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Segeberg Umweltschutz durch Reparatur
Lokales Segeberg Umweltschutz durch Reparatur
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17:43 08.07.2019
Von Heinrich Pantel
Anja Otto und Martin Cholewa freuten sich über das Lob von Staatssekretär Tobias Goldschmidt (Mitte). Der sagte: „Die Aktivitäten des Unternehmens sind absolut vorbildlich.“ Früher wäre auch dieses Teil verschrottet worden, das beim A330 dafür sorgt, dass bei der Landung die hinteren Reifen zuerst aufsetzen.  Quelle: Heinrich Pantel
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Kaltenkirchen

Seine Betriebsbesichtigung nutzte der Gast aus Kiel zur Information und zur Positionierung.

Martin Cholewa umriss beim Gang durch die Werkräume das Geschäftsfeld des Unternehmens. Repariert werden zum Beispiel Teile von Triebwerken, Hydraulik- und Pneumatikkomponenten, Zylinder oder Ventile. „Zum überwiegenden Teil arbeiten wir für die Luftfahrt“, erklärte der Engineering-Leiter. Aber auch für die Industrie werden Lösungen angeboten, darunter für die Bahn.

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Zusammenarbeit mit Mutterkonzern

Spezialisiert ist LTI auf ein Beschichtungsverfahren mit Komponenten (Advanced Epoxy Coating), wenn durch Verschleiß-, Korrosion- oder Kavitation (Hohlraumbildung) Schäden entstanden sind. Cholewa: „Was früher verschrottet oder durch Neues ersetzt werden musste, wird bei uns wieder instand gesetzt.“ Teilweise werde mit der Reparatur sogar die Nutzungseigenschaft im Vergleich zum ursprünglichen Zustand verbessert. Intensiv arbeite man in Kaltenkirchen mit dem Mutterkonzern Lufthansa Technik AG zusammen. Auch mit Fachhochschulen und Universitäten sei das Unternehmen im Austausch. Der leitende Ingenieur: „Es geht permanent darum, Reparaturmethoden zu optimieren.“

An konkreten Beispielen erläuterte der Fachmann, worum es genau geht. Beim Bordstromgenerator hieß es, er werde aus Magnesium hergestellt, weil das ein relativ leichtes Metall sei. Dessen Nachteil liege in der Korrosionsanfälligkeit. Von LTI vorgenommene Auflagen dürfen die Festigkeit des Bauteils nicht reduzieren.

Goldschmidt fragt nach und lobt

Goldschmidt hakte immer wieder nach. „Was kommt da für eine Masse drauf?“, fragte er. „Ein relativ einfacher Klebstoff, den erst Zusätze zu einem hochentwickelten Produkt führen“, war ein Teil der Antwort. Zur Frage nach dem Preis hieß es, der liege bei rund 100 000Euro und entspreche damit dem Wert eines Luxusautos. Da koste die Instandsetzung schnell ein paar Tausend Euro.

Für Überraschung sorgten die hohen Beträge nicht unbedingt. Sie passten eher zu einer vorangegangenen Bemerkung, nach der genaue Vorgaben zu erfüllen sind, wenn Kunden etwas erneuern lassen. Zuverlässigkeit und Präzision haben deshalb oberste Priorität. Toleranzgrenzen liegen im Bereich von hundertstel Millimetern. Diejenigen, die etwas bearbeitet haben, bestätigen per Unterschrift ihre Leistung und damit auch ihre Verantwortung. Rund 3600 Teile werden im Betrieb mit seinen 35 Beschäftigten pro Jahr repariert.

LTI arbeitet mit Ministerium zusammen

Der Staatssekretär lobte: „Reparieren und Weiterverwenden ist immer besser als Recycling oder gar Entsorgung. Deshalb sind die Aktivitäten des Unternehmens absolut vorbildlich. Jedes Teil, das nicht verschrottet, sondern repariert wird, spart Ressourcen, Energie und Kosten.“ Goldschmidt fügte hinzu, ihn beeindrucke auch, wie am Standort Kaltenkirchen an neuen Lösungen gearbeitet werde.

Auf die besonderen Leistungen des Reparaturbetriebes ist sogar die Europäische Union aufmerksam geworden. Beim Projekt „Entwicklung eines Polymerkomposites zur Komponentenreparatur“, das einen Wert von rund 400 000Euro hatte, unterstützte sie die Kaltenkirchener mit einer Kostenübernahme von gut 20 Prozent. Das Landesministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung hatte geholfen, die Fördermittel zu beantragen. 

„Wir arbeiten schon lange mit dem Ministerium zusammen. Dessen Support ist super“, meinte Anja Otto, die Geschäftsführerin und Gesellschafterin der LTI.

Gunnar Müller 08.07.2019
Markus Weber 08.07.2019
Einar Behn 07.07.2019