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Segeberg Gedenktafel verwüstet
Lokales Segeberg Gedenktafel verwüstet
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16:03 15.07.2019
Von Nicole Scholmann
Die neue Gedenktafel zu Ehren von Josef Tichy, der während des „Todesmarsches“ von Hamburg-Fuhlsbüttel nach Kiel an dieser Stelle erschossen wurde, wurde beschmiert. Inzwischen ist das untere Schild mit dem Portrait geklaut worden. Quelle: Privat
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Kisdorf

Der oder die Täter hatten zunächst das Schild mit brauner Farbe beschmiert. Am vergangenen Sonntag wurde die Tafel am Kistlohweg im Laufe des Vormittags erneut beschädigt. „Hier wurde der Metallrahmen umgebogen und das darin befindliche Bild des 1945 an der Einmündung Kistlohweg/Kisdorf-Feld erschossenen Josef Tichy entwendet“, erklärte Mühlenberger. Beamte der Polizeistation Henstedt-Ulzburg haben die Ermittlungen aufgenommen und suchen nun Zeugen, die Hinweise auf den oder die Täter und auf den Verbleib des Bildes geben können. Die Polizeistation Henstedt-Ulzburg ist unter Telefon 04193/99130 erreichbar.

Heimatbund ist entsetzt

Auch der Schleswig-Holsteinische Heimatbund ist erschrocken über die Taten. Deren Bildungsreferentin Annika Krümmel erklärte: „Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund, die Biografien-Arbeitsgruppe Todesmarsch Hamburg-Kiel 1945 und die Gemeinde Kisdorf bedauern diesen Vandalismus sehr und sind entsetzt über diese Taten.“

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Der Heimatbund hat sich vorgenommen, gemeinsam mit Kommunen, Archiven und Schulen, Gedenktafeln an den Orten aufzustellen, an denen Marschteilnehmer ermordet wurden. Nach der Aufstellung von Tafeln in Bad Bramstedt, Neumünster-Einfeld, Neumünster-Wittorferfeld und Kaltenkirchen wurde am 13. Juni in Kisdorf-Feld eine Gedenktafel für den Ermordeten Josef Tichy errichtet. Die Farbschmierereien seien ohne Rückstände entfernt worden, „leider kam es erneut zu Vandalismus an dieser Stelle. Das Porträt von Tichy wurde gestohlen, zudem wurden die Metallträger unter Gewalt verbogen, so dass das Schild nicht mehr geradesteht“.

Erinnerung an ein dunkles Kapitel

Die Chaussee Altona-Kiel wurde als erste Kunststraße in Schleswig-Holstein in den Jahren 1830/32 erbaut und ist nach Ansicht des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ein geschichtlich bedeutendes Zeugnis des Straßenbaus. Die Chaussee berge jedoch ebenfalls ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Sie war Schauplatz des sogenannten „Todesmarsches“. Wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurden etwa 800 Gefangene von der SS mit vorgehaltener Maschinenpistole auf Befehl der Hamburger Polizei aus dem Gefängniskomplex Fuhlsbüttel ins „Arbeitserziehungslager Nordmark“ nach Kiel getrieben. Etliche Menschen kamen zu Tode.

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