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Segeberg Stadtbus fährt unter neuer Flagge
Lokales Segeberg Stadtbus fährt unter neuer Flagge
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15:39 22.05.2019
Von Sylvana Lublow
Olaf Nimz, Geschäftsführer der Stadtwerke (rechts) übergab den Stadtbus an Claudius Mozer (links) von der SVG, Stadtrat Dieter Bracke begrüßte die Übernahme.  Quelle: Sylvana Lublow
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Kaltenkirchen

Der Vertrag mit den Stadtwerken läuft am 31. Mai aus. Ändern werde sich zunächst aber nichts. Erst ab Dezember 2020 wird der Stadtbus in den HVV integriert.

Der SVG leitet den ÖPNV in den Kreisen Segeberg, Pinneberg und Dithmarschen, übernimmt die Planung, Organisation sowie die Steuerung und arbeite mit dem HVV und der NAH.SH zusammen. Finanziert wird er von den jeweiligen Kreisen. Auf Grund eines Beschlusses des Kreistages Segeberg hatte des SVG den Stadtbusverkehr im Kreis ab dem 1. Januar 2019 übernommen und somit auch die Finanzierung in allen kreisangehörigen Kommunen. „In den drei Kreisen war Kaltenkirchen bisher der einzige weiße Fleck“, sagt Claudius Mozer von der SVG: „Wir werden jetzt ein Konzept für die Stadt entwickeln.“ Dieses werde vor allem verkehrs- und klimapolitisch motiviert sein. Mehr könne die SVG noch nicht dazu sagen.

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Europaweite Ausschreibung im kommenden Jahr

Doch erstmal bleibe alles beim Alten, so Mozer. Betreiber der zwei Busse in Kaltenkirchen ist die Firma Autokraft. „Das kann, muss aber nicht, sich ab dem 13. Dezember 2020 ändern.“ Der zweite Sonntag im Dezember ist im ÖPNV der Stichtag für den Fahrplanwechsel. „2020 wird es eine europaweite Ausschreibung des Stadtverkehrs Kaltenkirchen geben“, so Mozer. Dann könnte es möglicherweise einen Betreiberwechsel geben. Die Stadt Kaltenkirchen hat ab der Übernahme des SVG keinerlei Einfluss mehr aus den Busverkehr, spart aber auch rund 400 000 Euro jährlich. 

Was bereits feststeht, ist die Integration in den HVV. Das habe viele Vorteile, so Mozer. Wer in Kaltenkirchen und im HVV-Gebiet unterwegs ist, müsse sich dann nicht mehr zwei Tickets kaufen, zum HVV-Tarif. Ob das Busfahren dann für Kaltenkirchener teurer wird, dazu wollte sich Mozer noch nicht äußern. 

Sonntags fährt der Stadtbus bislang nicht

In Kaltenkirchen ist grundsätzlich ein Bus unterwegs, in Spitzenzeiten auch mal ein zweiter. Diese halten an 26 Bushaltestellen im Stadtgebiet und sind montags bis freitags zwischen 5 Uhr früh und 20 Uhr abends unterwegs, samstags nur bis mittags und sonntags überhaupt nicht. Daran werde sich bis Dezember 2020 auch nichts ändern.

Ginge es nach den Kaltenkirchenern, wären einige Änderungen des ÖPNV aber dringend notwendig. Im Herbst vergangenen Jahres führte der SPD-Ortsverein eine Umfrage zum Stadtbus durch. 85 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Erweiterung des Angebots aus, vor allem an Sonn- und Feiertagen in den Zeiten von 8 bis nach 18 Uhr. Außerdem regten die Teilnehmer weitere Haltestellen an sowie eine schnelle Anbindung an die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg. Als wichtigste Haltestellen nannten die befragten den Bahnhof, den Ohland-Park, das Zentrum und die Holstentherme.

Stadtrat wünscht sich barrierefreien Bus

„Im Durchschnitt hatten wir jährlich 30 000 Fahrgäste“, sagte Olaf Nimz, Geschäftsführer der Stadtwerke. Nur in 2018 waren es rund 10000 weniger. „Das war der großen Dauerbaustelle im Kisdorfer Weg geschuldet.“

„Wir sind sehr glücklich, dass der SVG nun ganzheitlich die Organisation des Stadtbusverkehrs übernimmt“, sagte der Erste Stadtrat Dieter Bracke: „Und wir würden uns freuen, wenn es nach der europaweiten Ausschreibung 2020 zu einer Verbesserung des Angebots kommen würde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte der Stadtbus auch wieder barrierefrei sein.“

Michael Stamp 22.05.2019
Sylvana Lublow 22.05.2019
Einar Behn 21.05.2019
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