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Segeberg Umzug der Tafel noch nicht sicher
Lokales Segeberg Umzug der Tafel noch nicht sicher
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10:24 24.08.2019
Von Sylvana Lublow
Im Haupthaus könnten andere Vereine ein neues Zuhause finden. Die Tafel sollte in den hinteren Teil des Gebäudes ziehen. Quelle: Sylvana Lublow
Bad Bramstedt

Immerhin werden für die Tafel schon seit ein paar Jahren neue Räume gesucht. Das alte Postgebäude wurde bereits besichtigt und für gut befunden. Jetzt kippelt die Entscheidung.

Ausgangspunkt für das Veto von Bürgermeisterin Verena Jeske ist der überarbeitete Mietvertragsentwurf vom Gebäude-Eigentümer Strabag. Dieser sieht eine monatliche Warmmiete von 4229 Euro vor. Allerdings für das gesamte fast 600 Quadratmeter große Gebäude. Die Mindestmietzeit beträgt acht Jahre. 

Für 39 Monate wäre das Objekt mietfrei

Die Tafel würde nur den hinteren Teil, die 226 Quadratmeter große ehemalige Sortierhalle, beziehen. Doch die jährliche Belastung von rund 50 000 Euro seien für die Stadt zu hoch, so Jeske: „Ich habe Bauchschmerzen damit“, sagte sie dem Sozialausschuss: „Ich weiß nicht, wie wir das machen sollen.“ Sie habe ein riesengroßes soziales Herz, doch die Ausgaben müssten auch im Verhältnis stehen, so die Bürgermeisterin. Bei einigen Ausschussmitgliedern lief sie damit offene Türen ein. „Das ist kein toller Preis für den Nutzen“, sagte etwa Jonas Hövermann von der CDU. Auch Arnold Helmcke (SPD) ist die Miete zu teuer. 

Allerdings steht in dem Mietvertrag auch, dass das Objekt die ersten 39 Monate mietfrei ist, sofern Sanierungsmaßnahmen in den ersten zwölf Monaten vom Mieter eigenständig umgesetzt werden. Die Investitionskosten für die Räume der Tafel mit Küche, Malerarbeiten, Container, Rampe betragen nach ersten Schätzungen 46700 Euro – damit könnte der Betrieb der Tafel erst mal zum Laufen gebracht werden. Weitere Investitionen für das gesamte Gebäude würden noch mal rund 100 000 Euro kosten. Selbst mit der mietfreien Zeit sei das eine zu hohe Investition, so Jeske

Es gibt keine echten Alternativen

Eine echte Alternative konnte die Verwaltung aber nicht aufweisen. Nur einen Vorschlag machte Jeske: Sie habe ein Einfamilienhaus gefunden, das zum Verkauf steht. „Vielleicht sollten wir lieber kaufen statt zu mieten?“, fragte sie in den Raum. Karin Steffen von der SPD fand den Vorschlag gut, einige andere auch – ohne jedoch zu wissen, wo genau das Haus steht, wie der Zustand ist und ob es für die Tafel überhaupt die benötigten Räumlichkeiten bietet.

Doch SPD-Fraktionssprecher Jan-Uwe Schadendorf versuchte den Ausschuss, dem er nicht mal angehört, wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen und rechnete vor: „Für diese Größe ist die Miete nicht hoch, das sind sieben Euro Warmmiete. Außerdem soll die Tafel ja nur in den hinteren Teil ziehen, vorne sollten andere Vereine wie das BT-Orchester neue Räumlichkeiten finden.“ Berechnet man nur den Teil der Tafel, so handelt es sich um 1000 Euro Kaltmiete im Monat. „Das hatten wir besprochen, dass wir das ausgeben wollen“, gab Schadendorf zu Bedenken. Davon abgesehen zahlt die Tafel in den aktuellen Räumen eine Kaltmiete von 600 Euro – und die würde sie auch weiterhin zahlen. 

Andere Vereine sollten dort auch einziehen

Obwohl schon im Februar darüber gesprochen wurde, auch anderen Vereinen das Postgebäude anzubieten, ist dahingehend bislang nichts passiert. Zusätzlich befindet sich in der zweiten Etage der alten Post auch eine leerstehende Wohnung, die ebenfalls vermietet werden könnte. 

Ausschussvorsitzender Dr. Manfred Spies (SPD) musste am Ende zugeben: „Ich war auch erst erschrocken über den Preis, aber wenn man etwas tiefer einsteigt und alles bewertet, erscheint es nicht mehr so schlimm.“ Auch Spies sehe die Möglichkeit, dort mehrere Institutionen unterbringen zu können. Für ihn steht fest: „Die Tafel darf nicht auf der Strecke bleiben.“ Doch wenn die Post nicht gemietet wird, könnte es sein, dass die Tafel einen weiteren harten Winter ohne richtige Heizung in den alten Räumlichkeiten verbringen müsste. Genau das wollten Verwaltung und Politik unbedingt vermeiden. Schadendorf: „Wir suchen seit drei Jahren neue Räume für die Tafel. Wir sollten das jetzt endlich unter Dach und Fach bringen.“

Entscheidung auf September vertagt

Die SPD hat für die Gegenfinanzierung bereits eine Idee vorgebracht: Die Anhebung der Spielgerätesteuer (Gewinnspielgeräte) auf 20 Prozent. Das wären nach ersten Berechnungen rund 70000 Euro mehr Einnahmen im Jahr für die Stadt. Klaus-Dieter Hinck, Finanzausschussvorsitzender (SPD): „Die Nutzung der alten Post im Landweg für Vereine und die Tafel könnte damit auf jeden Fall finanziert werden.“

Der Sozialausschuss hat die Entscheidung über den Tafel-Umzug auf die Septembersitzung vertagt. 

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