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Segeberg Neue Betreiber wollen Vertrauen gewinnen
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17:27 04.03.2020
Von Nadine Materne
Neues Team für die Turmschänke in Seedorf: Besitzer Lutz Frank (von links) und Annette Hoop stellen ihre neuen Betreiber vor: Beate Bennsen und ihr Lebensgefährte Küchenmeister Ralf Lenschow. Quelle: Nadine Materne
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Seedorf

Beate Bensen und Ralf Lenschow wollen die Tradition der Turmschänke wieder aufleben lassen und Vertrauen zurückgewinnen. Dies sei das oberste Gebot, sagt Inhaber Lutz Frank, dessen Großeltern die Turmschänke in den 1950er Jahren aufgebaut haben.

"Grobe Fehler" des alten Pächters

Frank spricht von „groben Fehlern“, die vom Team um Sascha Lang gemacht worden seien, ohne ins Detail zu gehen. Es habe die gastronomische Erfahrung gefehlt. Zunächst schien das Konzept und die Kostellation mit dem Team stimmig, sagt Frank, der die Turmschänke im Juli 2019 abgegeben hatte.

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Doch schon der Start misslang, zur Eröffnung im August war der ursprüngliche Koch schon nicht mehr dabei. Lang und seine Frau, die sich im Hintergrund halten wollten, mussten in die erste Reihe. 

Die Gäste seien unzufrieden gewesen, sagt Frank, dem die Beschwerden aus Seedorf zugetragen worden seien. „Ich habe ihm dann im Januar die Aufhebung des Vertrages angeboten.“ Lang habe dankend angenommen.

„Ich bin erleichtert und dankbar, dass wir gemeinsam eine gute Lösung gefunden haben – für uns und die Gastronomie in Seedorf“, sagt Sascha Lang. Er bestätigt auch selbstkritisch, dass es Fehler gegeben habe. „Sonst wären wir erfolgreich gewesen.“ Nun habe die Turmschänke in Seedorf die Chance mit neuem Team wieder erfolgreich zu sein, so Lang, der in Bad Segeberg noch eine Eventagentur betreibt.

Neues Betreiberpaar mit viel Gastroerfahrung

Mit Beate Bennsen (54) und Ralf Lenschow (57) hat Lutz Frank nun erfahrene Gastronomen gefunden, um die Turmschänke weiterzuführen. Bennsen ist seit zehn Jahren in Franks Betrieben tätig – sie kennt auch die Turmschänke.

Ihr Lebenspartner Ralf Lenschow ist gelernter Koch und Küchenmeister. Er war 17 Jahre beim Landesverein in Rickling tätig, davor 12 Jahre bei einem amerikanischen Caterer. „Wir haben Spaß an der Gastronomie und wollen die Tradition der Turmschänke weiterführen“, sagt Lenschow. Mit Holsteiner Küche und gutem Service.

„Wir wollen für die Seedorfer da sein und unser Bestes geben“, ergänzt Bennsen. Das Paar wird auch vor Ort wohnen.

Lesen Sie auch:Die Geschichte der Turmschänke in Bildern

Holsteiner Köstlichkeiten zu bezahlbaren Preisen und perfekter Service, das reiche, um mit der Turmschänke erfolgreich zu sein, ist Lutz Frank überzeugt, weit und breit gebe es ja keinen anderen Gasthof mehr. „Und Festlichkeiten gibt es immer im ländlichen Raum.“ Vor allem mit dem Torhaus nebenan, in dem gern geheiratet wird.

Gasthof in Seedorf soll erhalten bleiben

Im vergangenen Jahr seien in Schleswig-Holstein etwa 30 Gasthöfe geschlossen worden, sagt Frank, Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverbands Schleswig-Holstein. Ein Stück Kultur gehe verloren.

Als Inhaber der Turmschänke könnte er daraus auch Wohnungen machen, ihm sei aber wichtig, dass Seedorf einen Gasthof behalte. Deshalb wolle er bei der Übergabe auch mitanpacken, Präsenz in Seedorf zeigen, den neuen Betreibern helfen. Sein Hauptgeschäft werde aber das Restaurant am Ihlsee in Bad Segeberg bleiben. 

Für das À-la-carte-Geschäft wird die Turmschänke ab Freitag, 3. April, öffnen. Und dann an vier Tagen in der Woche: donnerstags und freitags ab 17 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr.

Derzeit arbeiten Lenschow und Bennsen an einem neuen Internetauftritt und der Speisekarte für die Turmschänke. Bestehende Buchungen für Versammlungen und Festlichkeiten würden abgearbeitet, betont Lenschow. Auch die ersten Veranstaltungen sind bereits geplant, etwa Familienbrunch zu Ostern.

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