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Segeberg 33 Gebäude werden verkauft
Lokales Segeberg 33 Gebäude werden verkauft
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12:30 02.03.2017
Von Gerrit Sponholz
Auch die ehemalige Zentrale der Sparkasse an der Fußgängerzone in Bad Segeberg steht zum Verkauf. Quelle: Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg

Nur die Zentrale in Neumünster (Wert: 15 Millionen Euro, Jahresmiete: 1 Million Euro) will die AG behalten.

 Käufer sind bislang viele Privatleute aus der Region, finanziert auch mit Krediten der Sparkasse Südholstein. Kurios: Eines der Häuser erwarb die Konkurrenz, eine Genossenschaftsbank. Es soll sich um eine VR Bank handeln. In dem Gebäude bleibt die Sparkasse Mieter.

 Einst hatte die Sparkasse Südholstein all ihre Gebäude besessen, sie dann aber verkauft. Der größte Teil, 34 Gebäude, ging 2008 an Fair Value Immobilien AG aus Gräfelfing bei München. Die Sparkasse mietete sich ein, darunter im ehemaligen Hauptsitz in Bad Segeberg. Fair Value stößt die Immobilien seit einigen Jahren nach und nach wieder ab, gut 20 sind schon verkauft.

 2008 hatte die Sparkasse dringend Geld benötigt. Sie war in akuter Finanznot. Außerdem standen Räume leer. Und die Sparkasse wollte nicht länger auch Immobilienverwalter sein. Für die 34 Immobilien zahlte Fair Value damals 49,4 Millionen Euro.

 In die abgestoßenen Häuser mietete sich die Sparkasse gleich wieder ein, mit unterschiedlichen Vertragslaufzeiten. Für normale Filialen waren es bis zu zehn Jahre, weiß Michael Thiel von der Firma Engelhardt Immobilien. Die Mietverträge laufen also Ende 2017 aus. Für zehn Kernfilialen sei eine Mietzeit von bis zu 18 Jahren vereinbart worden. Dazu zählen große Geschäftsstellen wie in Neumünster und Bad Segeberg.

 Das war wohl ein Geschäft, das beiden Seiten nutzte. Fair Value kalkulierte mit einer Jahresrendite von 6,6 Prozent. Und erzielt beim nun laufenden Wiederverkauf Erlöse tendenziell über dem Buchwert, sagt Fair Value-Chef Frank Schaich. Und auch die Sparkasse dürfte den Verkauf von 2008 rückblickend nicht bereuen, meint er. Das habe für die Bank seinerzeit auch positive steuerliche Folgen gehabt.

 Ähnliches sagt Makler Michael Thiel. Seit dem Gebäudeverkauf könne die Sparkasse ihr Filialnetz flexibler gestalten, müsse bei einer möglichen Schließung keinen Büroleerstand fürchten. Außerdem, so Thiel, seien die seinerzeit vereinbarten Mieten niedrig gewesen.

 Allerdings gab es zwischen dem Vermieter Fair Value und dem Mieter Sparkasse in den vergangenen Jahren wohl des öfteren Spannungen. Denn der Vertrag war so gestaltet, dass die Sparkasse für die Instandhaltung der Gebäude verantwortlich war. Da seien die Meinungen schon mal auseinandergegangen, etwa bei der Frage, ob eine Tiefgarage mal eine Sanierung mit Millionenaufwand benötige oder nicht, sagt Thiel.

 Nach Angaben von Fair-Value-Chef Schaich sind nur noch acht der einst 35 Immobilien im Bestand von Fair Value. Dass sich seine Firma von Objekten trenne, sei übliches Geschäft. Das hänge etwa mit dem Marktumfeld zusammen. Und manche Gebäude seien klein und abgelegen.

 Makler Michael Thiel vermutet auch eine neue Geschäftsstrategie. Die Firma Fair Value liege in Bayern, wolle sich mehr auf südlicher gelegene Regionen konzentrieren. Schaich und Thiel bestätigen, einzig die Sparkassenzentrale in Neumünster stehe nicht zum Verkauf.

 Davon, dass die Sparkasse sich als Mieter von einem Standort zurückziehen wolle, hat Thiel nichts gehört. Im Gegenteil: In Bad Segeberg etwa sei zuletzt wieder mehr Personal angesiedelt worden, sagt er. Der Mietvertrag dort laufe bis Ende 2025. In fünf oder sechs Fällen habe die Sparkasse, also der Mieter der Gebäude, sogar die Kaufkredite für die Käufer gestellt. Es hätten auch noch mehr sein können. Doch die Sparkasse habe kein „Klumpenrisiko“ – also zu viel Investment in einer Sache – eingehen wollen. Außerdem hat, außerhalb des Kreises Segeberg, eine VR Bank ein Filialgebäude erworben. Nicht, um die Sparkasse Südholstein herauszuekeln, sagt Thiel, sondern ganz im Gegenteil. Es sei von der VR Bank als sichere Geldanlage gedacht, mit sicheren Mieteinnahmen.

 Die Sparkasse selbst zeigt kein Kaufinteresse. „Aktuell gibt es im Verwaltungsrat keine Pläne zum Kauf des Gebäudes“, sagt Sparkassen-Pressesprecherin Imke Gernand. Makler Michael Thiel vermutet, es würde sich für die Bank nicht lohnen. Die Einzelpreise der Immobilien lägen heute gewiss höher als der Erlös, den die Sparkasse 2008 für das Gesamtpaket aller 34 Gebäude erzielt habe.

Es wird noch eine Weile dauern, das zerschnittene Tischtuch zwischen Nelkenweg-Anwohnern und der Stadt Bad Segeberg wieder zusammenzunähen – aber die ersten Stiche sind immerhin gemacht. Mit versöhnlichen Worten endete die Zusammenkunft der skeptischen Nachbarn mit Vertretern von CDU und SPD im Rathaus.

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