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Segeberg Lebensgroße Figuren am Kneipp-Becken
Lokales Segeberg Lebensgroße Figuren am Kneipp-Becken
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20:35 22.02.2019
Künstler Sven Schöning aus Stipsdorf arbeitet derzeit an Modellen für eine lebensgroße Figurengruppe aus Bronze an der Seepromenade Bad Segeberg. Quelle: Nadine Materne
Stipsdorf/Bad Segeberg

Es ist zwar schon zwei Jahre her, dass der Stipsdorfer Künstler Sven Schöning an die Stadt Bad Segeberg herangetreten ist mit der Idee einer Figurengruppe rund um das Kneipp-Becken an der Seepromenade. Vergessen ist das Projekt aber noch nicht.

Derzeit arbeitet der 53-Jährige an Wachsmodellen, die er im Frühjahr der Stadt präsentieren möchte – um dann damit auch auf die Suche nach Sponsoren gehen zu können.

Verletzungen verzögerten das Projekt

Eine langwierige Handverletzung habe unter anderem dazu geführt, dass das Projekt länger ruhen musste, erklärt Sven Schöning. Auch der Resthof, den die Familie vor einigen Jahren in Stipsdorf gekauft hat, entpuppte sich als deutlich arbeitsintensiver als angenommen, erzählt er. „Das Haus musste kernsaniert werden.“

Im Garten der Familie kann man sich einen Eindruck davon machen, was Schöning an der Segeberger Promenade vorhat. Lebensgroße Figuren, in Bronze gegossen, stehen hier verstreut.

Es sind Stücke aus seiner Meisterarbeit während des Kunststudiums in Kassel: „Die Wartenden“. Nicht alle davon gefallen ihm heute noch. Sie sind Mitte der 1990er Jahre entstanden und waren eine Weile auf dem Kasseler Opernplatz ausgestellt.

„Das war ein großer, kahler Platz.“ Durch die Figuren werde ein Platz belebt. Es wirke, als stehe dort jemand, findet Schöning. Die Skulpturen laden auch zur Interaktion ein. 

Schöning hat auch die Figuren am Lübecker Kaufhof geschaffen

Von Dauer sind Schönings Figuren am Kaufhof in Lübeck (Schlutuper Straße/Brandenbaumer Landstraße). Ein älteres Paar scheint dort in einer Unterhaltung zu sein.

Ein Mann sitzt auf einer Treppe hinter den Buswartehäuschen und breitet die Arme aus. Ein spielendes Kind läuft ihm entgegen. Es sind Alltagsszenen, alle Generationen sind vertreten im Figurenensemble.

So ähnlich könnte es auch an der Bad Segeberger Promenade aussehen. Im Wohnzimmer arbeitet Schöning gerade an Wachsmodellen für fünf Figuren. Ein wassertretender Sebastian Kneipp, ein Kind, das auf einer Betonmauer balancieren könnte.

Eine Figur sieht aus, als würde sie am Rand des Beckens stehend mit dem Fuß die Wassertemperatur testen wollen. Dazu eine neugierig schauende Frau und in der Nähe ein älterer Herr mit Gehstock.

Die knapp 50 Zentimeter großen Modelle im Maßstab 1:3,3 sind noch bewusst sehr grob gehalten. „Die Figuren sind noch veränderbar“, betont Schöning. Details sollen dann die Entscheider bei der Stadt zu sehen bekommen. Noch sind die Modelle nur ein Eindruck von dem, was einmal am Großen Segeberger See stehen könnte.

Kahle Plätze durch Kunst beleben

„Die Figuren sollen Lust auf das Kneippen machen“, sagt Schöning, der in Hamburg und Kassel Kunst, Malerei und Bildhauerei studiert hat. Beim Besuch der Seepromenade sei ihm die Idee einer Figurengruppe gekommen. „Mir hat etwas gefehlt“, erinnert er sich.

Mit den Figuren möchte er den Ort lebendiger gestalten. Die Bronzeskulpturen wären schon aus großer Entfernung zu sehen, es wirke, als wäre etwas los am Becken.

Schon in einer früheren Arbeit beschäftigte sich Schöning mit Sebastian Kneipp, dem Mann, der die Wasserkur populär gemacht hat. „Viele wissen gar nicht, dass Kneipp selbst an Tuberkulose gelitten hat.“ Und durch seine Kaltbäder wieder gesund geworden sein soll.

"Das Projekt muss sich selbst tragen"

Doch bis die Szene am Segeberger Kneipp-Becken Realtiät werden kann, muss Schöning vor allem viel Geld einwerben. Von 150 000 Euro ging er bei der ersten Vorstellung 2017 aus. Ob das jetzt noch reichen wird, ist fraglich.

Der Aufwand für die Herstellung der Gussformen für die Figurenteile ist enorm. Mehrere Abdrücke sind nötig, bis eine Hülle entstanden ist, in die schließlich die flüssige Bronze gefüllt werden kann. Der Schaffensprozess dauert für sich schon Monate. 

Die Stadt Bad Segeberg steht dem Kunstprojekt weiterhin positiv gegenüber, sagt Bauamtsleiterin Antje Langethal. Sie freut sich auf die Vorstellung der Modelle, betont aber nochmal: „Das Projekt muss sich selbst tragen.“

Sven Schöning, Künstler aus Stipsdorf, möchte eine Figurengruppe für die Segeberger Seepromenade schaffen. Lebensgroß und aus Bronze - wie schon in früheren Projekten.

Von Nadine Materne

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