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Segeberg Mehr Einsätze: Neue Lösungen gesucht
Lokales Segeberg Mehr Einsätze: Neue Lösungen gesucht
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21:47 07.04.2019
Die Einsatzzahlen für Segeberger Wehren steigt schneller als die Mitgliedszahlen. Besonders die Tagesverfügbarkeit bereitet Probleme. Quelle: Jens Wolf/dpa
Kreis Segeberg

"Zu viele Aktive kann man nie haben", sagt Kreiswehrführer Jörg Nero im Gespräch mit der Segeberger Zeitung. Mit 4296 aktiven Mitgliedern in den Wehren im Kreis Segeberg ist ein Höchststand seit mindestens 2012 erreicht.

Trotzdem: Besonders bei der Tagesverfügbarkeit müsse man sich Gedanken machen. Die Einsatzzahlen steigen schneller als die Mitglieder in den Wehren.

1500 Einsätze mehr als in den Vorjahren

„Die Gesellschaft wird älter. Ob Türöffnungen oder Tragehilfe für den Rettungsdienst, die Anforderungen der technischen Hilfe werden höher“, skizziert Nero. Solche Einsätze seien vor allem am Tag, wenn viele der Einsatzkräfte nicht im Ort ihrer Wehr arbeiten.

Auch wenn durch den Hitzesommer 2018 die Löscheinsätze überwiegen mit 1688 (Vorjahr: 977). 1464 Mal wurden Segeberger Wehren im vergangenen Jahr für technische Hilfe etwa zu Unfällen oder für Türöffnungen angefordert, 2017 waren es sogar 2681 technische Einsätze.

Mit sonstigen Einsätzen und Fehlarmierungen rückten die 116 Wehren im Kreis 4974 Mal aus. Der Wert lag 2017 zwar deutlich höher mit 5526, jedoch bleiben die Einsatzzahlen für die ehrenamtlichen Kräfte auf hohem Niveau – in den Jahren 2012 bis 2016 waren es im Schnitt 3500 Anforderungen. Das waren durchschnittlich 1500 Einsätze weniger als im Jahr 2018.

Rathaus-Trupps oder hauptamtliche Einsatzkräfte denkbar

Hohe Belastungen hätten besonders die großen Wehren – Bad Segeberg mit mehr als 250 Einsätzen im Jahr oder Kaltenkirchen mit mehr als 300. Und jedes Mal müssten die ehrenamtlichen Helfer von der Arbeit los. „Hier wird man überlegen müssen, wie man sich für die nächsten 20 Jahre aufstellt“, so Nero im Gespräch mit der SZ.

Möglich wären hauptamtliche Einsatzkräfte oder sogenannte „Rathaus-Trupps“, Angestellte bei den Kommunen, die dann bei kleineren Einsätzen ausrückten, um die ehrenamtliche Wehr zu entlasten.

Aber auch die ländlichen Wehren sind vielfach gefordert. Die Wehren im Amt Trave-Land etwa wurden mehr als 700 Mal angefordert. Davon 143 Mal zu großen Bränden, dazu kommen 324 kleine und mittlere Feuer und 175 technische Hilfeleistungen.

Landrat fordert mehr Unterstützung beim Bau von Feuerwehrhäusern

Landrat Jan Peter Schröder dankte am Freitagabend den Blauröcken für ihr ehrenamtliches Engagement – nicht nur für die Einsätze, sondern auch die Zeit, die sie mit Übungen verbringen, um sich fit zu halten.

An den CDU-Landtagsabgeordneten Ole Plambeck unter den Gästen gewandt, forderte er Unterstützung des Landes für den Neubau und die Erweiterung von Feuerwehrhäusern, die durch erhöhte Anforderungen der neuen Technik, aber auch der Feuerwehrunfallkasse erforderlich sei.

Die bisher zur Verfügung gestellten Mittel reichten nicht einmal für einen Kreis, betonte Schröder.

Das kann auch Jörg Nero bestätigen. Neun Millionen Euro stelle das Land 2019 und 2020 für die Modernisierung und Neubau von Feuerwehrhäusern zur Verfügung. „Wir haben im Land einen Riesenbedarf von 53 Millionen“, so Nero.

80 Anträge seien aus dem ganzen Land gestellt worden. Klamottenlager, getrennte Duschräume, Hygieneschleuse, neue Abgasableitung, die Liste neuer Anforderungen ist lang. „Die Autos werden immer größer und schon ist das Rolltor zu klein“, sagt Nero. „Und Bauen ist teuer.“

Neue Feuerwehrgebäude kosten mehrere Millionen Euro

Was so ein neues Feuerwehrhaus kostet, kann man bei den Gastgebern in Trappenkamp sehen. Der Neubau hier soll knapp drei Millionen Euro kosten. Oder in Bad Segeberg, hier ist von 16 Millionen Euro die Rede. Aber auch kleinere Projekte wie der Anbau am Feuerwehrhaus in Garbek schlägt mit über einer halben Million Euro zu Buche.

Plambeck nahm die Bemerkung des Landrats auf und beendete seinen Dank an die Feuerwehrleute mit den Worten: „Und über die Finanzen reden wir noch!“ 

Für Nero müsste es nicht gleich das Füllhorn vom Land sein. „Zinsen sind günstig.“ Eine Finanzierung über 30 Jahre etwa mit festgeschriebenen Zinsen würde den Gemeinden auch schon helfen. Darüber werde man mit der Politik reden müssen.

Von Klaus J. Harm und Nadine Materne

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Von kn online

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