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Segeberg Theater gegen Mobbing
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18:26 08.02.2019
Von Detlef Dreessen
Gebannt verfolgten die Schüler der Richard-Hallmann-Schule, wie Sarah (Aileen Oldenburg) ihre ehemalige Freundin durch fiese Einträge im Internet fertig machte - die Kinder lassen sich später von ihr mitreißen. Quelle: Detlef Dreessen
Trappenkamp

Es war nur ein Theaterstück, mit einfachsten Mitteln auf die Bühne der Mensa in der Richard-Hallmann-Schule gebracht. Doch Aileen Oldenburg und Natalia Voskoboynikova vom Berliner Theaterprojekt „Bühnengold“ spielten „Klick & Kill“ mit hoher emotionaler Intensität. 

Es beginnt mit einem Foto und dummen Sprüchen

Der Beginn ist banal. Zwei Menschen, Sarah und Maria, entwickeln eine tiefe Freundschaft, im Laufe der Zeit werden Fotos geschossen. Doch dann gerät eines der Bilder mit unvorteilhafter Pose in den öffentlichen Bereich der sozialen Medien. Das Foto wird von einigen Betrachtern mit dummen Sprüchen bedacht. 

Tief gekränkt kündigt Sarah (Aileen Oldenburg) die Freundschaft und entwickelt Hass, aus dem heraus sie unablässig Bosheiten und Lügen über die frühere Freundin im Internet verbreitet.

Während die Gescholtene beteuert, dass nicht sie das Foto veröffentlicht hat und immer wieder um Versöhnung fleht, wird das böse Spiel für die Zuschauer faszinierend. Als Sarah Zettel mit Aufschriften wie „Schlampe“, „Bitch“ und „Lesbe“ verteilt, greifen die Kinder beherzt zu und rufen Maria die Beschimpfungen laut entgegen. Die Spirale dreht sich weiter. Maria ruft verzweifelt: „Warum macht ihr das alle mit?“ Die Reaktion: Dutzende Kinder bewerfen das Opfer mit den Zetteln. Ein Junge durchquert dazu den ganzen Raum.

Kinder wenden sich gegen das Mobbing-Opfer auf der Bühne

Ein letzter Hilferuf Marias verhallt. Die Kinder merken nichts – bis sie einen langen Strick nimmt und ihn langsam zusammen rollt. „Tu es“, wird ihr von mehreren Schülern entgegen gerufen. Nur wenige zarte Stimmchen rufen „Nein, tu es nicht.“ 

Maria geht hinter einen Vorhang. Ein Stuhl kippt heraus. Einige Schüler fangen an zu weinen, werden von den Lehrerinnen hinausbegleitet.

„Maria hat sich im Klassenzimmer umgebracht“, sagt Aileen Oldenburg – nun Marias Mutter darstellend – mit weinender Stimme. Es wird ruhig in der Mensa. Das Stück ist vorbei. Die Erklärung für das anfänglich Foto-Posting baumelt an der Wand: „Mein Account wurde gehackt.“

Cybermobbing beginnt in der fünften Klasse

Als Natalia Voskoboynikova lebendig wieder auf die Bühne kommt und mit ihrer Kollegin zu Fragen einlädt, ist die Stimmung ernst, aber gelöst.

„Wir haben dieses Stück ausgesucht, weil Cybermobbing in der fünften Klasse beginnt“, erklärte Lehrerin Hannelore Hermeyer. „Wir versuchen, es im Urkeim zu erwischen.“ Sie habe schlucken müssen, als die Schüler das böse Spiel mitmachten. Dass die Kinder nichts bei solchen Beleidigungen und Verunglimpfungen denken, sei entwicklungspsychologisch bedingt. „Die Empathie, das Mitgefühl, ist noch nicht so ausgereift.“

Umso wichtiger sei, dass Eltern mit ihren Kindern das Thema besprechen, meint die Lehrerin. „Wir werden es in einem Elternabend aufgreifen.“

Diesen Schritt muss man erst einmal wagen: Mit 30 den Schuldienst verlassen, um etwas Neues zu beginnen. Sophie Baierl ist diesen Weg gegangen und bereut nichts „Ich bin total glücklich, diese Entscheidung getroffen zu haben“, sagt die Bildungsreferentin des Kreisjugendringes (KJR).

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