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Segeberg Trainingsgelände: So geht es weiter
Lokales Segeberg Trainingsgelände: So geht es weiter
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18:49 03.02.2020
Von Sylvana Lublow
Auf einem Gelände im Gewerbegebiet Moorkaten wollen die Motorsportler künftig trainieren. Ob sich der Wunsch erfüllen wird, hängt von der Entscheidung der Kommunalpolitik ab. Quelle: Sylvana Lublow
Kaltenkirchen

Acht Monate nach der Vor-Ort-Hörprobe sollen in der Sitzung des Bauausschusses am 16. März und in der Stadtvertretung am 24. März die Weichen gestellt werden.

Das geplante Trainingsgelände für Enduro- und Motocross-Fahrer hat im vergangenen Jahr für viel Wirbel gesorgt. In der Kommunalpolitik und auch bei den Bürgern herrschte große Uneinigkeit. Sowohl der zu befürchtende Lärm als auch die Umweltschäden standen zur Debatte. Die Diskussionen waren teilweise sehr emotional. 

Zumindest was den Lärm betrifft, konnten einige Ängste ausgeräumt werden: Die Hörprobe im vergangenen Juli ergab, dass die meisten Motorgeräusche von denen der A7 geschluckt werden. Auch die zuvor schon angefertigten Gutachten versprachen, dass von den Motorengeräuschen im knapp einen Kilometer entfernten Wohngebiet kaum etwas ankommen werde. 

Emotionen raus, Sachargumente rein

Die Verwaltung ist derzeit noch dabei, den Bebauungsplan vorzubereiten. Da geht es zum Beispiel um die Kostenschätzung für die erforderlichen Planungsleistungen, der Ausgleichsflächen und der Inhalte des Nutzungsvertrages. „Ein Ja zu dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans wäre ein richtiges Signal, um aus einem emotionalen Verfahren ein sachgerechtes werden zu lassen“, sagt Bürgermeister Hanno Krause: „Darauf hat die Allgemeinheit einen Anspruch.“ Für ein demokratisches und transparentes Verfahren sei ein Aufstellungsbeschluss unbedingt nötig. „Es kommt ein intensives und langwieriges Verfahren auf uns zu“, so Krause. Die endgültige Entscheidung kann nach derzeitiger Planung erst im Juni 2021 gefällt werden. 

1300 Unterschriften gesammelt

Auch der MSC war fleißig in der Zwischenzeit. „Wir haben in den vergangenen Monaten 1300 Unterschriften für die Akzeptanz des Motorsports gesammelt“, sagt Vorsitzende Monika Henning. Diese sollen in Kürze öffentlich der Verwaltung im Rathaus übergeben werden. Außerdem möchte sich der MSC Kaltenkirchen einem Sport-Audit unterziehen. „Das ist eine Zertifizierung, die als Maßnahmenplan für uns dienen soll“, erklärt Henning. Dabei gehe es vor allem um die Bereiche Umwelt- und Arbeitsschutz. Ein Vereinsmitglied habe sich damit über einen längeren Zeitraum beschäftigt und zu rund 1700 Fragen Stellung bezogen. Henning erklärt: „Da geht es zum Beispiel auch um den Umgang mit Benzin. Unsere Fahrer dürfen nur noch in einem bestimmten Areal nachtanken.“

Über Regelwerk wird abgestimmt

Doch zunächst müssen die Mitglieder darüber auf der kommenden Mitgliederversammlung am Donnerstag, 13. Februar, abstimmen. „Es soll eine Absichtserklärung für das Regelwerk, dem wir uns zusätzlich unterziehen wollen, beschlossen werden, für die wir eine Zweidrittel-Mehrheit benötigen“, so Henning. Die dann vollzogenen Maßnahmen werden regelmäßig überprüft, um das Zertifikat aufzufrischen. 

Die Gegner des Trainingsgeländes hätten vor allem Bedenken wegen der Belastung der Umwelt, sagt Henning und betont: „Wir wollen da nichts plattmachen. Uns ist auch daran gelegen, dass es funktioniert.“ Als Beispiel dafür, dass sich Natur und Motocross nicht ausschließen müssen, nennt sie die Motocrossanlage am Teterower Bergring. „Wer sieht, wie schön die Natur dort ist, weiß, dass es nicht so schlimm wird, wie viele vermuten.“ Die Stimmung im Club sei gespannt. „Das Wir-Gefühl ist gewachsen“, sagt Henning. Ob sich die Kommunalpolitiker am Ende für das Trainingsgelände entscheiden, will die Club-Chefin nicht vorhersagen. „Es steht 50 zu 50“, sagt sie. 

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