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Segeberg Wohngebiete statt Industriebrache
Lokales Segeberg Wohngebiete statt Industriebrache
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08:23 11.10.2019
Von Detlef Dreessen
Das ehemalige Ducke-Gelände in Trappenkamp soll in ein Wohngebiet verwandelt werden. Die Gemeinde hat dies als ein zentrales Vorhaben in die Planung für die Städtebauförderung aufgenommen. Quelle: Detlef Dreessen
Trappenkamp

Seit Jahrzehnten wird bereits darüber diskutiert, wie Gewerbeflächen und Wohnbebauung in Trappenkamp auseinander sortiert werden können. Besonders im Bereich der Rudolf-Ducke-Straße und Erfurter Straße wird das Gewerbe als störend empfunden.

Schwere LKW, die durch Wohngebiete fahren und die Straßen belasten sind ebenso wenig eine Freude für die Nachbarn wie Lärm, der das sommerliche Nickerchen im Garten stört. Das war schon vor mehr als zehn Jahren Thema in Trappenkamp. Anwohner forderten Lärmbegrenzungen im Bereich östlich und westlich der Hermannstädter Straße

Flächen für Wohnungsbau sind rar in Trappenkamp

Noch dringender wird die Lage dadurch, dass Trappenkamp bei der Entwicklung auf mehr Einwohner setzt und dazu mehr Bauflächen in Zentrumsnähe benötigt. Da die Fläche der Gemeinde aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte auf das Terrain des ehemaligen Marine-Sperrwaffenarsenals beschränkt ist, müssen sich die Kommunalpolitiker etwas einfallen lassen, wo noch gebaut werden kann.

Für den Wohnungsbau geeignete Flächen sind rar. Zuletzt halfen die Abwicklung der Strabag-Niederlassung und die für die Gemeinde eigentliche bedauerliche Insolvenz des Sport- und Waldhotels der Gemeinde. Durch den Abriss wurden jeweils große Flächen für Einfamilienhäuser östlich der Hermannstädter Straße frei.

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Da diese Grundstücke inzwischen bebaut sind, will die Gemeinde nun an die zentrumsnahen Gewerbeflächen in der Rudolf-Ducke-Straße (ehemals Forstmeister-Straße) und in der Erfurter Straße.

Industrieflächen im Ortszentrum

In den ersten Jahrzehnten der Entstehung Trappenkaps hatte man sich keine Gedanken gemacht, dass Broterwerb und Wohnraum sich stören könnten. Die Industrie war willkommen, um die Flüchtlinge zu ernähren.

1951 gründete Ducke in der „F-Schneide“ die „Rudolf Ducke Getränkeindustrie“. Das Gewerbe bestand zunächst aus der Herstellung von Spirituosen und dem Großhandel mit Spirituosen, Wein und Sekt.

Im Jahr 1953 wurde der Biergroßhandel hinzugenommen. Der Betrieb füllte nun auch die Rudi-Brause und Sinalco ab. Nach seinem Likör „Forstmeister“ wurde die F-Schneise in Forstmeister-Straße umbenannt. 

Doch diese Zeiten sind vorbei. Seit fünf Jahren fahren keine Getränketransporter mehr vom Duckegelände nach nah und fern. Stattdessen stehen dort Fahrzeuge von Schaustellern. Für die Ortsentwicklung ist das kein Gewinn, sind sich die Gemeindevertreter einig. Ihr Ziel: Die Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohngebiete.

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Auch die anderen Anlieger der Straße dürften sich freuen, wenn statt LKW nur PKW die Straßendecke belasten – und dadurch letztlich weniger Schäden entstehen und Straßenausbaubeiträge sinken. 

Leer stehen auch die ehemaligen Discounter-Immobilien in der Erfurter Straße.

Neue Gewerbeflächen gekauft

Wenn die Umwandlung in Wohngebiete durch die Städtebauförderung bezuschusst wird, geht für Bürgermeister Harald Krille ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Das Gewerbe muss dabei nicht aus Trappenkamp verschwinden. Im Norden der Gemeinde wurden bereits Flächen für ein neues Gewerbegebiet erworben.

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