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Segeberg Dunkelkorridor für Fledermäuse
Lokales Segeberg Dunkelkorridor für Fledermäuse
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05:46 30.04.2018
Unterzeichnung eines Vertrages zwischen Kreis Segeberg und Stadt Bad Segeberg über die Einrichtung eines Dunkelkorridors für Fledermäuse: Landrat Jan Peter Schröder (2.v.r.), Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (li.) Bad Segebergs Bauamtsleiterin Antje Langethal und Thomas Falck vom Kreis. Quelle: Nadine Materne
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Bad Segeberg

 Die beiden Partner verpflichteten sich, entlang des Nelkengrabens einen so genannten Dunkelkorridor für Fledermäuse anzulegen. Es ist eine wichtige Flugroute für die Tiere zwischen der Kalkberghöhle als Winterquartier und den Sommerrevieren. Angelegte Knicks sollen die Fledermäuse auch bei zukünftigen Bauprojekten in dem Stadtteil vor Lichtemissionen schützen.

"Tradierte" Flugroute der Fledermäuse

Von der Kaiser-Lothar-Allee verläuft der vereinbarte Dunkelkorridor parallel zur Burgfeldstraße, macht am Berufsbildungszentrum (BBZ) eine scharfe Rechtskurve bis zum Nelkenweg. „Das ist eine tradierte Flugroute“, erklärt Thomas Falck, beim Kreis Leiter des Fachbereichs Umwelt, Planen, Bauen bei der Vertragsunterzeichnung im Haus Segeberg. Etwa 500 Meter lang ist die Strecke, die es für die Zukunft zu schützen gilt. Nordwestlich der Flugroute ist die Verwaltung gerade dabei, zwei Bebauungspläne aufzustellen, erklärt Bad Segebergs Bauamtsleiterin Antje Langethal. Deshalb will die Stadt in dem Abschnitt „zeitnah“ mit dem Aufbau eines Knicks beginnen, um die besagte Flugroute vor zukünftiger Lichteinstrahlung aus der Richtung abzuschirmen. Geplant sind eine dreireihige Gehölzpflanzung und ein Knickwall. Kosten: geschätzt 20000 Euro.

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Die südliche Verlängerung der städtischen Pflanzmaßnahmen bis zur Kaiser-Lothar-Allee übernimmt dann der Kreis Segeberg für etwa 41000 Euro. Für die Fledermäuse wird dieser Streifen eine Abkürzung, eine „Fledermausautobahn“, so Landrat Schröder. Bisher fliegen die nachtaktiven Jäger einen Umweg entlang des südöstlich gelegenen Nelkengrabens. Die Freifläche zwischen den beiden Routen ist dann der abgedunkelte Bereich, in den auch zukünftige Bauprojekte nicht eingreifen sollen. Dabei geht es vor allem um Beeinträchtigungen durch Lichtschein.

Bei Helligkeit wittern die Tiere Gefahr

Fledermäuse sind Traditionalisten“, sagt Falck. Sie fliegen bekannte Routen ab. Dabei orientieren sie sich durch Schall. Kommt es auf den bekannten Routen zu verstärktem Lichteinfall, nehmen Fledermäuse die Helligkeit wahr und wittern Gefahr, da sie dort sichtbar und gegenüber Fressfeinden im Nachteil sind, erklärt Falck. „Licht bedeutet für die Fledermaus Gefahr. Deshalb braucht sie Dunkelheit.“

Die südlichen Flächen des Dunkelkorridors sind derzeit Ackerfläche und daher ohnehin dunkel. Die Länder gehören dem Kreis, im Norden etwa sind Flächen für eine mögliche Erweiterung des BBZ reserviert, die südlicheren Flächen gehören ebenfalls dem Kreis, werden aber demnächst von der Stadt gepachtet. Noch sei hier keine Bebauung geplant, betont Langethal. Aber wenn es in der Zukunft zu einer Planung und schließlich auch Bebauung kommt, sei man beim Thema Fledermausschutz nun jedenfalls vorbereitet.

Von Nadine Materne

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