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Segeberg Seltenen Lloyd restauriert
Lokales Segeberg Seltenen Lloyd restauriert
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07:02 23.05.2018
Von Alexander Christ
Karl-August Mohr aus Struvenhütten besitzt den wahrscheinlich einzigen noch erhalten gebliebenen Lloyd Alexander,  Baujahr 1951, in Kombiversion. Quelle: Alexander Christ
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Struvenhütten

„Auf einem Lloyd Alexander habe ich damals meine Führerscheinprüfung abgelegt“, sagt Karl-August Mohr (81). „Von dem Wagen meines Fahrschullehrers aus Hartenholm war ich von Anfang an restlos begeistert. Die einfache Technik, die Holzrahmenbauweise des Aufbaus und der geringe Verbrauch gefielen mir.“ Bereits kurz nach bestandener Führerscheinprüfung kaufte sich Mohr doch ein größeres Fahrzeug.

In einer Scheune entdeckt

Doch die Erinnerung an den Lloyd Alexander ließen ihn trotzdem nicht mehr los. 1962 entdeckte er durch Zufall in der Scheune eines Landwirts einen unrestaurierten Lloyd Alexander aus der von 1950 bis 1952 gebauten Reihe LS 300, wegen der Verwendung von Kunststofffolie im Volksmund liebevoll „Leukoplastbomber“ genannt.

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Doch der Wagen verschwand nach dem Erwerb zunächst in Mohrs Garage. 1980 machte er sich daran, das Auto fahrtüchtig zu machen. Ein schwieriges Unterfangen. Der über 20 Jahre nicht bewegte Lloyd war innen und außen in schlechtem Zustand. Da die Karosserieverkleidung marode war, konnte bei Fahrten in Schnee oder Regen Wasser eindringen. Mohr spuckte in die Hände und zerlegte das Fahrzeug in alle Einzelteile, gab einem Tischler den Auftrag, ein neues Holzrahmengestell zu bauen, polierte, schrubbte und lackierte den inzwischen angerosteten Motorraum des Veteranen.

Nur bei bestem Wetter wird gefahren

In der Niederlassung einer Automobilwerkstatt-Kette ließ er sich neue Fenster einbauen. Mohr: „Der Vorteil eines Lloyd Alexander ist, dass er glatte und nicht abgerundete Fenster hat. Ich brauchte mit nur Schablonen der Fenster abzeichnen und konnte sie schon ein paar Tage später abholen.“ Zudem wurden Sitze neu aufgepolstert, weitere kleine Verschleißteile erneuert sowie neue Kunststoffverkleidungen der Karosserie fixiert. Oberstes Gebot des Struvenhütteners war es, seinen „Leukoplastbomber“ nur bei bestem Wetter aus der Garage zu holen, denn Feuchtigkeit könnte aufgrund fehlender Ablaufmöglichkeiten das Karosseriekleid des Holzrahmengestells schwer beschädigen.

Bis zu 10000 Euro beträgt der Autowert

Rund drei Jahre schraubte und werkelte Mohr an der Restauration seines kleinen, von einem zehn PS starken Zwei-Zylinder-Motor mit 293 Kubikzentimeter Hubraum angetriebenen Liebhaberstücks. Exemplare in solch nahezu perfekt restauriertem Zustand werden heute in Szenekreisen mit über 10000 Euro gehandelt.

Doch ein Verkauf seines geliebten Lloyd Alexander LS 300 kommt für Mohr nicht infrage. „Es ist das Auto, auf dem ich meinen Führerschein machte und das meines Wissens deutschlandweit das einzig noch erhaltene Exemplar der Reihe ist, das als Kombi und nicht als Limousine gebaut wurde.“

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