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Segeberg Zu hohe Auflagen? Das Amt widerspricht
Lokales Segeberg Zu hohe Auflagen? Das Amt widerspricht
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14:39 31.05.2019
Nur einige Plakate künden noch vom Spring Break Festival, das Freitag, 31. Mai, in Bornhöved starten sollte. Das Festival wurde vor zwei Tagen abgesagt. Quelle: Sönke Ehlers
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Bornhövd

"Ich finde wir waren recht schnell", sagt nun Jörg Tietgen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amts Bornhöved, im Gespräch mit KN-Online. Sobald das Gesamtkonzept vorlag, habe man sich mit allen zuständigen Stellen auch beim Kreis abgesprochen und alle Anforderungen gebündelt in einem Katalog.

Erste Kontakte habe es bereits seit Februar gegeben, somit habe der Organisator auch schon früher erste Informationen gehabt, sagt Tietgen. Der Organisator hatte sich beschwert, dass die Auflagen im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher ausgefallen waren und begründete damit das Scheitern. Es hätte am Freitag, 31. Mai und Sonnabend, 1. Juni, stattfinden sollen.  Amt Mittwoch wurde das Festival überraschend vom Veranstalter abgesagt.

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Höhere Auflagen: Festival war deutlich größer geplant als im Vorjahr

"Wenn jemand eine Veranstaltung in dieser Größenordnung plant, dann gehe ich davon aus, dass sich der Veranstalter rechtzeitig um die rechtlichen Rahmenbedingungen kümmert", sagt der Verwaltungsleiter.

Der Spring Break in diesem Jahr sei deutlich größer geplant gewesen als im Vorjahr. „Damals gab es kein Zeltareal oder Pool.“ Auch wurde an diesem Wochenende mit deutlich mehr Menschen geplant – statt 5000 an einem Tag, sollten dieses Mal 7500 jeweils an zwei Tagen das Gelände besuchen dürfen. „Dass dann die Anforderungen steigen ist klar“, sagt Tietgen.

Man sei auch immer zu Kompromisses bereit. „Wir können uns aber nicht verbiegen und zum Beispiel ganz auf Hygiene verzichten“, stellt Tietgen klar.

Ein Punkt, den der Organisator kritisiert hatte, war die Wasserversorgung. Eine feste Leitung hätte fast 80000 Euro gekostet. „Die Wasserleitung war die Idee vom Organisator, das war keine Auflage“, sagt Tietgen. Im vergangenen Jahr sei die Wasserversorgung mit Tanks gelaufen und darin sei die Trinkwasserqualität geprüft worden. „Das hätte er in diesem Jahr genauso wieder machen können“, erklärt Tietgen.

So hatte es der Organisator auch noch Anfang der Woche angekündigt.

"Wir sind zum Gelände gekommen, um die Genehmigung zu erteilen"

„Wir sind am Mittwoch zum Gelände gekommen, um die Genehmigung zu erteilen“, macht Tietgen deutlich. „Sonst wären wir nicht mit 28 Leuten dort hingekommen.“ Mit mehreren Verantwortlichen vom Kreis, von Amt, Polizei und Rettungsdienst. „Aber der Veranstalter war nicht da.“

Der Organisator wiederum hatte kritisiert, dass er die Abnahme auf Freitag verlegen wollte, das Amt dazu aber nicht bereit gewesen sei.

Dazu Tietgen: „Die Abnahme ist ein zweistufiges Verfahren.“ Eine Endabnahme mit letzten Details hätte noch am Freitag erfolgen können. Allerdings sei am Mittwoch kaum etwas vor Ort gewesen, das man hätte abnehmen können. „Wir haben keine Aufbauaktivitäten gesehen, es wurde abgebaut.“

„Für uns ist das Kapitel jetzt beendet“, sagt Tietgen. Für die Region aber sei es wirklich schade, dass das Festival nicht stattfindet. "Das, was der Organisator dort geplant hatte, war ja wirklich toll."

Anreiseverkehr nach Bornhöved bleibt aus

Anreiseverkehr von Ticketkäufern, die von der Absage nichts mitbekommen haben, war am ersten ursprünglich vorgesehenen Veranstaltungstag nicht zu beobachten am Gelände. Ob und wie Ticketbesitzer ihr Geld zurückbekommen, steht derzeit noch nicht fest.

Von Nadine Materne

KN-online (Kieler Nachrichten) 31.05.2019
Einar Behn 31.05.2019