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Segeberg Tiny-House-Siedlung für Bad Segeberg?
Lokales Segeberg Tiny-House-Siedlung für Bad Segeberg?
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20:47 06.02.2020
Von Michael Stamp
So könnte eine Tiny-House-Siedlung in Bad Segeberg aussehen - mit einer Menge Grün. Quelle: www.tiny-guest-house.de
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Bad Segeberg

Die extrem kleinen Häuser liegen im Trend – und diese Beliebtheit sollte die Kalkbergstadt nutzen, finden die Kommunalpolitiker vom BBS. Ein halbes Jahr lang haben sie recherchiert; in der kommenden Woche wollen sie das Thema im Sozialausschuss (Dienstag, 11. Februar) und im Bauausschuss (Mittwoch, 12. Februar) vorstellen. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.

Der Antrag sieht vor, dass eine eine Bebauung mit den winzigen Häusern im Stadtgebiet ermöglicht werden soll. „Dabei ist zu prüfen, auf welchen Flächen diese grundsätzlich denkbar ist. Das integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ist entsprechend zu erweitern.“ Durch die Aufnahme in das Konzept sollen sich Fördermöglichkeiten eröffnen.

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Nicht festgelegt ist die BBS-Fraktion, ob sich die Stadt selbst oder ein privater Investor um dieses Projekt kümmert. „Wir möchten erst einmal anschieben“, betont bürgerliches Ausschussmitglied Geneviève Honeck. Auch gehe es jetzt erst einmal um die Grundsatzentscheidung, dass die Tiny Houses eine gute Ergänzung zum sonstigen Wohnungsangebot in Bad Segeberg sind, sagt Fraktionsvorsitzender Jürgen Niemann.

Die kleinen Häuser besitzen eine sehr geringe Wohnfläche zwischen 20 und 70 Quadratmetern. Sie kosten laut BBS-Recherchen etwa 30000 bis 80000 Euro und werden als komplettes Gebäude angeliefert. Meist besitzen sie einen Unterbau mit Rädern, so dass sie transportiert und anderswo aufgestellt werden können. 

Da sich viele Tiny-House-Besitzer zumindest die Möglichkeit offenhalten wollen, ihren Wohnort nach einigen Jahren zu verändern, müsse man beim Anbieten der Grundstücke auf diese Wünsche eingehen und beispielsweise eine Pacht statt eines Kaufs in Betracht ziehen. 

Bauantrag wie bei einem normalen Wohnhaus

Auf dem Gelände müssen die herkömmlichen Erschließungen erfolgen: Strom, Wasser und Abwasser. Geheizt wird, wie Gunther von Tluck und Toschonowitz erklärt, in den kleinen Häusern oft mit Holzpellets. Für die Errichtung der Häuser sei allerdings ein Bauantrag wie bei einem herkömmlichen Wohngebäude nötig – mit allem Drum und Dran.

Allerdings wird ein nicht allzu großes Grundstück benötigt. Häudig genügen den Tiny-House-Besitzern Flächen mit 100 bis 200 Quadratmetern. So genießen sie die Vorzüge einer kleinen Wohnung mit den Freiheiten, den der eigene Garten bietet. 

Eine spezielle Zielgruppe gibt es nach Einschätzung der BBS-Fraktion nicht. Für ältere Menschen, die ihren Wohnraum verkleinern und zugleich ihre Unabhängigkeit wahren wollen, sei dieses Konzept geeignet; ebenso für junge Leute mit wenig Finanzkraft. Es gebe sogar die Möglichkeit, ein Modulhaus zu errichten und stückweise zu erweitern. 

Parkplätze und Briefkästen zentral anlegen?

Die Freie Wählergemeinschaft regt an, eine Nachverdichtung auf kleinen Grundstücken in Bad Segeberg durchzuführen. Zugleich fände sie aber auch eine reine Tiny-House-Siedlung toll. „Solche kleinen Quartiere könnte man 100-prozentig ökologisch entwickeln“, sagt Gunther von Tluck und Toschonowitz. Wie das aussehen könnte, ist auf der Website www.tiny-guest-house.de zu sehen.

Die Häuser müssen aktuelle Werte in Sachen Energieeffizienz erfüllen. Parkflächen und Briefkästen könnten zentral angelegt werden. Bei den Gebäuden gebe es auch barrierefreie Exemplare, betont Geneviève Honeck. Eine Siedlung mit Tiny Houses sei platz- und ressourcenschonend.

BBS-Fraktionschef rechnet mit Warteliste

Die Wählergemeinschaft ist gespannt, wie die anderen Fraktionen auf die Idee reagieren, denn sie sollen mit ins Boot geholt werden. Von Tluck: „Wir wollen da keine BBS-Nummer draus machen.“ Niemann ist optimistisch, dass dieses Angebot bei den Kunden ankommt. „Die Nachfrage ist so groß, dass es wahrscheinlich eine Warteliste geben wird.“ 

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