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Segeberg Mittelalterspektakel mit Schlacht
Lokales Segeberg Mittelalterspektakel mit Schlacht
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15:09 12.05.2019
Von Detlef Dreessen
Sachsen (links) und Slawen bekämpften sich bis aufs Blut. Gefangene wurden nicht gemacht bei der Schlacht bei Suentana im Erlebniswald. Quelle: Detlef Dreesen
Trappenkamp

130 Kämpfer in originalgetreuem Outfit stellten die Schlacht dar, die sich im Jahr 798 wahrscheinlich in dieser Region abspielte. Auf einem Feld unweit der Schwentine trafen heimische Sachsen und Slawen aus dem Osten aufeinander. Die Slawen waren vom Frankenkönig instrumentalisiert worden, um dessen Reich über die Elbe hinaus auszudehnen. Tausende von Kämpfern kamen um, die Sachsen unterlagen den Slawen, die durch hochgerüstete Franken unterstützt wurden, und der blutrünstige Karl war seinem Großreich ein Stück näher, das er wenig später als „Kaiser Karl der Große“ beherrschen durfte.

Die Rache des Kaisers Karl

Karl habe sich nur für einen Mord an seinen Botschaftern gerächt, die kurz zuvor von Sachsen umgebracht worden seien, behauptete später Karls Chronist Einhard in seiner Chronik. Diesen Chronisten spielte bei der Schlacht im Erlebniswald Gerald Bunz aus Wahlstedt, Sprecher des Organisatorenteams. In schwarzem Gelehrtengewand moderierte er das Geschehen.  Groß und Klein konnten so verfolgen, wie die Franken sich unter ihrem Schildwall den Sachsen näherten, und wie die Sachsen ihrerseits mit Pfeil und Bogen versuchten, die Gegner auf Distanz zu halten, bis es zum Nahkampf Mann gegen Mann kam.

„Eins, zwei, drei…“, zählte ein Steppke die Zahl der Kämpfer, die „tot“ zu Boden gingen. Doch Gerald Bunz erinnerte immer wieder daran, dass es nur ein Schauspiel war. Am Ende durften die Kinder mit ihrem Applaus die „Toten“ wiederbeleben.

Heereslager mit Handwerkermarkt

Auch das Heerlanger nebenan war wieder ein Anziehungspunkt. Dort zeigten 280 Mittelalterfans, wie man vor 1200 Jahren lebte. Geschlafen wurde in Zelten, gekocht auf offenem Feuer im Tontopf, Stoffe für Kleidung wurden gewebt und geknotet. „Die Muster sind historisch. Sie stammen von archäologischen Funden“, berichtete Bettina Möller, die mit der mittelalterlichen Technik des Nadelbindens dauerhafte Mützen anfertigte. Als Material nutze sie reine Schafwolle, die sie selbst mit Naturfarbstoffen einfärbt.

„Schüsseln wurden damals gedrechselt“, berichtete Jochen Timmermann aus Kellinghusen und zeigte , wie einst mit einfachsten Mitteln ohne Strom und Maschinen Geschirr hergestellt wurde.

Beliebt waren auch Bastelstände. Wer wollte, durfte dort Lederbeutel selbst anfertigen. Bei einer Rallye mit Fragen zu Natur und Mittelalter konnten die Kinder etwas gewinnen. Einige Händler verkauften Leder und Stoffe, aus denen Mittelalterfans ihre Kleidung herstellen, aber auch Met und Waffen.

Nächste Schlacht in zwei Jahren

„Der historische Anspruch und die Atmosphäre hier sind sehr angenehm“, lobte „Slawe“ Max Jänicke. Der 26-Jährige ist im echten Leben Ingenieur. Er war aus Berlin angereist, um am Wochenende teilzunehmen. Auch die Kämpfe seien sportlich, aber ohne falschen Ehrgeiz. Es sollte schließlich niemand ernsthaft verletzt werden. Das sah auch Bastian Mayer aus Buchholz in der Nordheide so. „In meiner Steinschleuder“, verriet er, „habe ich Klumpen aus alten Socken.“

Den Markt soll es im nächsten Jahr auch wieder geben, die Schlacht erst wieder 2021.

Beim Mittelalterwochenende im Erlebniswald Trappenkamp wurde ein historische Schlacht aus dem Jahr 798 nachgestellt. Dazu gab es einen großen Markt und ein Heereslager.
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