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Segeberg Biotop wird im Herbst ausgebaggert
Lokales Segeberg Biotop wird im Herbst ausgebaggert
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16:52 21.05.2019
Von Einar Behn
Die Natur rings um den Teich erholt sich langsam. Aber wird im Herbst durch Bagger alles wieder zerstört? Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Bauamtsleiter Erich Dorow machte einen Hehl daraus, dass er die umstrittenen Fällarbeiten im Januar in Auftrag gegeben habe. Eine Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde habe nicht stattgefunden. Aber: Die Untere Wasserbehörde, ebenfalls beim Kreis Segeberg angesiedelt, „hat uns geradezu gedrängt, den Teich aufzukaufen, um ihn zur Entwässerung der Wohngebiete funktionstüchtig zu gestalten“. Dorow: „Dass sich beide Behörden abstimmen, würde ich schon erwarten. Sie sind ja beide in einem Haus.“ 

Behörden haben sich nicht abgestimmt

Das war aber nicht geschehen. Eine Genehmigung der Naturschutzbehörde lag der Stadt bis gestern nicht vor. „Wir haben bereits schriftlich nachgefragt, ob wir gegen geltendes Recht verstoßen haben, aber noch keine Antwort erhalten“, so Dorow.

Über den Hauptgrund, weshalb die Stadt unbedingt den Teich kaufen wollte und als Entwässerungsanlage nutzen will, wurde dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten: Das Neubaugebiet Hogekamp. Für den gesamten Ortsteil Bissenmoor war ursprünglich geplant, das Regenwasser auf den Privatgrundstücken und Straßen versickern zu lassen.

Versickern des Wassers funktioniert schelcht

Das funktioniert aber im Wohnpark Bissenmoor mehr schlecht als recht. Für das kleine Baugebiet Hogekamp auf dem ehemaligen Wandrey-Gelände nördlich der Weddelbrooker Straße wurde dann vor zwei Jahren bei der Bearbeitung des Bebauungsplanes zwischen Bauamt und der Erschließungsgesellschaft LEG die Entwässerung neu geregelt, was damals von den Stadtverordneten auch so genehmigt wurde. Das Regenwasser wird in dem Wohngebiet gesammelt und über ein Rohr in den Graben geleitet, der wiederum in den Teich mündet. Das Biotop wurde somit zur Entwässerungsanlage erklärt und soll nun dieser Funktion durch Ausbaggern gerecht werden.

Baugebiet ist nur 1 Hektar groß

Ohne den Teich, hätte die LEG ein Regenrückhaltebecken bauen müssen, was den Planern damals offenbar als unverhältnismäßig großer Aufwand erschien. Das Baugebiet ist nur ein Hektar groß und hat elf Bauplätze. 

Unglücklich ist auch der Zeitablauf: Die Bäume und Büsche wurden im Februar dieses Jahres beseitigt, das Ausbaggern ist im Herbst geplant. Doch die Natur am Biotop beginnt sich langsam zu erholen. Die Seerosen haben Blätter gebildet und werden in wenigen Wochen blühen und das Schilf sprießt auch wieder. Das wird dann alles zunichte gemacht. 

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