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Segeberg Sponsoren erhofft für Kunstrasenplatz
Lokales Segeberg Sponsoren erhofft für Kunstrasenplatz
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05:58 10.05.2013
Von Bernhard M. Domberg
Auf dem Tennenplatz am Schäferberg trafen sich (von links) der BT-Jugendsprecher Tobias Romann, Spartenleiterin Monika Söth-Tübing, Spartenleiter Stephan Tanneberger und Vorsitzender Uwe Neumann mit den CDU-Politikern Tobias Rischer, Annegret Mißfeldt, Jörg Franck, Landtagspräsident Klaus Schlie, Christoph Lauff, Werner Weiß, Heidemarie Meins und Burkhard Müller.
Bad Bramstedt

Die Kosten für einen Kunstrasenplatz liegen zwischen 200000 und 300000 Euro – zu viel für die klamme Stadt.

 Außerdem birgt der Umbau, bei dem der alte Belag entfernt werden muss, eine bisher nicht bedachte Gefahr: Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Auf dem Schäferberg hatten die Engländer nach Kriegsende ein Munitionsdepot mit sichergestellten Wehrmachtsbeständen angelegt. Durch eine Unachtsamkeit kam es am 30. Mai 1945 zu einer Explosion, die ganz Bad Bramstedt erschütterte und 15 Todesopfer forderte. Munition und Granaten flogen Hunderte Meter weit. Werner Weiß, Chef der CDU-Stadtverordnetenfraktion: „Bevor hier auch nur ein Spatenstich getätigt werden kann, muss der Kampfmittelräumdienst den Fußballplatz auf Blindgänger checken.“

 Der stellvertretende Bad Bramstedter Bürgermeister, Burkhard Müller (CDU), stellte klar, dass die CDU, anders als von der SPD behauptet, sich keineswegs schon für einen Kunstrasen entschieden habe. „Bei uns sind auch ein Naturrasenplatz und eine Aufarbeitung des Tennenplatzes noch in der Diskussion.“ Müller erinnerte daran, dass der städtische Sportausschuss der Stadtverwaltung beauftragt habe, die Kosten für die verschiedenen Varianten zu ermitteln. Die Ergebnisse lägen noch nicht vor.

 Vor Ort entwickelten die Christdemokraten mit den anwesenden BT-Vorständlern eine mögliche Lösung des Problems. Danach könnte die Stadt, die im Haushalt eingeplanten, aber mit Sperrvermerk versehenen 150000 Euro zur Verfügung stellen. Was darüber hinausgeht, könnte durch Eigenleistungen der Bramstedter Turnerschaft und Sponsoren aufgebracht werden. „Warum kann der Platz nicht den Namen einer bekannten Firma oder Einrichtung tragen?“, fragte Schlie. Andernorts werde diese Form des Sponsorings ja auch praktiziert. Fußballspartenleiter Stephan Tanneberger unterstrich noch einmal die Dringlichkeit: „Über 380 Jugendliche nutzen die Sportstätte regelmäßig.“

 Die SPD Bad Bramstedt hat ihr Bekenntnis zum Kunstrasenplatz gestern in einer Pressemitteilung noch einmal bekräftigt. Nur ein Kunstrasenplatz sei ganzjährig nutzbar. Die höheren Investitionskosten würden später durch die deutlich niedrigeren Unterhaltungskosten wieder ausgeglichen.