Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Hausbau: Stadt pocht auf Plan von 1969
Lokales Segeberg Hausbau: Stadt pocht auf Plan von 1969
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 08.01.2019
Von Einar Behn
B. Kof und sein Vater R. Kof wollen zwischen Maienbaß und Achtern Höben ein Wohnhaus bauen. Doch die Stadt stellt sich quer. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Kof, er möchte nicht mit vollen Namen genannt werden, und seine Familie hatten schon vor einiger Zeit ein Grundstück Maienbaß und Achtern Höben erworben. Am Maienbaß steht ein älteres Wohnhaus mit Büroräumen, das vermietet ist. Dahinter erstreckt sich ein großer Garten von rund 1200 Quadratmetern. Hier möchte die Familie bauen.

In den Sechzigerjahren hatte die Stadt für das Gebiet den Bebauungsplan 5 aufgestellt. Der alte Plan ist mittlerweile so vergilbt und verknickt, dass Bauamtsleiter Erich Dorow Probleme hat, die Festsetzungen zu lesen. Die erscheinen heute so antiquiert wie der Plan selbst. Genau ist dort geregelt, wie die Häuser auszusehen haben und wo sie gebaut werden dürfen. Doch eingehalten wurde er offensichtlich nur selten, denn dort steht eine Vielzahl unterschiedlicher Haustypen. 

Große Familie benötigt 180 Quadratmeter

B. Kof, will mit seiner Frau, den zwei und vier Jahren alten Töchtern und seinen Eltern in den Neubau ziehen. „Wir benötigen rund 170 bis 180 Quadratmeter Wohnfläche“, hat der 31-Jährige ausgerechnet. Seine erste Idee war eine Toskana-Villa. Die lehnte der Planungsausschuss ab. Sie hätte so ziemlich gegen alle Festsetzungen des alten Planes verstoßen.

Kof ging wieder zu seinem Architekten. Diesmal sollte es etwas typisch Norddeutsches werden: roter Klinker, Satteldach mit 42 Grad Neigung. „Die brauche ich, damit genügend Platz im Dachgeschoss ist“, so Kof. Für Befreiungen vom B-Plan ist der Bauausschuss zuständig, der sich im September 2018 mit dem Antrag befasste. Auch er lehnte den Antrag ab. Die vorgeschriebene Dachneigung von maximal 36 Grad werde überschritten, lautete die Begründung. Kof erfuhr davon erst im Nachhinein. Im Dezember ging er selbst zum Bauausschuss, fragte nach den Gründen der Ablehnung und wurde schroff abgewiesen. Die Angelegenheit sei im September ausgiebig öffentlich beraten worden, stellte der Vorsitzende Volker Wrage (CDU) klar. Der Beschluss sei gefällt und gültig. Kof könne ja einen neuen Antrag stellen.

Nun soll ein Eingangsgiebel Platz schaffen

Er ging wieder zu seinem Architekten. "Was bleibt mir anderes übrig". Nun soll es ein Haus mit 36 Grad Dachneigung werden aber mit einem Giebel an der Eingangsfront. „Sonst komme ich nicht auf die notwendige Wohnfläche.“ Den Giebel sieht der B-Plan aber auch nicht vor. Wird Kof wieder abgewiesen bleibt ihm nur der Klageweg – angesichts des Durcheinanders in dem Wohngebiet scheint der durchaus erfolgversprechend zu sein. 

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Segeberg Henstedt-Ulzburg - WHU teilt sich im Streit

In einer Mitteilung an die WHU-Mitglieder hat Verena Grützbach, zweite Vorsitzende der Wählergemeinschaft in Henstedt-Ulzburg, angekündigt, dass die Fraktion sich teilen wird. Bürgervorsteher Mariano Córdova (WHU) will bei seiner möglichen Abwahl sein Mandat zurückgeben.

Nicole Scholmann 07.01.2019

Der Rassegeflügelzuchtverein Bad Segeberg und Umgebung hat für seine wichtigste Präsentation eine offenbar neue Heimat gefunden – auf dem Dorf. Rund 450 Hühner, Tauben und Entenvögel präsentierten sich dem Laien- und Fachpublikum zwei Tage lang in Negernbötel.

07.01.2019
Segeberg 25.000 Euro Sachschaden - B 432 war nach Unfall voll gesperrt

Am Montagvormittag ist es auf der Bundesstraße 432 zwischen Kayhude und Tangstedt zu einem Verkehrsunfall gekommen, bei dem eine Autofahrerin schwer verletzt wurde. Zwei weitere Personen wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt. Die Straße musste voll gesperrt werden.

07.01.2019