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Segeberg Ex-Chef Schmieder räumt das Feld
Lokales Segeberg Ex-Chef Schmieder räumt das Feld
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20:15 28.03.2014
Von Gerrit Sponholz
Vorstandsvorsitzender Ralph Schmieder verlässt die Sparkasse Südholstein. Er führte sie 2009 bis Ende 2013. Er war Nachfolger von Mario Porten, der im Zuge der langen Krise hatte gehen müssen. Quelle: +
Kreis Segeberg

Die Sparkasse müsse sich neu aufstellen, um für die Zukunft gerüstet zu sein, wird als offizielle Begründung genannt. „Jetzt, wo die neue Mannschaft steht, ist dies für mich nach reiflicher Abwägung der konsequente und richtige Schritt“, sagt Schmieder. „Es fällt mir nicht leicht, aber eine solche Erneuerung braucht neue Verantwortliche. Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit.“

 Oliver Stolz lobt Schmieder, er habe mit hohem Einsatz maßgeblich dazu beigetragen, „dass die Sparkasse Südholstein jetzt wieder eine positive Perspektive hat. Dafür danken wir ihm sehr.“

 Die Bombe war nach SZ-Informationen während einer Sitzung des Zweckverbandes der Sparkasse geplatzt, in dem die Vertreter der Haupteigentümer von Kreis Segeberg, Kreis Pinneberg und Stadt Neumünster sitzen.

 Angeblich soll sich bei weiterer, externer Prüfung der Zahlen der Sparkasse angedeutet haben, dass möglicherweise noch mehr Stützung vom Sparkassen- und Giroverband benötigt werden könnte als geplant. Bislang war von einer nochmaligen Hilfe von 60 Millionen Euro die Rede gewesen, verknüpft offenbar mit der Forderung nach einem Sparprogramm. Bei Filialen und Personal wurde dann auch gekappt.

 Bereits in den Vorjahren hatte der Dachverband mit zig Millionen Euro geholfen. Die Sparkasse leidet seit Jahren unter einst verfehlter Geschäftspolitik, Altlasten, Abschreibungen auf Beteiligungen etwa an der HSH Nordbank und verschärften Vorschriften zum Eigenkapital. Als neuer Chef war Anfang 2014 der erfahrene Banksanierer Andreas Fohrmann geholt worden. Er rückte an die Spitze, Schmieder ins zweite Glied, blieb aber im Vorstand. Dem gehört auch Martin Deertz an.

 In der Sitzung stand eigentlich Schmieders Vertragsverlängerung auf der Tagesordnung. Dazwischen kam ein Gespräch von Stolz, Schmieder und Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes. Darin kamen, laut Pressemitteilung, „Stolz und Schmieder zu der Überzeugung, den Weg jetzt nicht mehr gemeinsam weiterzugehen.“

 Aufregung herrschte im Hause der Sparkasse eigentlich schon genug - wegen der seit Jahren anhaltenden Krise und wegen der ungeklärten Einschüsse ins Verwaltungsgebäude in Neumünster. In etwa fünf Meter Höhe gibt es mehrere Löcher. Die Kripo ermittelt.