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Segeberg Sozialverband sucht eine Bleibe
Lokales Segeberg Sozialverband sucht eine Bleibe
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05:50 10.12.2013
Von Uwe Straehler-Pohl
Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach konnte dem Sozialverband noch keine neue Bleibe benennen.
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Bad Bramstedt

Ein neues Quartier konnte Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach dem Verband nicht präsentieren, als er dessen Weihnachtsfeier im Hotel Tryp by Wyndham, dem ehemaligen Köhlerhof, besuchte.

 „Gebäude mit alter Bausubstanz verdienen zunächst Respekt“, meinte der Bürgermeister in Hinblick auf das rund 150 Jahre alte Gebäude. Außer mit der FDP ist er sich jedoch mit allen Parteien einig, dass das Haus abgerissen werden soll. Die Stadt benötigt das Grundstück, um eine Kindertagesstätte mit drei Krippengruppen und einer Kindergartengruppe zu bauen. „Wir werden für die Nutzer eine ordentliche Lösung finden“, versprach Kütbach den Anwesenden. Konkreter wurde er aber nicht.

 Im Gespräch war bisher als Ausweichquartier der Jugendringraum im Kulturhaus Alte Schule. Der Jugendring ist zurzeit inaktiv, sodass der Raum zur Verfügung steht. Er wird aber auch von anderen Verbänden und Gruppen genutzt, beispielsweise der Volkshochschule. Deshalb kann der Sozialverband darin kein Büro einrichten. Ein Computer und ein Kopierer müssten zumindest aufgestellt werden können. Einen Vorteil hat der Jugendringraum: Er ist barrierefrei zugänglich, für einen Behindertenverband besonders wichtig.

 Vorsitzender Horst Freitag wies eindringlich darauf hin, dass der Sozialverband seine Aufgaben rein ehrenamtlich erfüllt und sämtliche Kosten ausschließlich aus den Mitgliedsbeiträgen bestreitet. Und selbst davon verbleibe nur ein geringer Teil beim Ortsverband, der Rest werde an den Kreis- und Landesverband abgeführt. Mietzahlungen könne sich der Verband deshalb nicht leisten, erklärte Freitag.

 Bürgermeister Kütbach sagte der Segeberger Zeitung, das Gemeindeprüfungsamt des Kreises Segeberg verlange schon seit Jahren von der Stadt, von den derzeitigen Nutzern des Hauses der sozialen Dienste Miete zu erheben. Das gelte natürlich auch für eine neue Unterkunft. Beim Sozialverband wären das zurzeit 7000 Euro im Jahr. „Ich weiß natürlich, dass der Verband das nicht aufbringen kann.“ Wenn er seine Renten- und Sozialberatung in Bad Bramstedt einstelle, müssten die Hilfesuchenden - überwiegend ältere Menschen - nach Bad Segeberg fahren. „Das wollen wir natürlich nicht“, betonte Kütbach.

 Während der Weihnachtsfeier zeigte sich der Bürgermeister aber überzeugt, eine Lösung zu finden. „Im Januar oder Anfang Februar werden wir ein neues Angebot unterbreiten können, dafür steht die Stadt.“

 Freitag sagte: „Wir sind optimistisch, bis zu unserer Jahreshauptversammlung am 16. Februar 2014 noch die alten Räume nutzen zu können.“ Unberechtigt ist diese Hoffnung nicht, auch wenn das Haus eigentlich schon im Januar abgerissen werden soll. Einerseits will die FDP mit einem Bürgerentscheid den Abriss verhindern, andererseits hat die Stadt auch noch keine Ausweichquartiere für den Kindergarten und den Hort des Kinderschutzbundes, der ebenfalls im Haus der sozialen Dienste seine Heimat hat. Kütbach überlegt, dafür eine Gewerbeimmobilie in der Stadt anzumieten, die dann aber noch umgebaut werden müsste. Das DRK wäre im Fall eines Abrisses zurzeit ebenfalls noch obdachlos. Mit dem Roten Kreuz soll es laut Kütbach heute ein weiteres Gespräch geben. Der DRK-Vorstand wolle seine Überlegungen präsentieren, sagte der Bürgermeister. Schwierig wird es vor allem, eine neue Bleibe für die Kleiderkammer zu finden.