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Segeberg Neuer Lebensraum für Zauneidechsen
Lokales Segeberg Neuer Lebensraum für Zauneidechsen
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20:24 07.08.2019
Von Einar Behn
In dieser Woche wurden 17 kleine Eidechsenkinder ausgesetzt. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Der Standort ist gut gewählt. Der Wald war vor einigen Jahren wegen des Baus einer Hochspannungsleitung gerodet worden. Die Stiftung Naturschutz pachtete das rund drei Hektar große Gebiet, entfernte die nährstoffreiche obere Erdschicht, sodass nur eine magere Wiese zurück blieb, auf der gerade mal ein paar Birken sprießen.

 Ziel ist es, hier eine Heidelandschaft entstehen zu lassen, die es in Schleswig-Holstein kaum noch gibt. „Sie bietet ideale Lebensbedingungen für die Zauneidechse“, sagt Landschaftsplaner Janis Ahrens von der Stiftung Naturschutz. Die Tiere können sich sonnen und im Sand ihre Eier ablegen. Aber nicht nur Boden und Vegetation sind bestens geeignet, auch die Lage ist günstig, seit bei der Verbreiterung der nahe gelegenen Autobahn 7 eine Grünbrücke entstanden ist. „Ein großes Problem ist die Zerschneidung von Lebensräumen, was zu einer genetischen Verarmung führt“, so Ahrens. 

Grünbrücke erlaubt Ausbreitung

Die Tiere werden quasi zur Inzucht gezwungen, was, w ie beim Menschen auch, nicht gutgehen kann. Durch die Grünbrücke kann sich die Eidechse auf längere Sicht hin auch östlich der Autobahn ausbreiten und sich dort möglicherweise mit anderen Populationen vermehren.

Die landeseigene Stiftung Naturschutz will aber auch etwas nachhelfen. Diesmal wurden zunächst 17 junge Eidechsen ausgesetzt. Insgesamt sollen in drei Jahren 150 Tiere die Waldschneise in Bad Bramstedt zur neuen Heimat bekommen. 

Im Freilandterrarium gezüchtet

Die Echsen wurden von der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutz (GFN) in einem Freilandterrarium gezüchtet. Die Elterntiere waren mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg bei Lentföhrden eingefangen worden. Dort gibt es noch eine größere Population. Die Weibchen legen bis zu 16 Eier. Sie werden im Terrarium unter einer wärmenden Lampe in 30 bis 40 Tagen ausgebrütet. 

In Hasenkrug, wo in den letzten Wochen Sanddünen und Verstecke für die Eidechsen angelegt wurden, sollen im nächsten Jahr Tiere ausgesetzt werden. Die Elterntiere wurden dafür am Ketelvierth in Großenaspe eingefangen und werden zurzeit von der in Molfsee ansässigen GFN nachgezüchtet. Auch in Latendorf werden im nächsten Jahr Zauneidechsen ausgesetzt werden. In Negernbötel hatte die Stiftung bereits 2018 Eidechsen ausgewildert. 

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