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Segeberg Eine Stadt auf der Suche nach Ärzten
Lokales Segeberg Eine Stadt auf der Suche nach Ärzten
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17:21 21.07.2019
Von Nicole Scholmann
Hausärzte sind auch in Kaltenkirchen rar gesät - und die ansässigen haben viel zu tun. Quelle: Benjamin Ulmer
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Kaltenkirchen

Eine weitere Anzeigenaktion in der bundesweit erscheinenden Ärztezeitung läuft diese Woche an. Das teilte Bürgermeister Hanno Krause mit.

Der Verwaltungschef gibt zwar zu, dass Kaltenkirchen laut Statistik im Vergleich zu anderen Regionen wie beispielsweise Nordfriesland gut dastehe, aber „das statistische Bild hat nur wenig mit der Realität zu tun“, sagt Bürgermeister Krause. „Immer häufiger wenden sich besorgte Bürger an uns, da die ansässigen Hausärzte keine neuen Patienten aufnehmen können. Der Druck verstärkt sich, wenn Praxen wie zum Beispiel die von Dr. Wahn keinen Nachfolger finden.“ Auch wenn eine Versorgung im akuten Krankheitsfall durch die vorhandenen Praxen gewährleistet sei, bestehe sowohl auf Seiten der Bevölkerung als auch der ansässigen Medizinern eine zunehmende Unzufriedenheit über die aktuelle Versorgungssituation.

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Mehr Zulassungen für Ärzte gefordert

Die Stadt fordere gegenüber den Entscheidungsträgern im Gesundheitssektor vehement mehr Arztzulassungen im Stadtgebiet. Es sollten laut Krause zielgerichtete Maßnahmen, um Mediziner für den hausärztlichen Bereich auszubilden, in Gang gebracht werden. „Wir haben gemeinsam eine hohe Verantwortung für die Daseinsvorsorge der Bürger. Stadtvertretung und Verwaltung werden sich weiterhin aktiv für die Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Kaltenkirchen einsetzen“, stellte der Bürgermeister klar.

In Kaltenkirchen gibt es derzeit 17 Sitze für Allgemeinmedizin und hausärztliche Internisten. Diese versorgen neben dem Stadtgebiet auch die umliegende Gemeinden mit. Der Verteilungsschlüssel von Arztsitz zur Anzahl der Patienten, die regionale Verteilung der Kassenarztsitze sowie die Zulassungsentscheidungen erfolgen durch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH).

Schwierige Suche nach Fachkräften

Bürgermeister Krause weist auf die in seinen Augen derzeit größte Herausforderung hin: das Finden des ärztlichen Personals. Es gebe nicht nur zu wenig Nachwuchs für den ambulanten hausärztlichen Bereich, auch die beruflichen Wünsche der Ärzteschaft habe sich verändert. „Auch wenn es für einen Arztsitz Interessenten gibt, spielen bei der großen Anzahl von ausgeschriebenen Arztsitzen bundesweit weitere Faktoren eine entscheidende Rolle, angefangen vom Übernahmepreis, der Praxisausstattung, der Attraktivität des Arbeitsortes bis hin zu Kita-Plätzen, Teilzeitmöglichkeiten oder den Kollegen vor Ort“, hat Krause festgestellt. Die bauliche Infrastruktur in Kaltenkirchen habe sich enorm entwickelt, der Einwohner- und Firmenzuwachs auch. Die Lage der Stadt in der Nähe zu Hamburg mit guter verkehrlicher Anbindung könne ebenso als attraktiv eingeschätzt werden, wirbt der Bürgermeister für den Standort.

Prämie für jeden neuen Arzt

Im Etat der Stadt wurden als Anreiz 50.000 Euro für die Förderung von Ärzten bereitgestellt. Das beschloss die Stadtvertretung im Mai auf ihrer Sitzung (die Segeberger Zeitung berichtete). Die Stadt Kaltenkirchen fördert hierdurch niederlassungswillige Ärzte mit jeweils 10.000 Euro, wenn er oder sie in Kaltenkirchen eine Praxis übernimmt oder jemanden neu anstellt.

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