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Segeberg Schnuppertauchen war ein Erlebnis
Lokales Segeberg Schnuppertauchen war ein Erlebnis
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07:18 23.07.2018
Von Nicole Scholmann
Nun wird es ernst: Tauchlehrer Andy Grade ermutigt die jungen Schülerinnen, ins Tiefe zu tauchen. Quelle: Nicole Scholmann
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Struvenhütten

Das gelingt beim Anblick der ganzen Technik mit Neoprenanzug, Maske, Flossen, Pressluftflaschen, Bleigewichten und den Westen, an denen alles dranhängt, nur bedingt. Ok, das blau geflieste Freibad ist nicht der Itzstedter See, nicht die Ostsee oder das Mittelmeer – aber es ist der gute Start, um im Element Wasser eben mit der kompletten Ausrüstung erste Geh- beziehungsweise Tauchversuche zu unternehmen.

Erst Theorie, dann Praxis

Andy Grade, Marc Dewitz und Lisa Strößenreuter sind als Trainer mit dabei, allesamt erfahrene Taucher, denen man vertrauen kann und in meinem Fall auch sollte. Nach der Theorie kommt die Praxis. In zwei Vierergruppen geht es danach im 22 Grad warmen Wasser los, zunächst sind die Mädchen dran. Die Älteren schauen voller Respekt aber auch Skepsis von der Beckenkante zu. Sieht einfach aus. Strahlend und begeistert steigen die Jugendlichen nach einer guten Stunde nur widerwillig aus dem Wasser.

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Das Anliegen der Tauchlehrer ist es, jedem Anfänger ein gutes Gefühl zu geben und Sicherheit zu vermitteln. „Kindern und Jugendlichen ist das Tauchen am schnellsten zu vermitteln. Den sagst du etwas und sie machen es. Frauen hinterfragen vieles und denken zu viel nach“, sagt Andy (man duzt sich).  „Tauchen ist eben kein Kindergeburtstag“, meint der Tauchlehrer trocken.

Ein Arzt überprüft die Tauglichkeit

Vielmehr sei es eine Sportart, die körperlich und mental viel von dem Menschen verlangt. Bevor der Tauchschein in Angriff genommen werden darf, muss der Interessierte zum Arzt und sich durchchecken lassen. Auch wer Probleme mit der Höhe hat, sollte sich möglicherweise eine andere Freizeitbeschäftigung suchen. Im Freiwasser stehe man als Tauchen doch ab und an vor einem 60 Meter tiefen Unterwasserhang, erklärt Andy. Panik sei da fehl am Platze.

Die ersten Atemzüge unter Wasser sind noch etwas gequält, nach ein paar Momenten erinnern wir uns daran, tief und ruhig zu atmen. Es blubbert um uns herum, wenn wir ausatmen. Der nächste Schritt ist ein Tauchgang in 1,50 Metern Tiefe. Für jemanden, der nicht gerne im Wasser ist, ist das schon eine Herausforderung. Aber es klappt, auch bei Manuela Mehrens aus Struvenhütten, die zwar jeden Tag im Freibad aber das erste Mal beim Tauchen ist. Ihr Sohn Kevin habe gedrängelt, dass sie es ausprobieren solle – zumal das Schnuppertauchen vor der Tür angeboten werde.

Zum Schluss ging es in 3,80 Metern Tiefe

Eine dicke schwarze Linie auf dem Boden des Schwimmbeckens wird zum Ort der Entscheidung. Dort geht es runter auf 3,80 Meter. Dann kommt der Moment, der sich einprägt. Wir liegen bäuchlings an der Kante und Andy zieht uns langsam und bedächtig ins Tiefe. Dieses Handreichen, der Augenblick, in dem wir uns in die Hand eines Unbekannten geben und absinken, ist eine Erinnerung, die bleibt. Und dann tauchen wir am Grund, sammeln Gummitorpedos ein, üben den Umgang mit den Flossen und haben einen Riesenspaß.

Näheres zur Tauchschule Dive Center Nord gibt es hier, Infos zum Freibad hier.

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