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Segeberg So stellt der Kreis Segeberg den ÖPNV neu auf
Lokales Segeberg So stellt der Kreis Segeberg den ÖPNV neu auf
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13:00 06.09.2019
Von Gerrit Sponholz
Der Stadtverkehr in Bad Segeberg und vor allem in Kaltenkirchen sowie Fahrten abseits der großen Linien sollen ab Ende 2020 ausgeweitet werden. Quelle: Gerrit Sponholz
Bad Segeberg

Zwischen den großen Linien sollen die bisher auf Schülerverkehre konzentrierten Busfahrten auch in Ferienzeiten angeboten werden. Offen ist, ob in Norderstedt/Henstedt-Ulzburg ab 2021 zehn E-Busse fahren werden.

Kreis hatte Stadtverkehre Bad Segeberg und Kaltenkirchen übernommen

Das Paket schnürte der Kreisumweltausschuss mit großer Mehrheit. Die Gelegenheit ist günstig. Denn Anfang 2019 hat der Kreis die Stadtverkehre aus Kaltenkirchen und Bad Segeberg übernommen. Und: Ende 2020 beginnt eine neue Vertragslaufzeit für fast alle der insgesamt zehn Teilnetze, in die die Busfahrten untergliedert sind. Bislang leistet sie vor allem die Autokraft.

Norderstedt und Nordkreis sind ausgenommen

Ausgenommen von der geplanten Ausschreibung für die Neuvergabe sind die Räume Norderstedt/Henstedt-Ulzburg (VHH) und nördlich von Bad Segeberg in Richtung Trappenkamp/Bornhöved (VKP).

Lesen Sie auch: ÖPNV im Kreis Segeberg: Kommt jetzt der einheitliche Nordtarif?

Zehn Jahre werden die neuen Verträge laufen. Der Kreis will mehr Fahrten und mehr Service bestellen. Das soll Menschen bewegen, mit dem Bus statt mit dem Auto zu fahren. Der Energieverbrauch pro Fahrgast sei 80 bis 90 Prozent geringer.

Klimaanlage, WLAN, Videoüberwachung, Monitore

Wenn der Kreistag Ende dieses Monats zustimmt, werden alle Aufträge ausgeschrieben. Die Busse sollen klimatisiert sein, WLAN für Funk-Internetverbindung bieten, für die Sicherheit über Videoüberwachung verfügen, Farbmonitore für Informationsanzeigen und den Tourverlauf haben sowie die Euro 6-Abgasnorm erfüllen.

Kreis lehnt Jobgarantie für Busfahrer ab

90 Busfahrer hatten mit 18 Bussen am Mittwoch am Kreishaus in Bad Segeberg demonstriert. Bei der geplanten Ausschreibung der meisten Buslinien im Kreis wollten sie eine Garantie der Personalübernahme verankert wissen. Einen entsprechenden Antrag der SPD, unterstützt von der Gewerkschaft Verdi, lehnte der Kreisumweltausschuss Segeberg abends mehrheitlich ab. 125 Fahrer sind betroffen, die für drei Firmen fahren, die meisten für die DB-Tochter Autokraft.

Auch im Teilnetz Norderstedt/Henstedt-Ulzburg, das gar nicht ausgeschrieben ist, soll WLAN zum Standard werden.

Kräftiger Schub in Kaltenkirchen

Der bislang magere Stadtverkehr in Kaltenkirchen soll erblühen. Bislang, in Stadtregie, nutzten ihn 20000 Menschen pro Jahr. Im kleineren Bad Segeberg mit größerem Angebot fahren 400000 Passagiere mit. Außerdem hat Busplaner Claudius Mozer berücksichtigt, dass die S21 ab 2025 bis Kaltenkirchen führt und eine bessere Anbindung benötigt.

Künftig soll es zwei Stadtverkehrs-Linien geben, in Ost-West-Richtung inklusive Oersdorf, und in Nord-Süd-Richtung. Beide Linien kreuzen sich am Bahnhof. Die Busse sollen im Halb-Stunden-Takt fahren, von 5 bis 23 Uhr, sonnabends ab 7 Uhr, sonntags als Anrufsammeltaxi im Stundentakt 9 bis 22 Uhr. Tickets sind künftig, wie im ganzen Kreis schon, über den Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) zu erwerben.

Verbesserungen in Bad Segeberg

Der Stadtverkehr in Bad Segeberg wird besser an die Arbeits- und Ladenöffnungszeiten und andere Busfahrtakte angepasst. Die Tagesfahrzeiten wachsen um zwei Stunden, auf werktags 5.30 bis 20.30 Uhr, sonnabends ab 7.30 Uhr. Sonntags wird ein Anrufsammeltaxi jede Stunde fahren, nicht mehr alle zwei Stunden. Die Busunternehmen dürfen nur noch bis zu 30 Prozent ihrer Fahrten an Subunternehmen weitergeben. Bislang sind es bis 70 Prozent.

Über den Kauf von zehn E-Bussen für den Verkehr in Norderstedt berät der Umweltausschuss in einer nächsten Sitzung.

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