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Segeberg Tafel braucht mehr Förderer
Lokales Segeberg Tafel braucht mehr Förderer
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00:17 21.10.2013
Von Isabelle Pantel
Gewählt beziehungsweise wiedergewählt wurden: (von links) Renate Kroll (Schriftführerin), Sigrid Vierow (Kassenwartin), Dagmar Beese (Vorsitzende), Birte Berend (Kassenprüferin), Bernd Wulff (2. Vorsitzender) und Manfred Wittkuhn (Kassenprüfer).
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Kaltenkirchen

„Eine Weile haben wir unter Brotknappheit gelitten“, sagte Vorsitzende Beese. Diese Phase sei jedoch zum Glück überwunden. „Auch wenn es mal Flauten gibt, ist unser Warenangebot im Großen und Ganzen gigantisch.“

 Die Kaltenkirchener Tafel versorgt aktuell rund 150 bedürftige Familien mit Lebensmitteln. Die Menge, die pro Kopf abgegeben wird, reguliert der Verein. Was in den Einkaufstüten landet, dürfen die Kunden aber selbst bestimmen. Sie zahlen pro Woche einen symbolischen Preis von 1 Euro und erhalten dafür Waren, die der Tafel von Supermärkten oder Lebensmittelproduzenten gespendet wurden. In der Regel handelt es sich dabei um Nahrungsmittel, die nicht mehr verkauft werden können, obwohl sie noch gut sind. Teilweise wurden sie auch falsch etikettiert, beispielsweise mit kyrillischen Buchstaben für den Export nach Russland.

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 Die Kaltenkirchener Tafel steht in engem Kontakt mit benachbarten Tafeln, unter anderem in Bad Bramstedt. Wenn ein Tafel-Verein Großspenden erhält, die er allein nicht verwenden kann, wird untereinander ausgetauscht. Außerdem versorgt die Kaltenkirchener Tafel auch oft den Mittagstisch im Christophorushaus. „So können wir verhindern, dass wertvolle Nahrungsmittel einfach weggeschmissen werden“, sagte Dagmar Beese.

 Wer Lebensmittel von der Tafel erhält, muss einen Nachweis für seine Bedürftigkeit erbringen. Ein Großteil der Kunden erhält Arbeitslosengeld II. Es kommen aber auch verstärkt Asylbewerber, derzeit aus dem Irak und aus dem Iran. Die überwiegende Mehrheit ist in Kaltenkirchen wohnhaft, nur vereinzelt kommen Abnehmer aus dem Umland.

 Der Verein hat 40 aktive Mitglieder. Viele davon gelangten über die Kaltenkirchener Freiwilligenbörse zur Tafel. Die Helfer holen Lebensmittelspenden bei Geschäften ab und verteilen die Waren einmal pro Woche an die Bedürftigen. Ausgabe ist mittwochs ab 16 Uhr in der Werner-von-Siemens-Straße 6. Die Zahl der Förderer ist etwas zurückgegangen und beträgt jetzt 55. „Daher lautet mein Appell an alle: Werbt Fördermitglieder“, sagte Beese an die 23 Versammlungsteilnehmer gewandt.

 Verhungern müsse in Deutschland auch ohne Tafelvereine niemand, ist sich die Vereinsvorsitzende sicher. Aber indem Bedürftige Kosten für Lebensmittel einsparen, können sie sich andere notwendige Dinge leisten. Häufig bekommt die Tafel auch sehr erfreuliche Rückmeldungen. „Wir hatten zum Beispiel einen Abnehmer, der so schwer krank war, dass wir ihm die Waren nach Hause bringen mussten“, erzählte Dagmar Beese. Kürzlich sei er dann wieder bei der Ausgabe gewesen - um seinen Tafelausweis abzugeben. „Er sagte, er habe jetzt wieder Arbeit. Ohne uns hätte er die schwere Zeit davor aber nicht überstanden.“

 Unter dem Tagesordnungspunkt Wahlen wurde der Vorstand bestätigt. Alle Abstimmungen gingen einmütig aus. Vorsitzende bleibt Dagmar Beese, ihr Stellvertreter Bernd Wulff. Als Kassenwartin wurde Sigrid Vierow wiedergewählt, als Schriftführerin Renate Kroll.

 Wer die Tafel finanziell oder mit Lebensmitteln unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 04191 / 955474 mit dem Verein in Verbindung setzen.