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Segeberg "Traumschiff" beim Feuerwehrball
Lokales Segeberg "Traumschiff" beim Feuerwehrball
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20:10 03.11.2019
Von Klaus J. Harm
Einen aufregenden Abend erlebten mehr als 300 Feierwillige im Vitalia Seehotel. Die Crew der "MS Bad Segeberg" erteilte jedem Bedürftigen eine Abfuhr. Quelle: Klaus J. Harm
Bad Segeberg

Selbst Wehrführer Mark Zielinski weiß nicht genau, wie lange die Tradition des festlichen Feuerwehrabends zur Einleitung der Ballsaison schon existiert. „Das Eisbeinessen gibt es seit 1927 – aber der Ball? Keine Ahnung!“ Weit über dreihundert Gäste waren diesmal gekommen, um zur flotten Musik der Gruppe „Babs & Friends“ zu schwofen.

Die Stadtoberen bekamen ihr Fett weg

Die Tanzfläche war dicht bevölkert, bis es Zeit für den sehnlichst erwarteten Auftritt der 40-köpfigen Gesangs- und Kabarettgruppe der Feuerwehr war. Wie in jedem Jahr hatte das „MOMO-Team“ (Marion David, Oliver Svensson, Mark Zielinski und Oliver Schulz) die Texte geschrieben und Musikmeister Heiko Kremer die Melodien ausgesucht. Und erneut bekamen die Verantwortlichen der Stadt ihr Fett weg. 

Das Traumschiff „MS Bad Segeberg“ nahm Kurs auf unruhige See. Einige konfliktfreudige Reisende hatten die „Nelkenkabinen“ gebucht, und Tourmanager Oliver Schulz ging von einem grandiosen Scheitern der Reise aus. Doch dazu kam es nicht. Mit Liedern wie „In guten Lagen wird der Wohnraum knapp“ wurde das Thema Nelkenweg treffend erwähnt, und auch die Südstadt kam dran: „Die haben jetzt ihren 70. Geburtstag gefeiert und bestehen überwiegend aus Erstbewohnern.“ Der umstrittene Spielplatz im Südstadtpark wurde mit einer Adaption des Liedes „Karl der Käfer“ aus den 80er Jahren gewürdigt: „Jugendliche hat man nicht befragt, man hat sie einfach fortgejagt“. 

Ein Lied über die Rettungsgasse

Eine Anleihe bei der DDR-Kultband Karat machte „Schiffsarzt“ Johannes König mit seinem Lied „Rettungsgasse muss jetzt ganz schnell her“ nach der Melodie „Über sieben Brücken musst du gehn“. Die A 20 vor Bad Segeberg biete schließlich jede Menge Gelegenheit, dieses lebensrettende Ausweichmanöver zu üben. Oliver Schulz lobte die Stadt für die Schaffung von Dunkelkorridoren – nicht nur für Fledermäuse, sondern auch für Menschen sei dies hinter dem Bahnhof gelungen. „Das ist ein analoges Darknet“, pries er die Stadtverwaltung. 

Wehrführer Mark Zielinski outete sich schließlich als Freund der Flippers. Deren Song „Die rote Sonne von Barbados“ parodierte er perfekt als „Rote Sonne von Segeberg“ – auch wenn Heiko Kremer als musikalischem Leiter dabei die Finger auf den Tasten einzufrieren drohten. Mit der Parksituation am Kalkberg beschäftigte sich der Chor: „Tausendmal geparkt, tausendmal wurd nix gesagt!“ Mancher wünschte sich, dass die Knöllchenschreiber der Stadt statt im Seminarweg auch mal am Kalkberg tätig würden. 

Marktplatz-Streit wurde aufgegriffen

Natürlich kam auch das Wohnzimmer der Stadt, der Marktplatz, nicht ohne lästerliche Bemerkungen weg. „Ausschuss ist doch das, was in der Produktion nichts geworden ist“, ätzte Tourleiter Oliver Schulz in Richtung von Wolfgang Tödt und dessen Bauausschuss. „Was uns fehlt, ist doch ein Zelt über der Stadt, dann wäre der Zirkus wirklich komplett.“

Volle Zustimmung aus dem Publikum mit Pfeifen und Johlen erhielt die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr mit ihrem Lied über die eigenen Raumnöte: „In das Haus passt nicht mehr alles rein, ohne Dusche fahr’n wir nicht mehr heim“. Aber auch die Jugendlichen der „Fridays For Future“ blieben nicht unerwähnt. „100 Jugendliche wollen freitags die Welt aufräumen. 100 Eltern hoffen, dass sie mit ihren Zimmern damit anfangen“, erklärte Oliver Schulz trocken. 

Bürgermeister gab der Feuerwehr einen aus

Bürgermeister Dieter Schönfeld gab den Feuerwehrleuten das versprochene Bier aus und erklärte, dass der Abend ihm viel zum Nachdenken gebracht habe. „Es muss uns gelingen, für die Feuerwehr zu erreichen, was noch gebraucht wird.“ Schlichter drückte es Bürgervorsteherin Monika Saggau aus: „Ihr wart wunderbar!“

Beim Feuerwehrball im Vitalia Seehotel wurde fröhlich gefeiert.

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