Stadtmarketing: Suche nach Visionen für Bad Segeberg - Micheel lobt Politik
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Stadtmarketing: Suche nach Visionen für Bad Segeberg - Micheel lobt Politik

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10:41 19.09.2020
Von Bastian Modrow
Exklusiver Blickfang: Marketing-Experte Ingo Micheel regt an, am Bad Segeberger ZOB ein repräsentatives Gebäude zu bauen, in dem die Tourist-Info einziehen sollte. Markant sind die stilisierten Indianer-Zelte.
Exklusiver Blickfang: Marketing-Experte Ingo Micheel regt an, am Bad Segeberger ZOB ein repräsentatives Gebäude zu bauen, in dem die Tourist-Info einziehen sollte. Markant sind die stilisierten Indianer-Zelte. Quelle: Ingo Micheel
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Einig sind sich die Fraktionen darin, dass die bisherigen Maßnahmen für Tourismus und Wirtschaft zukünftig nicht ausreichend sind.

"Wir brauchen ein kluges Marketing-Konzept", sagte Torsten Bohlmann. Für den Stadtvertreter der Freien Wählergemeinschaft BBS ist die Rechnung einfach: "Mit guter Werbung kann man Kunden gewinnen." Zuvor hatte bereits Dirk Wehrmann von der SPD plädiert, für ein neu aufgestelltes Stadtmarketing mehr Personal und Budget zur Verfügung zu stellen. Torben Fritsch, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Stadtvertretung, bringt sogar eine Neugründung einer städtischen Tochtergesellschaft ins Spiel.

Mehr Lebensqualität für die Bürger

Politische Quotes, wie sie Unternehmer Ingo Micheel gern hört. Der Organisator von Großveranstaltungen wie dem Bad Segeberger Stadtfest, der Regio-Schau oder des Wild-West-Weihnachtsmarktes "Country goes Christmas" kämpft seit Jahren für ein professionelles Stadtmarketing. "Es dient der nachhaltigen Sicherung und Steigerung der Lebensqualität der Bürger und der Attraktivität der Stadt im Wettbewerb mit anderen Standorten", sagt Micheel.

In der politischen Diskussion müsse zunächst einmal geklärt werden, welche Aufgaben die GmbH oder die Abteilung im Bad Segeberger Rathaus übernehmen soll. "Es gilt, die Bereiche Standort-, Tourismus-, City- und Verwaltungs-Marketing miteinander zu verbinden und zu koordinieren", gibt der 53-Jährige zu bedenken. Hieraus ergebe sich folglich auch, welche Betriebsform für ein neues Stadtmarketing zu wählen wäre – ob in die Stadtverwaltung integriert oder in Form einer Gesellschaft. Bei dieser müsste in erster Linie die Refinanzierung der verursachten Kosten bedacht werden.

Keine One-Man-Show

"Zu den Kosten gehören im Besonderen die Aufwendungen für das Personal, welches sich durch Qualifikation und Erfahrung auszeichnen sollte und daher nicht leicht zu finden ist beziehungsweise nur durch entsprechend attraktive Vergütungen gewonnen werden kann", sagt Micheel. Für den Unternehmer steht fest, dass es angesichts der Aufgabenfülle, die ein neues Stadtmarketing mit sich bringen wird, auch nicht mit einer Person allein getan sei.

Der Veranstaltungsexperte regt an, die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises mit ins Boot zu holen: "Mit der WKS haben wir in unmittelbarer Nähe die Institution, die Bad Segeberg auf dem Wege hin zu einem neuen Stadtmarketing professionell begleiten könnte", sagt Micheel. Dort verfüge man nicht nur über die notwendige Expertise, es gebe auch die notwendigen Kontakte. "Das ist eine außergewöhnlich vorteilhafte Voraussetzung für ein neues Verfahren, wie das angestrebte", ist Micheel überzeugt.

Micheel plädiert für eine neue GmbH

Der geschäftsführende Gesellschafter von "Creativevent" schlägt vor, eine "Bad Segeberg Management GmbH" (BSM) zu gründen. Diese sollte die Tourist-Info übernehmen und zentral Veranstaltungen organisieren. Einnahmen könnten beispielsweise aus der Parkraumbewirtschaftung, der Vermarktung von Werbeflächen, der Vermietung von Veranstaltungsflächen oder Provisionen aus der Zimmervermittlung generiert werden. Die Unternehmergemeinschaft "Wir für Segeberg" könnte neben der Stadt Anteile an der BSM erwerben.

Neue Tourist-Info am ZOB

Als eine der dringlichsten Maßnahmen nennt Micheel die Bebauung des ZOB: "Ein Areal, das bis heute nicht wirklich seinem Potenzial gerecht erschlossen wurde", sagt der Unternehmer. Nach dem Abriss des alten Gebäudekomplexes im Sommer 2014 liegt die Fläche nahezu brach. Urlauber wie Einheimische sprechen von einem wenig einladenden Entreé für Gäste, die zu Besuch nach Bad Segeberg kommen. Micheel will dies ändern – mit dem Bau eines neuen Busbahnhofs-Gebäudes mit stilisierten Indianer-Tipis, in dem vorrangig die Tourist-Info einziehen sollte. Neben einer Bäckerei oder einem Café könnten auch Aufenthaltsräume für Busfahrer und Toiletten in dem Gebäudekomplex unterkommen.

So weit ist die Stadtpolitik allerdings noch lange nicht: Nach dem Hauptausschuss muss nun zunächst die Stadtvertretung in der übernächsten Woche endgültig grünes Licht geben, die Aufgaben des Fremdenverkehrsvereins zu übernehmen. Damit ist zumindest sichergestellt, dass auch zukünftig Gästequartiere klassifiziert werden, Stadtführungen stattfinden können und ein gedrucktes Urlaubermagazin veröffentlicht wird. Dafür soll der Etat im städtischen Haushalt von 3000 auf 5000 Euro aufgestockt werden. Unterdessen wollen CDU und SPD unabhängig voneinander noch in diesem Jahr Vorschläge entwickeln und vorstellen, wie sie sich ein neues Marketing für Bad Segeberg vorstellen.

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