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Segeberg Amerikaner traf Retter aus Wahlstedt
Lokales Segeberg Amerikaner traf Retter aus Wahlstedt
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18:56 11.07.2019
Von Michael Stamp
Bei einem Gala-Dinner in New York standen sich Stammzellenspender Marco Büsen (links) aus Wahlstedt und Empfänger John Wolf erstmals gegenüber und schlossen einander in die Arme. Quelle: Privat
Wahlstedt

Auf die Idee, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen, war Marco Büsen (29) im Jahr 2015 gekommen. Eine Frau aus einem Nachbardorf war schwer erkrankt und hoffte, dass es irgendwo auf der Welt einen genetischen Zwilling gibt, der sie retten kann. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei rief zu einer Registrierungsaktion auf. „Mir war vor der Spende schon bewusst, dass ich, wenn ich jemals spenden sollte, meinen Empfänger unbedingt kennenlernen möchte!“, erinnert sich Marco Büsen

Überraschend schnell wurde er zur Spende gebeten

Damit gerechnet, dass er so schnell tatsächlich spenden kann, habe er allerdings nicht. Doch nur ein Jahr später flatterte Post ins Haus: die Benachrichtigung, dass er als Spender für einen Patienten infrage kommt. „Ich habe mich gefreut und war überrascht, mit weiteren Emotionen war das aber noch nicht verbunden“, erzählt der 29-Jährige, der ein leidenschaftlicher Bodybuilder ist. „Ich war natürlich aufgeregt, aber auch bestens aufgeklärt.“ 

Eingriff dauerte elf Stunden an zwei Tagen

Die ambulante Spende dauerte bei Marco Büsen elf Stunden, die auf zwei Tage verteilt waren. „Nach der Spende war ich einfach nur platt und ausgelaugt, und habe den halben Nachmittag geschlafen. Danach war ich sofort wieder fit.“ Freunde und Bekannte des Wahlstedters reagierten sehr positiv auf die Spende. „Alle haben sich gefreut und waren total aus dem Häuschen. Die Spende hat in meinem Umfeld viele Denkanstöße gegeben.“ 

Persönliches Treffen war erst nach zwei Jahren möglich

Ein sofortiges Treffen mit dem Empfänger war aber nicht möglich. Aufgrund der Bestimmungen dürfen sich Spender und Patient erst nach zwei Jahren persönlich kennenlernen. Zuvor ist lediglich eine anonyme Kontaktaufnahme möglich. Als die Identitäten dann aber aufgedeckt werden durften, hatte Marco Büsen ein ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk in der Post: einen Brief des 78-jährigen John Wolf aus den USA. „Er schrieb mir, wie unfassbar dankbar er mir ist und dass er dies kaum in Worte fassen kann. Außerdem erzählte er mir über sein vergangenes Leben, seine Familie und wie sehr er sich freuen würde, wenn wir uns kennenlernen könnten.“

Für eine Woche nach New York eingeladen

John Wolf schlug vor, den Wahlstedter beim „Bone Marrow Diner“ kennenzulernen. Die Northwell Health Organisation, die für die Transplantationen in den USA verantwortlich ist, lud Marco Büsen daraufhin für eine Woche zu diesem Event nach New York ein. Marco Büsen sagte sofort zu. „Ich war total aufgeregt. Dieses Gefühl entwickelte sich exponentiell. Sonntags nach der Anreise, freute ich mich erstmal auf New York, den Urlaub und natürlich das Treffen. Dienstagmorgen konnte ich schon an nichts Anderes mehr denken.“

Bei Gala-Dinner standen sie sich gegenüber

Das „Bone Marrow Diner“ fand im Crest Hollow Country Club statt, einer „Lokalität wie aus einem Hollywoodfilm“, wie Marco Büsen sagt. „Es war überwältigend. Alles hat sich angefühlt wie ein Traum.“ Von Kameras begleitet, traf Marco Büsen schließlich zum ersten Mal auf John Wolf, dem er mit seiner Stammzellspende im Kampf gegen das Myelodysplastische Syndrom helfen konnte. „Wir haben uns, statt uns die Hand zu schütteln, gleich in die Arme geschlossen und sofort war dieses Band da, was Spender und Empfänger beim ersten Kennenlernen verbindet.“

John Wolf möchte der "Blutsgroßvater" sein

Etwas später hatten die beiden Männer dann auch Zeit, in Ruhe miteinander zu reden. „Er hat mir seine volle Dankbarkeit ausgesprochen und sagte, dass er froh sei, wenn er mein „Blutsgroßvater“ sein dürfe“, erzählt Marco Büsen. „Natürlich habe ich dem zugestimmt und ihm versichert, dass er und seine ganze Familie nun auch zu meiner Familie gehören.“

Gern würde der Empfänger zu Besuch nach Wahlstedt kommen

Marco Büsen verbrachte noch mehrere Tage mit John Wolf, dessen Frau Carol und der Familie. Dabei soll es aber nicht bleiben. „Ich habe vor, mindestens alle zwei Jahre dorthin zu fliegen und ihn zu besuchen, wahrscheinlich sogar nächstes Jahr.“ Wenn die Gesundheit mitspielt, will John Wolf gern zu Besuch nach Wahlstedt kommen. Über die Frage, ob er ein weiteres Mal spenden würde, muss Marco Büsen nicht einmal nachdenken. „Sofort. Die Frage würde sich mir gar nicht stellen.“

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