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Segeberg Ein großer Wurf
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12:55 09.02.2019
Von Gunnar Müller
Tierheim-Leiterin Katja Vogel hält einen der drei Wochen alten Mischlingswelpen. Quelle: Gunnar Müller
Henstedt-UIzburg

„Für Fundtiere bekommen wir eine Pauschale von 65.000 Euro“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Seit 2018 fördert das Ministerium für Energie, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (Melund) Tierheime und tierheim-ähnliche Einrichtungen beim Betrieb und der Sanierung. Im abgelaufenen Jahr wurden rund 154.000 Euro ausbezahlt, so das Ministerium. Neben Kiel und Lübeck profitierte auch Henstedt-Ulzburg von der Finanzspritze.

Politik im Grunde einig bei Tierheim-Finanzierung

Die Landespolitik zeigt sich beim Thema Tierschutz und -heime weitestgehend einheitlich, lobte etwa der CDU-Landtagsabgeordnete Ole Plambeck in einer Haushaltssitzung. Der richtige Antrag des SSW, die Fördermittel für die Betriebskosten der Tierheime im Land auf 200.000 Euro zu verdoppeln und die Landesmittel für investive Maßnahmen in Tierheimen von 250.000 auf 450.000 Euro anzuheben, sei ein richtiger Schritt, um den Finanzierungsstau von mehr als zwei Millionen Euro nach und nach abzubauen. Bis jetzt stehen jedoch erst einmal 350.000 Euro zur Verfügung, die sich aus Zuwendungen für den Betrieb der Tierheime (100.000 Euro) und aus Zuschüssen für investive Maßnahmen (250.000 Euro) zusammensetzen.

Mehr Förderung - weniger Bürokratie für Tierheime?

Minister Jan Philipp Albrecht (Grüne) spricht von einer teils prekären Situation der Tierheime: „Wir brauchen die Tierheime in unserem Land und die vielen ehrenamtlichen Helfer.“ Auch im laufenden Haushaltsjahr unterstütze das Land diese Einrichtungen erneut mit 350.000 Euro. Annabell Krämer, finanzpolitische Sprecherin der FDP im Landtag, unterstützt das Ansinnen grundsätzlich, regt jedoch eine Überarbeitung der Förderrichtlinie an: „Das geht am besten, wenn auf unnötige Bürokratie wie aufwändige Nachweispflichten bei der Beantragung verzichtet wird.“

Tierheim Henstedt-Ulzburg

2006 wurde das Henstedt-Ulzburger Tierheim im Kirchweg gebaut. Aktuell sind dort 25 Katzen, 13 Hunde, acht Welpen, acht Vögel, 20 Kaninchen, elf Hühner und fünf Hähne untergebracht. Um die Tiere kümmern sich sechs Mitarbeiterinnen, eine Auszubildende und eine Bundesfreiwilligendienstleistende ("Bufdi") sowie etliche Ehrenamtliche. Der tragende Verein Tierschutz Henstedt-Ulzburg hat gegenwärtig rund 400 Mitglieder. Über zu vermittelnde Tiere können sich Interessierte auf der Homepage des Tierheims informieren.

Tierheim muss Eigenmittel aufbringen

Mit dieser Forderung würde Krämer bei Gaby Klönhammer im Tierheim Henstedt-Ulzburg offene Türen einrennen. „Bei den Anträgen muss man immer sehr viel liefern, was man als Laie kaum noch durchblickt.“ Für jedes Ansinnen müssten drei Angebote eingeholt werden. Zudem müssten bei einer fördernden Maßnahme 25 Prozent durch Eigenmittel gedeckt sein. 75 Prozent würden dann übernommen. Aber auch das gelte wiederum nur für eine einzige Maßnahme in einem Haushaltsjahr.

Charleen Bonna (von links) ist ehrenamtliche Mitarbeiterin. Huhn Louisa fühlt sich wohl auf dem Arm der Tierheimvorsitzenden Gaby Klönhammer.

Für Tierheim-Projekte fehlt noch das Geld

Nach der Bewilligung des Antrages im September 2018 schaffte das Tierheim zwei kleinere Gartenholzhäuser an, in denen nun Lagerflächen und eine Kleintierquarantäne-Station untergebracht sind. 12600 Euro an Fördermitteln haben die Henstedt-Ulzburger dafür erhalten. Als nächstes Projekt stehe der Bau einer Unterkunft für Nager und Vögel an. Ob sich das realisieren lasse, hänge auch von den Eigenmitteln ab. Neben all dem Finanziellen sollte eines nicht aus dem Blick geraten: „Tierheime geben Tieren eine Chance, neu geliebt zu werden.“

Weitere Infos zum Tierheim in Henstedt-Ulzburg und zu Tieren, die vermittelt werden sollen, finden Sie hier.

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