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Segeberg Erneut zu wenig Jungvögel
Lokales Segeberg Erneut zu wenig Jungvögel
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07:00 17.08.2018
Zwei Jungstörche in einem Horst in der Gemeinde Heidmühlen. Quelle: Kerstin Ahlers
Kreis Segeberg

„Zur Aufrechterhaltung der Storchenpopulation sollte der Bruterfolg im Durchschnitt bei zwei Jungstörchen pro Paar liegen“, sagt Möckelmann. War es 2017 zu nass gewesen, sodass von 80 Jungstörchen zahlreiche Tiere ertrunken waren im Horst, wurden diesen Sommer lediglich 63 Vögel ausgebrütet, ein Viertel der Tiere hat nicht überlebt. Elf Brutpaare blieben ganz ohne Nachwuchs.

„Die seit Anfang Mai über drei Monate andauernde Trockenheit mit Temperaturen bis 35 Grad Celsius als Folge des Klimawandels hatte negative Auswirkungen auf den Bruterfolg“, sagt Holger Möckelmann. „Die Störche haben wegen der Hitze zu wenig Regenwürmer gefunden.“ Es gab viel zu wenig Futter.

Zu wenig Nahrung - mehrere Storchenpaare gaben ihre Brut auf

Deshalb hätten insbesondere die spät eingetroffenen Störche aus Afrika teilweise gar nicht erst angefangen zu brüten – unter anderem in Damsdorf. „Sie wissen instinktiv, ob sie genug Futter haben“, erklärt Möckelmann. Anderenorts wurde die Brut aufgegeben, etwa in Bimöhlen, wo sich in diesem Jahr ein neues Paar niedergelassen hatte. Drei verlassene Eier fand der örtliche Storchenbeauftragte später im verlassenen Horst.

Wegen Nahrungsknappheit wurden auch einige Jungvögel von ihren Eltern aus dem Nest geworfen. „Das ist dieses Jahr oft vorgekommen.“ Möckelmann kann von einem Fall in Fredesdorf berichten: „Dort gab es vier Jungstörche. Der erste wurde am 12. Mai und der zweite am 20. Mai aus dem Nest geworfen.“ Die verbliebenen zwei haben es geschafft.

Am erfolgreichsten seien die frühen Störche, die sogenannten Westzieher gewesen, die aus Spanien angeflogen kamen. Der erste war am 16. Februar in Großenaspe gesichtet worden. Damals zeigte das Thermometer 13 Grad Celsius an, es lag Schnee, erinnert sich der 66-Jährige.

Vor 80 Jahren war die Storchenpopulation beinah doppelt so stark

Seit fast zehn Jahren kümmert sich Möckelmann aus Henstedt-Ulzburg um die Störche im Kreis. Und er macht sich Sorgen um den Wappenvogel des Nabu. In Aufzeichnungen von 1934 habe es im Kreis noch 65 Paare gegeben mit 135 Jungen. Fast das Doppelte. In den 70er Jahren, als Grünland in Ackerland verwandelt wurde, habe der Storch viel Lebensraum im Kreisgebiet verloren. „In den letzten Jahren hat sich die Population stabilisiert“, so Möckelmann.

Von Nadine Materne

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