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08:00 15.01.2018
Von Gerrit Sponholz
Passend zu den Streithähnen aus Bronze vor dem Segeberger Gericht wird in Saal 2 ein Fall um Tierschutz verhandelt: In einem äußerst langwierigen Prozess muss das Schöffengericht über einen Landwirt urteilen, der seine Kühe auf dem Hof schlecht gehalten haben soll. Quelle: Gerrit Sponholz
Bad Segeberg

Die Vorwürfe gegen den Todesfelder Landwirt, die ab Dienstag weiter verhandelt werden, reichen weit zurück bis ins Jahr 2011. Seinerzeit hatten die besagte Kieler Staatsanwältin und eine Segeberger Kreisveterinärin gleich mehrere Bauern im Kreis Segeberg im Visier, unter anderem drei in Todesfelde und einen in Kisdorf. Die Landwirte würden ihre Herden nicht tiergerecht halten. In spektakulären Aktionen wurden Tiere amtlich eingezogen, abtransportiert und später notveräußert. Der nun angeklagte Todesfelder ist der Erste aus der Riege, die sich vor dem Schöffengericht verantworten muss.

Die Vorsitzende Richterin Sabine Roggendorf und ihre beiden Laienrichter als Schöffen versuchen seit einem dreiviertel Jahr in Detailarbeit, Licht ins Dunkel der Ställe zu bringen. Der Zustand jeder einzelnen Kuh wird rückwirkend erforscht und bewertet. Was schwerfällt. Nicht immer sind die Fotos aus früheren Hofkontrollen aussagekräftig. Die Rinder selbst sind nicht mehr in Augenschein zu nehmen. Als die Staatsanwaltschaft die Herde mit rund 400 Tieren 2013 beschlagnahmen wollte, hatte der Todesfelder Landwirt Wind davon bekommen und sie kurz vorher verkauft. Die Schweinezucht hatte er schon frühzeitig aufgegeben.

Die Beweisaufnahme leidet aus vielen Gründen. Zwischendurch wechselte der Tiersachverständige. Der jetzige, als europaweite Kapazität auf seinem Gebiet bekannt, ist für den Fall in Bad Segeberg nicht immer abkömmlich. Das Gericht lud einmal versehentlich falsche Schöffen ein. Zeitweise wurden Akten nicht wiedergefunden, dann fehlten Seiten in den Kopien für die Verteidigung. Das Gericht kämpft zudem mit widersprüchlichen Aussagen der Zeugen.

Vielleicht bringt nun ein verschlossener Umschlag mehr Klarheit. Er war kürzlich zufällig zwischen den Aktenbergen gefunden worden und enthält vier CDs mit Videoaufnahmen der Polizei von einer Hofdurchsuchung. Die Dateien werden jetzt kopiert und allen Prozessteilnehmern zur Verfügung gestellt.

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