurde gesungen

An acht Stellen in der Innenstadt wurde vormittags im Halbstundentakt gesungen. Der Gemischte Chor aus Leezen unter Leitung von Heiko Rahf, der Lehrer-Eltern-Schüler-Chor des Städtischen Gymnasiums Bad Segeberg, Chöre aus Heidmühlen und Mönkloh sowie aus Bad Bramstedt der Senioren-Roland-Chor wechselten sich ab mit den Singgemeinschaften der Segeberger Theodor-Storm- und Heinrich-Rantzau-Schule.

Auch in den Schulen und im Rathaus erklang Musik

Vom gemischten Ensemble Querbeet aus Teterow hörte man auf dem Markt den schwungvoll gesungenen Wunsch "Wochenend und Sonnenschein". Der Hartenholmer Landfrauenchor unter Sopranistin Eva-Christine Lampe sorgte für viel Spaß in der Fußgängerzone und in der Aula der Dahlmannschule mit den lustigen Evergreens "Lollipopp", "Mein kleiner grüner Kaktus", "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n" und bewies eine fetzige Bühnenpräsenz. Die Sangesbrüder des Singzirkels Winsen (Luhe) von 1891 faszinierten mit schwungvollen Shanties. Auch der Männerchor Bad Segeberg erfreute mit dem Gorch-Fock-Lied. "Das hält uns jung", betonte der 80-jährige Dietrich Foth.

Bornhöveder Country-Songs auf dem Marktplatz

Cindy Sinnheiser und Walter Düsenberg vom groovigen Duo "Frühstücksbeat" aus Bornhöved brachten den Marktplatz im Rock’n Roll-Rhythmus zum Beben. Der singende Busfahrer aus Lübeck, der inzwischen ein singender Wegezweckverbands-Mitarbeiter ist, interpretierte völlig authentisch die Songs von Tony Christie und Tom Jones. Bei "Green, Green Grass of Home" klatschten und summten so etwa 50 Zuhörer begeistert mit. Auch von Maite Jens aus Schmalensee konnte das Publikum nicht genug zu hören bekommen. "Pink" ist ihre bevorzugte Pop-Sängerin, die sie grandios interpretierte. Natürlich warteten viele Zuhörer auf die mitreißenden fünf jungen Damen des Ensemble Blue’s aus Pölva in Estland, die gekonnt jazzig rasant einheizten.

Gedichte würzten das Programm

Nachmittags ging es in die Schulen, in die Sitzungssäle des Kreistags und Rathauses und in die Kulturremise. In letzterer faszinierte das Duo Blind Date aus Bad Segeberg. Doris Andresen und der blinde Wolfgang Holland sind ein Duo, das die Countrysongs von Johnny Cash und  Element of Crime unter die Haut gehen lässt. Ein ganz anderes Musikgenre erklang im Rathaus. Da überzeugte das siebenköpfige Zupfinstrumenten-Ensemble Plektrum der Volkshochschule Bad Segeberg mit klassischen Spielleuteliedern aus dem 17. Jahrhundert. Nach Gedichten, die die Banjo-, Gitarren- und Lautenklänge umrahmten, konnten sich die Zuhörer leicht einen urigen Marktplatz mit Pferdehufgetrappel und Marketendern vorstellen. Im Rathaus wartete noch als Überraschung das von den Teterower Sängern, dem Segeberger Moby Schick und Zuhörern gemeinsam interpretierte Lied "Singen macht Spaß".

Chöre wollen beim nächsten Mal wiederkommen

Die russisch-deutsche Sopranistin Viktoria Podszus versteht es, ihre Chöre harmonisch einzustimmen und machte in der Aula der Gemeinschaftsschule am Seminarweg gewaltigen Eindruck mit den von ihr geleiteten Gesangsgruppen "Jubilate" aus Bad Segeberg, den "Choryfeen" und "Do-Re-Mi" aus Klein Gladebrügge, dem Todesfelder Chor und als Höhepunkt dem neuen Projektchor. Bei dem Gassenhauer "Itsy Bitsy Teenie Weenie" brachte eine Sangesschwester mit auf einer Schürze abgebildeter Bikinifigur das Publikum zum Lachen. Sechs stimmkräftige Männer mit Zylindern und Hüten und dreizehn klangschön-harmonisierende Frauen rissen stimmlich mit einem schwungvollen Musical-Medley die Zuhörer von den Sitzen, ehe am Ende zusammen mit den inbrünstig schmetternden Jugendlichen und dem Publikum ein Suaheli-Song und das deutsche Lied "Alle Blumen wollen blühen" den Abschluss bildete. Die Sänger verabschiedeten sich mit den Worten: "Bis zum nächsten Mal!"

Rund tausend Sänger begeisterten die Zuhörer in der Kreisstadt bei "Segeberg singt". Wo immer man auch hinkam  - es wurde dort gesungen.
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