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Segeberg Unterschriften gegen den geplanten „Bahnhof“
Lokales Segeberg Unterschriften gegen den geplanten „Bahnhof“
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05:55 22.05.2013
Von Michael Stamp
Bad Segeberg

Am Mittwoch und am Sonnabend dieser Woche sind die BBS-Wahlkämpfer vormittags samt Unterschriften-Liste auf dem Bad Segeberger Wochenmarkt zu finden.

 In der Stadtvertretung war ein BBS-Antrag auf Verschiebung des Themas mehrheitlich abgelehnt worden. Die Wählergemeinschaft stört sich daran, dass der Investor – die Berliner BM Brezel GmbH – lediglich einen Verbrauchermarkt mit Filialen der Drogeriekette Budnikowsky, der Bäckerei Günther und des Schuhhändlers Deichmann errichten möchte. Der Fahrkartenverkauf für die Nordbahn findet hingegen auf wenigen Quadratmetern statt – und eine Wartehalle oder Ähnliches gibt es überhaupt nicht. Als Entrée für Reisende ist der Zweckbau ohnehin nicht geeignet. Sie schauen von den Gleisen aus auf eine über 40 Meter lange Betonwand.

 Die BBS-Kommunalpolitiker haben auf ihre öffentlich erklärten Vorbehalte gegen den „Bahnhof“ laut Jürgen Niemann eine „umwerfende Resonanz“ erhalten. „Das hat uns gezeigt, dass wir mit unseren Bedenken nicht allein dastehen.“

 Die Wählergemeinschaft hat drei Punkte aufgelistet, die ihr die größten Sorgen machen. „Das seit langem geforderte repräsentative Empfangsgebäude mit Bahnhofsfunktion wird durch diese Planung nicht verwirklicht“, kritisierte Niemann. „Die vorgesehene Bebauung riegelt den Bahnhof von der Stadt ab, die notwendige Barrierefreiheit bleibt weitgehend unberücksichtigt. Und die für Bahnreisende, Berufspendler und Gäste vorgesehenen öffentlichen Parkplätze und Taxistände sind nicht ausreichend.“

 Um die weiteren Einwendungen der Einwohner aufzunehmen, hat sich die BBS-Fraktion entschieden, die Gedanken der Bevölkerung mit einer Unterschriftenaktion zu dokumentieren. „Vorrangiges Ziel ist es, die vorliegende Planung zu verändern“, betont Niemann. Wie auch sein Fraktionskollege Heino Pfeiffer unterstreicht er, dass es hier nicht um Verhinderung oder ein Bürgerbegehren geht. Es solle auf den Investor eingewirkt werden, doch noch ein besseres Gebäude als den jetzigen Entwurf zu verwirklichen.

 Zusätzlich zu den Unterschriftensammlungen auf dem Wochenmarkt gibt es in den nächsten Tagen im Internet auf der Website www.bbs-segeberg.de Protest-Musterschreiben, die heruntergeladen und ausgedruckt werden können. Sie können entweder im Rathaus abgegeben oder an einen der BBS-Stadtvertreter überreicht werden. Pfeiffer: „Wir geben sie dann gesammelt im Rathaus ab.“

 Die Befürworter des neuen Bahnhofs ziehen sich darauf zurück, dass es in der Vergangenheit eine Reihe von (mitunter ehrgeizigen) Projekten gegeben hat, die allesamt nicht verwirklicht wurden. Jetzt müsse man damit zufrieden sein, dass ein Bauherr überhaupt bereit ist, die Sandpiste in einen befestigten Parkplatz samt Gebäude zu verwandeln. Alles sei besser als der gegenwärtige Zustand.

 Die Gegner des Vorhabens machen geltend, dass Pendler weitere Wege vom Auto zum Zug in Kauf nehmen müssen und nur für Kunden der Geschäfte Kurzzeit-Stellplätze vorhanden sind. Außerdem kann man nicht durch das Gebäude zu den Gleisen.

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