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Segeberg Bürgermeister sauer auf Stellvertreter
Lokales Segeberg Bürgermeister sauer auf Stellvertreter
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19:11 23.08.2018
Von Klaus-Ulrich Tödter
Bei der Vereidigung von Dieter Bracke (rechts) zum stellvertretenden Bürgermeister war die Welt mit Bürgermeister Hanno Krause (links) für ihn noch in Ordnung. Quelle: Klaus-Ulrich Tödter
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Kaltenkirchen

Die von der AfD losgetretene Diskussion um die kurz vor der Eröffnung stehende Begegnungs- und Bildungsstätte für Flüchtlinge in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Grundschule Lakweg weitet sich immer mehr aus und wird plötzlich zu einem großen Problem für die CDU.

Schule und Hort wurden informiert

Bracke war auf die AfD-Bedenken angesprungen und hatte als amtierender Bürgermeister in Vertretung von Krause erklärt, dass auch er über die Standortentscheidung nicht glücklich und darüber wohl nicht weiter nachgedacht worden sei. „Ich distanziere mich absolut von den Aussagen Brackes“, sagt Krause. Von keiner Seite, bei keiner Gelegenheit und in keinem Gremium habe es bis zum Vorstoß der AfD Kritik an der Standortentscheidung gegeben. Und natürlich habe die Verwaltung auch die nahe Schule und den Hort informiert. „Auch von dort gab es keine Bedenken.“

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Flüchtlingseinrichtung notwendig

Krause unterstrich, dass der bisherige Treff im KT-Tennisheim an der Schirnau geschlossen werden musste, weil er für den Sport benötigt werde. Am neuen Standort würden unter fachkundiger Anleitung auch viele Bildungsmaßnahmen durchgeführt und eine strenge Hausordnung gelten, die natürlich stets überprüft werde. „Eine solche Flüchtlingseinrichtung ist notwendig, weil sie der Integration dient“, so Krause. Das sehen auch CDU, SPD, Pro Kaki, FDP und Linke so.

„Im Gegensatz zu Dieter Bracke denken wir grundsätzlich nach, wenn wir uns zu solch wichtigen Punkten äußern“, sagt Bundschuh. „Die CDU sollte jetzt intern darüber nachdenken, ob sie die sehr wichtige Personalie des stellvertretenden Bürgermeisters nicht mit einer anderen Person anstelle von Bracke besetzen sollte“, sagt SPD-Fraktionschef Bernd Schädler.

FDP-Fraktionschefin Katharina Loedige bezeichnete die Bracke-Aussagen als „mehr als ungeschickt“.

CDU-Fraktionschef für Begegnungsstätte

Auch die CDU steht nach den Worten ihres Fraktionsvorsitzenden Hauke von Essen hinter dem Standort am Lakweg für die Flüchtlingsbegegnungs- und Bildungsstätte. So eine Einrichtung sei Teil der Integrationsbemühungen und absolut notwendig und gut, wie das „Café Cosmos“ am vorherigen Standort an der Schirnau gezeigt habe.

„Das ist seine rein persönliche Meinung“, sagte von Essen zu den Bracke-Aussagen. CDU-Bürgervorsteher Hans-Jürgen Scheiwe bezeichnete sie als „unglücklich“.

Bracke lehnt Rücktritt ab

Er stehe zum Standort des Flüchtlingstreffs, schiebt Bracke nun nach. „Den habe ich ja auch mitgetragen“, gibt er zu. Seine Aussage, dass der Standort nicht glücklich sei, „ist von mir etwas unglücklich ausgedrückt worden“. „Die Diskussion darüber sollte damit aber nun auch beendet sein“, meint der stellvertretende Bürgermeister: „Und die Sache ist auch kein Argument für mich, um zurückzutreten.“

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