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12:02 18.01.2017
Von Michael Stamp
Mit 90 solcher Beton-Steine der Bad Segeberger Firma Willy Schoer wurde die Eröffnungsfeier des Hamburger Elbphilharmonie vor Terroranschlägen geschützt. Quelle: Christian Charisius, dpa
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Bad Segeberg

Angela Merkel konnte sich sicher fühlen. Joachim Gauck und Norbert Lammert auch. Und Thomas de Maizière erst recht. Hätte bei der Eröffnung der Elbphilharmonie nämlich jemand Bundeskanzlerin, Bundespräsident, Bundestagspräsident oder Bundesinnenminister an den Kragen gewollt – er hätte erst einmal an Schoers Betonklötzen vorbei gemusst. Die Bad Segeberger Firma lieferte die tonnenschweren Hindernisse, die einen motorisierten Angriff auf das 800 Millionen Euro teure Konzerthaus mit seinen wichtigen Gästen unmöglich machen sollten.

 Anno 1927 – also vor 90 Jahren – wurde die Firma Willy Schoer gegründet. Das Unternehmen (Motto: „Wer uns nicht fragt, baut zu teuer“) mit seinen rund hundert Mitarbeitern sitzt an der Esmarchstraße in Bad Segeberg und befasst sich unter anderem mit Beton und Betonpumpen, Kies und Sand, Erd- und Tiefbau sowie der Lieferung von Containern für Boden, Bauschutt und Hausmüll. Von der Kreisstadt aus sind zudem 30 Lkw-Zugmaschinen im internationalen Fernverkehr quer durch Europa unterwegs.

 Wenn die Firma Schoer oder einer ihrer Kunden auf Baustellen so genannte Schüttboxen für Sand, Kies, Splitte oder Mutterboden braucht, werden diese rund 2,50 Meter hohen Boxen aus selbst hergestellten Betonklötzen zusammengesetzt – quasi Lego für große Jungs. Und so heißen sie auch: „Betonblocksteine nach dem System Lego“.

 Die rund zwei Tonnen schweren Blöcke sind 60 Zentimeter hoch, 80 Zentimeter breit und 1,60 Meter lang. Auf ihrer Oberseite haben sie die markanten, für Lego typischen Noppen, die in entsprechende Vertiefungen an der Unterseite anderer Steine passen. Dadurch lassen sie sich problemlos stapeln, ohne dass sie zu verrutschen drohen. Früher hat Schoer sie schlicht als „Lego-Steine“ bezeichnet, aber das fand der dänische Spielzeughersteller nicht witzig. Seither gibt es die etwas umständliche Formulierung „nach dem System Lego“, wie Vertriebsmitarbeiter Jörg Mummert erklärt. „Da weiß aber jeder, was gemeint ist.“

 Die Steine finden mittlerweile aber auch anderweitig Verwendung. „Es gibt inzwischen verstärkt Ausschreibungen von Polizeistationen, bei denen es um den Schutz von Großveranstaltungen geht“, schildert Mummert. „Da hatten wir schon mehrere Anfragen. Zum Beispiel zu Weihnachtsmärkten.“ Durch Anschläge wie in Berlin, bei denen ein Terrorist mit einem Lkw mitten in einen Weihnachtsmarkt gerast war und mit dem mächtigen Fahrzeug wahllos Menschen überfahren hatte, wird die Polizei zu wirksamen Gegenmaßnahmen gezwungen – und da bieten sich Schoers Betonklötze an. Sie würden jeden noch so gut motorisierten Lastwagen stoppen.

 Die Firma Willy Schoer gewann eine Ausschreibung der Hamburger Polizei und verpflichtete sich, 90 Betonblocksteine zu liefern. „Da gehört ordentlich Man-Power dazu“, sagt Mummert. Mit fünf Fahrzeugen, acht Mitarbeitern und 180 Tonnen Beton im Gepäck ging es in die Hafen-City. Dort legten die für die Sicherheit zuständigen Beamten dem Schoer-Team das Konzept mit den genauen Standorten der Steine vor. Sie mussten zentimetergenau platziert werden, denn natürlich hätten im Notfall Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen an den Hindernissen vorbeikommen müssen.

 „Wir sollten das Gebäude ja nicht komplett zumachen, sondern die Fahrzeuge nur abbremsen“, sagt Mummert. „Im Schritttempo konnte man passieren.“ Nur ein Durchbrechen mit hoher Geschwindigkeit sei unmöglich gemacht worden. „Wir waren relativ zügig“, berichtet der Vertriebsmitarbeiter. Nach fünf Stunden lag jeder der 90 Steine dort, wo er laut Plan auch liegen sollte.

 Zwei Tage lang blieben die überdimensionalen Lego-Steine an Ort und Stelle – dann mussten sie über Nacht wieder entfernt und ins Schoer-Lager zurückgebracht werden. „Sie sind ja nicht unbedingt hässlich, aber auch nicht hübsch“, weiß Mummert. Der Auftrag in der Hansestadt sei eine hervorragende Werbung gewesen – und die reibungslose Abwicklung auch. „Uns wurde schon signalisiert, dass so etwas in Zukunft öfter passiert.“

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